Christian Moser
Fanzines können für den Comiczeichner Möglichkeit sein, sich mit ersten Schritten oder aber auch mit neuen Experimenten vorzustellen. Wenn das dann beim Leser gut ankommt, steht eine erfolgreiche Veröffentlichung dieser Beiträge als eigenes Heft oder Album in Aussicht, wenn Verleger, Kasse, Drucker und Vertrieb mitspielen.
Christian Moser hat mit "Was bisher geschah" genau diese Hürden genommen. In der Edition Panel sind jüngst vier seiner recht lesenswerten Erzählungen von je 6 oder 11 Seiten Umfang erschienen, die im Album durch einen Dialog zweier älterer Männer miteinander verbunden wurden. So gerät dann die kafkaesk anmutende Story vom Kaktus und die Burleske vom Unschuldsdieb unter einen Hut. Der Autor versteht, wie sein Kollege Ulf K. in der gleichen Edition, den Comic als einzigartige Plattform fürs Geschichtenerzählen.
Neunziger
Fabian Stoltz aus Hamburg erzählt Geschichten aus den Neunzigern und nennt auch seine Reihe so, in der er bisher zwei Hefte herausgab.
Heft 1 "Ok, Griechenland" liefert eine nachfühlbare Rückbesinnung auf Kindheit, Jugend und eine Reise des Erzählers. Ein Sprung in das Wasser des Mittelmeers erscheint wie die Suche nach Befreiung von nachhängenden Gedanken und der Wunsch auf ein Klarkommen mit der Vergangenheit.
Panel 22
Ungewöhnlich erfolgreich ist das Fanzine "Panel", welches für Heft 20 nicht nur einen Alph-Art für das beste Fanzine in Angoulême erhielt, sondern bereits mit dem nächsten Heft auch in Sierre einen ersten Preis gewann.
Namhafte Zeichner der Independentszene, ein tadelloser Druck auf feinem Papier und eine sorgfältige Zusammenstellung sind die Trümpfe des Panel e.V.
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Comicfest im Fundbureau
Hier findet man sie, die Comiczeichner, die ihren ersten Comic im Copyshop vervielfältigt und geklammert haben und ihn nun dem Szenepublikum anbieten, die Comiczeichner, die mit schrägen Ideen oder eigenartigem Strich aufwarten, die Comiczeichner, die von sich selbst erzählen, auch wenn das andere womöglich nicht die Bohne interessiert. Und abends ist Party mit richtigen Bands, darunter "Katze" mit Klaus Cornfield (Foto), der es also auch fetziger angehen lassen kann als auf der CD, die seinem Comic "Fou-Fou + Haha in Paris" beilag. Auch "Die asozialen Superhelden" aus Peine haben Comicbezug und in ihren selbstgenähten Kostümen einen unvergessbaren "Heftich"-Auftritt. Auf ihrer Superhelden-Website kann man sich MP3-Dateien saugen und seine Brüllwürfel bei "Bü-Bü-Bürgermeister" um den Monitor tanzen lassen.
Lampe aus Hildesheim
Comics nach Maß, die stellt die Gruppe "Lampe" her, eine Gemeinschaft an Comicmachern aus Hildesheim, die diese interessante Aktion, von der Idee zum fertigen Comic zu kommen, nicht zum ersten Mal anbietet. Der neugierige Ausftraggeber zahlt am Schluss nur, was es ihm wert ist.
Seit geraumer Zeit ist "Lampe" bereits aktiv. So hat man um die zehn Ausgaben eines gleichnamigen Comicmagazins im Hildesheimer Raum herausgegeben und auf der zugehörigen Website darüber berichtet. Die Hefte werden jeweils unter ein Thema gestellt, beim neunten Heft war dies zum Beispiel "Hildesheim", beim zehnten Heft "Öl", beim elften soll es "Feuer" sein.
Andy
Mit seinem Zeichenstift fängt Andy seit Jahren Momente von Comicveranstaltungen ein. Dabei gelangen dann auch die Dinge aufs Papier, die dem Beobachter durchs Bild laufen. In dieser Zeichnung des "Fundbureaus", Veranstaltungsort von Heftich 4, quert ein Auto schemenhaft die Zeichenfläche.
Andy hat eine ganze Reihe von Projekten in Bewegung gesetzt, darunter die Anthologie "Shtumm", die Strips "Kon Kykru" und Webseiten zum Frühen Comic. Seine mit Zeichnungen obiger Art versehenen Tagebücher zu Comicveranstaltungen erschienen als "Magazine" #1 bis #5.
Epidermophytie
Nach und nach wächst bei den Machern des Fanzines "Epidermophytie" eine länger werdende Liste von Veröffentlichungen heran, die womöglich das Leben schrieb. Auf ihrer Website gibt die Boygroup, zu der auch Mawil ("Strandsafari") gehört, an, "dass Dokumentationen und Berichte aus dem alltäglichen Leben, die spannenste Form der Comicerzählung" seien. Neben dem Stand von Reprodukt ist der Stand der Epidermophytie-Macher ein weiterer, der anlässlich Heftich 4 den Weg von Berlin nach Hamburg fand. Seit 1995 sind neun Hefte des Comiczines gedruckt worden, stets mit frechem Inhalt und offenbar schweißtreibender Releaseparty. Für einen Beitrag in der Nummer 3 von "Epidermophytie" erhielt Mawil den ICOM-Preis 1998 für den besten Funny.
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INC
Die Initiative Comic Kunst e.V. (INC) gibt es seit 1991. In ihr haben sich Comiczeichner, -fans und -verleger vereint und in den vergangenen Jahren einiges auf die Beine gestellt, darunter vier Ausstellungen: "Am Anfang war der Strich", "Comopoly", "Ehrlich billig!" und "Die vierte Dimension". Jedes Jahr wird zudem das "Heftich"-Festival ausgerichtet, eine Gelegenheit für Freunde der gehefteten Comic-Kunst sich zu begegnen, Neues anzusehen, Hefte zu kaufen und abends zusammen zu feiern.
Die eigenwillige Website des gemeinnützigen Vereins versucht nähere Informationen zum INC zu geben, eine Ankündigung zu "Heftich 4" vermisste man aber leider. In Hamburg klebte man diese augenfälligen, gelungenen Plakate. Und irgendwie sprach sich der Termin ohnehin weit genug im Lande herum.
Calle Claus
In der Independentszene sind die Beiträge von Calle Claus für Fanzines umworben.
Mit "Schwurbel", "Bildnis einer jungen Dame", "Zuckerkick" konnte er aber auch außerhalb von Fanzines beachtliche Hefte vorlegen, die bei Jochen Enterprises, Reprodukt und der Edition 52 erschienen.
Feuchtenbergerowa
Mit ihrem Strich, der hin und wieder den ersten Arbeiten der Malstunde von Abc-Schützen entlehnt scheint, verblüffte Anke Feuchtenberger (Foto rechts) ebenso wie mit den verklarenden und auf Frauen bezogenen Inhalten, die sie ihren Comics gab. Immerhin erreichte sie mit ihrer Arbeit den Titel einer Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg im Fachbereich Gestaltung.
Anke Feuchtenberger nutzt die Gelegenheit zum Gespräch mit Paul Derouet, der als Betreiber einer Zeichneragentur überall da zu finden ist, wo interessante Zeichner auftauchen könnten, die er an Verlage oder andere Auftraggeber vermittelt.
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