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Kölner Comicmesse November 2007
Von Eckart Sackmann

Sie ist die älteste Comicbörse in Deutschland, immer noch die bedeutendste und mit Abstand die größte, auf der der Besucher ein reines Comicangebot findet. Am 3. November fand die Kölner Comic-Messe Intercomic zum letztenmal unter der Ausrichtung des Nobert Hethke Verlags statt.

Der Hethke Verlag stellt zum Jahresende seine Aktivitäten ein. Wenn jemand so viel geschaffen hat wie der im April verstorbene Verleger Norbert Hethke, gibt es am Ende viel zu verteilen. Vielleicht war das einer der Gründe, warum an diesem Wochenende in Köln kaum ein bekannter Comic-Händler fehlte. Nicht nur der Verlag wird aufgelöst, auch andere Schwerpunkte der Arbeit - die Vermarktung von Hansrudi Wäscher, die Herausgabe des Magazins Die Sprechblase, die Preiskataloge zu Comics und Romanen und nicht zuletzt die Ausrichtung der Kölner Comic-Messe - standen in den vergangenen Monaten zum Verkauf an.

Während sich Volker Hethke, der Sohn und Erbe, kaum sehen ließ, präsentierte sich am Hethke-Stand der neue Messen-Veranstalter Thomas Götze (Foto unten links). Ab Mai kommenden Jahres wird er die Sammler nach Köln bitten. Um das Besondere der Intercomic zu bewahren, wird er einiges an Kalkül, Organisationstalent und Fingerspitzengefühl brauchen. Alle anderen Börsen im Land haben sich längst der DVD, dem Merchandising und dem Manga gebeugt und sind quasi austauschbar. Für Sammler ist allein Köln eine Reise wert - auch für den Wiener Hans Stojetz (unten rechts), der künftig Gerhard Förster bei der Herausgabe der Sprechblase finanziell zur Seite steht.

  

 

Den "1. Deutschen Comic-Preiskatalog" wird der ebenfalls in Wien ansässige Händler Günter Polland fortführen; den Roman-Preiskatalog hat sich Werner Knüppel vom Hamburger Comicladen Kollektiv gesichert. Die Vertretung der Rechte von Hansrudi Wäscher wird der Agent Hartmut Becker wahren - keine leichte Aufgabe, denn ein Zuviel an Kontrolle könnte schnell zu Unmut in der sensiblen Szene führen und letztlich die Wäscher-Euphorie ersticken. Der Hethke Verlag ist bemüht, die Herausgabe der "Sigurd"-Bücher bis Ende des Jahres zu vollenden; ob die Serien Hansrudi Wäschers wie bisher von anderen Zeichnern weitergeführt werden dürfen, ist derzeit ungewiss.

Dass Peter Skodzik (oben rechts im Bild, im Gespräch mit dem Wiener Händler Erwin Hutterer), in den 80er Jahren Urheber und bis zuletzt Koordinator des Comic-Preiskatalogs, auch vom Hethke-Nachfolger Günther Polland eingesetzt wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. Die letzte im Hethke Verlag erschienene Ausgabe (2008) wurde in Köln erstmals angeboten. Unten der von Hethke-Mitarbeiterin Frau Skarge gemanagte Stand des Hethke Verlags. Um die noch lieferbaren Bücher ist der Kampf bereits entbrannt.

Unten der Münchener Großsammler Christopher Krumm hinter seinem Stand. Er verkaufte in Köln nicht nur, sondern erstand auch neues Altes. Auf dem Bild darunter Eckart Schott (Salleck), der wieder mit einem Zeichner angereist war.

Oben der Händler Frieder Maier, unten Norbert Breling beim Taxieren seines Angebots.

 

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