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Ein großes Ereignis
Hansrudi Wäscher auf der Kölner Comic Messe
Von Eckart Sackmann
Es war unschwer zu merken, daß die Kölner Comic Messe vom November 2003 etwas Besonderes war. Zum 50. Jubiläum seines Helden Sigurd hatte sich der Zeichner Hansrudi Wäscher zu einem Signiermarathon an den Rhein begeben. Das sorgte für eine gut besuchte Börse und allseits zufriedene Gesichter.
Seit mehr als 25 Jahren ist die Veranstaltung eine der wichtigsten ihrer Art. Das gewohnt vielfältige Angebot lockt Sammler aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und Holland nach Köln. Immer schon war die vom Verleger Norbert Hethke organisierte Comic Messe eine Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit alten Bekannten. Aber auch der Nachwuchs kommt auf seine Kosten, wenngleich Manga hier kaum angeboten werden.
Wenigstens bis zum Mittag hatten es die Besucher zuweilen schwer, sich einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Wer im Wintermantel gekommen war, dürfte einige Pfunde in der übervollen Halle gelassen haben. Alle anderen wurden immerhin um einige Euro leichter - und das trotz ziviler Preise, die auch schon mal ein Schnäppchen zuließen.
Aus aktuellem Anlaß war das Angebot der Händler stark Wäscher-orientiert. Wenn auch ebay für den Kauf und Verkauf alter Comics zu einer starken Konkurrenz für die Comicbörsen im Lande geworden ist, so schätzen viele Sammler doch den direkten Kontakt - mit dem Händler, mehr vielleicht aber noch mit den Heften und Alben, für die man sein Geld ausgeben will.
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Für den im April 75 Jahre alt gewordenen Hansrudi Wäscher, den gefeierten Star der mit Sigurd, Nick und Tibor aufgewachsenen Sammler-Generation, dürfte dies ein Tag der Freude, der Bestätigung, aber auch der Strapazen gewesen sein. Ohne Murren ließ der Zeichner alle Signierwünsche über sich ergehen.
Daß er sich - ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Auftritt seines "ritterlichen Helden" - im Blitzlichtgewitter und im Kreise seiner Anhänger zeigen kann, verdankt der Zeichner dem Verleger Norbert Hethke, der in seinem Reprintprogramm die alten Hefte nachdruckt und sogar für eine Fortführung der Serien sorgt. Hethke schuf mit immer neuen Einfällen den so genannten "Wäscher-Mythos", ein Phänomen, ohne das die deutsche Sammlerszene um einiges ärmer wäre.
Wen wundert's, daß nicht nur der Zeichner, sondern auch sein Mentor geehrt wurde. Stolz präsentiert Norbert Hethke hier ein Bild, auf dem ein Fan ihn und Hansrudi Wäscher als Sigurd und Bodo unter dem Segen von Altverleger Walter Lehning zu Papier gebracht hat.
Höhepunkt des Tages war die Überreichung der vom Hansrudi-Wäscher-Fanclub gebackenen Geburtstagstorte, die der Meister natürlich anschneiden mußte und die von den anwesenden Gratulanten mit sichtlichem Genuß verspeist wurde.
Es war ein großer Tag, für manch einen auch ein bewegender Tag, der Höhepunkt einer auf Kindheitsträume ausgerichteten Sammelleidenschaft. Frauen haben mit diesem Sport eher weniger im Sinn. Sie standen, wie das in Köln schon immer zu beobachten war, am Rande des Geschehens und warteten, bis ihre Männer müde, aber zufrieden von der Schlacht um die Verkaufsstände oder aus der nicht enden wollenden Signierschlange zu ihnen zurückkamen.
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