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Cosplay, Tee und Toriyama
Leipzig im Mangafieber Von Eckart Sackmann
Im Comicbereich der Leipziger Buchmesse herrschte Rummelplatz-Atmosphäre: Wurfbuden, Hüpftanzen, Filmvorführungen, eine Teestube. Das, wobei es auf einer solchen Messe eigentlich geht, das Buch, spielte dabei eine Nebenrolle. Das vorwiegend jugendliche Publikum hat sich großartig amüsiert. Ist Leipzig nun auch ein Vorbild für Frankfurt?
Über Mangel an Besuchern konnte sich die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht beklagen. Ging es in den traditionellen Buchbereichen auch traditionell zu, so waren im Comiczentrum die Bücher fast völlig an den Rand gedrängt worden. Auf der großzügigen Präsentationsfläche in der Mitte des Bereichs bekam man den Eindruck, als sei hier ein buntes Volksfest im Gange. Gefeiert wurde alles, was aus Japan kam. Am Carlsen-Stand herrschte ein solches Gedränge, daß die Besucher nur schubweise zum Bücherkauf zugelassen wurden.
Vor Nachwuchszeichnerinnen wie Christina Plaka und Judith Park wuchsen die Signierschlangen ins Endlose. Ein frankobelgischer Zeichner hätte in Leipzig wohl um Publikum betteln müssen - in weiser Voraussicht hatten die Verlage es nicht auf einen solchen Versuch ankommen lassen. Überhaupt waren nur wenige Alben auf dieser Messe zu sehen. Ein reines Flaggezeigen für Kult oder comicplus+, deren Leser eben nicht aus dem Kreis der kostümierten Schulmädel kommen.
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Der Megastar der Leipziger Comic-Veranstaltung hieß Akira Toriyama. Allerdings kam wohl nur eine kleine Schar ausgeloster Signierstunden-Teilnehmer in die Nähe des Meisters. Andere mußten sich mit einem Platz im riesigen Veranstaltungssaal zufriedengeben. Toriyama suchte nicht das Bad in der Menge und verbat sich strikt, fotografiert zu werden.
Hallen füllte auch der fünfstündige (!), in das Kongress- Zentrum ausgelagerte Cosplay- Wettbewerb. Die phantasievoll zusammengestellten Kostüme waren absolut sehenswert und trugen viel dazu bei, den Showcharakter der Messe zu unterstreichen.
Mehr Bilder vom Cosplay
Eine erfolgreiche Messe - aber auch eine richtungsweisende? Für die Frankfurter Buchmesse, die ja auch schon gute Erfahrungen mit Manga-Veranstaltungen gemacht hat, könnte es verlockend sein, das Leipziger Modell zu kopieren. Anzuraten wäre es nicht, da man dann wohl auf die Mehrheit die Verlage verzichten müßte. So gut es auch ist, daß Leipzig viele Jugendliche in die Messehallen gebracht hat - den Leser, dem es beim Buch nicht nur um ein Modethema, sondern um Literatur geht, wird man mit einer glitzernden Show eher verschrecken als animieren.
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