Die sogenannte "Turiner Passion" von Hans Memling, die Carpaccios Ursula-Legende um einige Jahrzehnte vorausgeht, integriert insgesamt 23 Szenen der Leidensgeschichte Christi in das Ambiente einer mittelalterlichen Stadt.
Die Simultanbilder der flämischen Malerei jener Epoche nehmen Bezug auf gotische Portalprogramme, aber auch auf spätmittelalterliche Mysterienspiele. In kleinerem Umfang war die Darstellung mehrerer Gegebenheiten innerhalb eines Bildrahmens früher schon in der italienischen Kunst gebrächlich (z. B. bei Masaccio oder in den Fresken der Sixtinischen Kapelle).
Turiner Passion (1470, Öl auf Holz, 56 cm x 92 cm. Turin, Galleria Sabauda)
Links oben der Einzug in Jerusalem, rechts darunter das Abendmahl. Links unten die Gefangennahme. In der Mitte im Hintergrund die Kreuzigung, rechts Grablegung und Auferstehung.
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