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Thierry Groensteen, Direktor des Comic-Museums Angoulême
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In der Einleitung zum Ausstellungskatalog, der weit mehr als ein simpler Katalog zur Ausstellung ist (vgl. Kommentar von Eckart Sackmann), trägt Groensteen vor, dass es ein relativ neuer Gedanke sei, Comic-Zeichnungen als festen Bestandteil des nationalen Kulturguts zu sehen und in einem Museum die Originalzeichnungen zu sammeln anstatt sie in den Müll zu werfen. So seien von den mehr als 10.000 angefertigten Zeichnungen von Carl Barks kaum mehr 200 übrig.
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Seit 1989 erweiterte man im Comic-Museum der Stadt Angoulême unter Groensteens Leitung den Bestand an Originalzeichnungen von 600 auf 6000. Darunter befinden sich Raritäten wie eines der letzten Originale von Christophe, von denen nach Zerstörung des Archivs des Verlags Armand Colin weniger als zehn erhalten blieben.
Die Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. und der zugehörige Katalog zeigen bewusst und ausschließlich Originale, keine Auszüge aus den veröffentlichten Werken. Dadurch blickt man auf die eigentliche zeichnerische Arbeit, die häufig noch ohne Text und Farbe ist, mit Resten der Bleistiftskizze, mit Anweisungen am Bildrand, mit überklebten Stellen.
Die Wertschätzung, die man dem Comic gegenüber in Frankreich erbringt, sei es aus künstlerischem oder wirtschaftlichem Interesse, zeigt sich in der Einrichtung und Ausstattung des Comic-Zentrums CNBDI in Angoulême. Dies hat die Grundlagenforschung Thierry Groensteens sehr unterstützt. Umgekehrt erfährt die Arbeit des CNBDI durch Groensteen Wirken international Respekt.
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Modell des Comic-Zentrums CNBDI in Angoulême
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Paul Gillon: "Les Naufragés du temps", Seite 98, Tusche und weiße Gouache auf Papier, 873 mm x 710 mm
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Die Unterschiede zwischen Originalzeichnung und dem später veröffentlichten Druck sind großteils beeindruckend. Nebenstehend wurden maßstabsgetreu das Original und die dann kolorierte und gedruckte Seite 98 aus "Les Naufragés du temps" (d.i. "Die Schiffbrüchigen der Zeit") abgebildet. Das Original ist in der Ausstellung zu sehen, der Druck stammt aus der Carlsen-Ausgabe der Serie (von 1988, Albenformat, etwa 295 mm x 220 mm) und ist dort übrigens mit der Seitennummer 99 versehen (s. viertes Panel, unten links). Anscheinend haben der Zeichner Paul Gillon und der Szenarist Jean-Claude Forest später davor noch eine Seite eingefügt. Und selbst die gezeigte Seite 98 des Originals scheint ehedem einen anderen Platz gehabt zu haben, denn die Seitenzahl wurde auf ein kleines Papierstück geschrieben und eingeklebt (s. viertes Panel, unten rechts). Offenbar wollte man damit die ursprüngliche Seitenzahl überdecken. Dieses deutet darauf hin, dass man am Fluss der Erzählung auch noch nach Fertigstellung der Seiten gearbeitet hat.
Man beachte auch, dass der Druck deutlich kleiner als jedes einzelne der vier Panels der gezeichneten Vorlage ist. Erstaunlich, wie der Zeichner in diesem Format arbeiten und sich dabei vorstellen konnte, wie seine Arbeit dann im kleinen Format wirken wird.
(NB: Jede dieser beiden Abbildungen können Sie mit der Maus anklicken, um sie vergrößert angezeigt zu bekommen. Sie gelangen zu diesem Text zurück, indem Sie auf den "Zurück"-Knopf Ihres Browsers drücken.)
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Copyright © 2000 Verlag Sackmann und Hörndl
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