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Hellboy the Movie

Von Röni Wurth

Spider-Man, Catwoman, X-Men, Daredevil und Punisher – Comic-Helden turnen derzeit in Rudeln über die Leinwand. „Nicht schon wieder“, stöhnen alle, die noch immer Alpträume von den „außergewöhnlichen Gentlemen“ haben. Aber Hellboy ist anders. Hellboy ist groß, rot und raucht Zigarren. Er trägt kein Kostüm, sondern einen Trenchcoat. Er kommt aus der Hölle.

Seit 1993 zeichnet und schreibt Mike Mignola die Geschichte des paranormalen Ermittlers und seiner paranormalen Kollegen. Das meiste, was den Geist der Serie ausmacht, findet sich auch in Film wieder: die außergewöhnlichen Figuren, Humor, der sich zwischen abgedreht, trocken und schwarz bewegt, und spaßiges Spiel mit den alten Krimi- und Horrorklischees.

Hellboy, ab 16. September 2004 im Kino

Kein Wunder: Regisseur Guillermo del Toro, bekannt durch Blade II und Mimic, liebt Hellboy und arbeitete beim Dreh eng mit Mike Mignola himself zusammen. Ein Glücksfall ist auch die Auswahl des Hauptdarstellers Ron Perlman, nachdem schon Gerüchte über Vin Diesel oder The Rock in Umlauf waren. Zwar ist Perlman nicht so bekannt wie diese beiden, dafür ist er ein Schauspieler, und einer von den guten. Trotz Tonnen von rotem Makeup lässt seine Mimik die weißen Nebenrollen blass aussehen.

Hellboy der Film erzählt ungefähr die Geschichte des ersten Comic-Bandes „Die Saat der Zerstörung“. Die Änderungen - fiesere Gegner, spektakulärere Handlungsorte - sind leider nicht nur zum Besten. Besonders der nette junge Agent Myers, der als „Identifikationsfigur für den Zuschauer“ gedacht war, hat reichlich Potenzial zur Nervensäge. Ganz groß dagegen die Liebesgeschichte. Was in anderen actionreichen Filmen lästig und aufgesetzt wirkt, ist hier ein wichtiger und organischer Teil der Handlung, der tief ins Seelenleben der Hauptfiguren blicken lässt. Von unterschiedlicher Qualität sind die Special Effects. An einigen Stellen so perfekt, dass man sie kaum wahrnimmt, machen sie an anderen Stellen einen so bunten, übertriebenen und unbeholfenen Eindruck, dass man sich an alte Monsterfilme mit Pulp-Charme erinnert. Sowieso: wer einen ernsthaften Actionfilm erwartet, wer Fragen nach Glaubwürdigkeit und Logik stellt, wer mit Ironie und Selbstironie nichts anfangen kann, ist bei Hellboy im falschen Film. Mignolas Einfälle entlocken auch dem abgebrühtesten Horrorfilmgänger ein verzweifeltes „Aaaargh!“, etwa, wenn sich einer der lächerlichsten und zugleich gruseligsten Gegner als Nazi-Zombie-Roboter herausstellt. Endlich also eine gelungene Comic-Verfilmung. Was macht es da schon, dass gegen Ende der Spannungsbogen etwas abflacht. Spaß, Spannung & Schokoriegel, und plötzliche Tiefe, wo man sie nicht vermutet. Kleiner Tipp zum Schluss: Sitzenbleiben.

Hellboy-Comics erscheinen in Deutschland bei Cross-Cult, erhältlich in gut sortierten Comicläden oder im Internet bei www.speedcomics.de. Außerdem gibt es eine Spezialausgabe von Hit-Comics mit Hellboy-Short-Stories von diversen Künstlern.

Hellboy, ab 16. September 2004 im Kino

Hellboy der Film ab dem 16. September im Kino

Copyright © 2004 Verlag Sackmann und Hörndl

 
Hellboy 1

"Hellboy", Band 1 'Saat der Zerstörung', Cross Cult

Hellboy: Die Wölfe von Sankt August 2

"Hellboy: Die Wölfe von Sankt August", Heft 2, EEE

HIT Comics Spezial: Hellboy

"HIT Comics Spezial: Hellboy", JNK

Hellboy: Almost Colossus

"Hellboy: Almost Colossus", EEE