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Besucher der Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. im Umgang mit den Lichtkabeln

Projektionen aus "Barbarella" und "Asterix" an den Seitenwänden
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Von den Anfängen bis 1914
Den ersten Comic oder den ersten Comiczeichner zu benennen ist ein schwieriges Unterfangen, da man sich zum einen darüber klar sein müsste, was denn überhaupt ein Comic ist, und da man zweitens sicher sein sollte, alle in Frage kommenden Kandidaten auch zu kennen. So kann man ebenso gut der Auffassung sein, es gäbe einen ersten Comic nicht, weil sich diese Kunst langsam entwickelt habe und nicht plötzlich jemandem einfiel. (Man fragt ja wohlweislich auch nicht nach dem ersten Roman oder nach dem ersten Huhn.)
Trotz aller gebotenen Vorsicht entschied sich Thierry Groensteen, Rodolphe Töpffer als Erfinder des Comic-Bands hervorzuheben, auch wenn mindestens zwei Vorgänger (Pehr Nordquist, Willem Bilderdijk) bekannt seien, die ähnlich wie er gearbeitet hätten. Dass die Werke dieser beiden Autoren jedoch vertraulich und unveröffentlicht blieben, sieht Groensteen als entscheidendes Kriterium an, keinen von ihnen an den Beginn der Geschichte des Comics zu stellen. Diese Argumentation irritiert, denn gehört zum Sein eines Comics wirklich, dass er in gewissen Stückzahlen verbreitet sein muss?
Des Weiteren begründet Groensteen seine Entscheidung damit, dass Rodolphe Töpffer der erste gewesen sei, der "den Comic als vollwertige Literaturgattung definiert" habe, nicht als Mittel, bereits bekannte Geschichten nachzuerzählen, sondern um der eigenen Phantasie originären Ausdruck zu geben. Einerseits hat diese Auffassung zur Folge, dass die "Illustrierten Klassiker" in diesem Sinne keine Comics sind, und andererseits den Vorteil, dass man den Comic klarer von bildlichen Erzählungen wie in den ägyptischen Totenbüchern, auf der Säule Trajans oder auf dem Wandteppich von Bayeux abgrenzen kann.
In jedem Falle ist Rodolphe Töpffer ein bedeutsamer Comic-Autor am Beginn der Geschichte des Comics heutiger Prägung, der künstlerisch, drucktechnisch und auch auf dem Gebiet der Comic-Theorie Meilensteine gesetzt hat. Groensteen bedauert, dass er für das Museum in Angoulême bisher keine Originale Töpffers erhalten konnte. In dieser Ausstellung werden somit von ihm keine gezeigt, wohl aber welche von Caran d'Ache, Christophe, A. Nadal, Benjamin Rabier, Louis Forton und anderen der frühen Comic-Schaffenden.
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Rodolphe Töpffer (1799 - 1846)
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Der Schweizer Rodolphe Töpffer kann als der grundsätzliche Erfinder des Comics gelten. Er ist der Autor von sieben zwischen 1830 und 1840 publizierten Alben. Wie er veröffentlichten später auch andere Zeichner wie Gustave Doré, Cham oder Nadar Alben für Erwachsene.
Ende des 19. Jahrhunderts ist das Ausdrucksmedium der Zeichner hauptsächlich die Satirikpresse - in Form von Kurzgeschichten, mit oder ohne Worte. Caran d'Ache, Emile Cohl, Steinlen, Willette, Henri de Sta und viele andere füllen die Seiten von "Le Chat Noir", "Le Rire", "La Caricature" oder von "La Chronique amusante".
Zur Jahrhundertwende öffnet sich die Kinderliteratur dem Comic, deren Exklusivität sie schnell wird. Figuren wie Bécassine oder die Pieds Nickelés, die eine lange Karriere erwartet, tauchen erstmals auf. Die Autoren benutzen noch nicht das Stilmittel der Sprechblase zu Gunsten von Texten unter den Zeichnungen. Um sie von modernen Werken zu unterscheiden, bezeichnet man diese Ursprungsform des Comics häufig als "Geschichte in Bildern".
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(Ausstellungstext, zitiert aus der Presseinformation des Roemer- und Pelizaeus-Museum vom 26.5.2000)
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Appetithappen
Um zum Besuch der Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim anzuregen, seien hier beispielhaft einige wenige Ausstellungsstücke wiedergegeben. Wegen der technisch begrenzten Möglichkeiten im Web, kann dies einen Blick auf die Originale sicherlich nicht ersetzen, aber einen ersten Eindruck verschaffen.
Jede dieser Abbildungen können Sie mit der Maus anklicken, um sie vergrößert angezeigt zu bekommen. Sie gelangen zu diesem Text zurück, indem Sie den "Zurück"-Knopf Ihres Browsers betätigen.
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Léonce Petit: "Le duel", ca. 1870, Tusche auf Papier, 214 mm x 312 mm
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Das älteste Exponat hat Komik. Die überlangen Beine der Duellanten und ihre Haltung wirken auch nach 130 Jahren noch erheiternd.
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Caran d'Ache (d.i. Emmanuel Poiré): "Maestro", 1894, Seite 29 und 30, Tusche auf Papier mit einigen blauen Bleistiftstrichen, 200 mm x 300 mm
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Einen gezeichneten Roman ganz ohne Text wollte Caran d'Ache bereits 1894 verwirklichen.
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Christophe (d.i. Georges Colomb): "Une partie de jacquet", ca. 1895, Tusche und Grafitstift auf Papier, 313 mm x 240 mm
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Weniger als zehn Originale von Christophe blieben erhalten.
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A. Nadal: "L'hallucination de 'Nez Féroce'", ca. 1910, Grafitstift, Tusche und Lavierung auf Papier, 262 mm x 295 mm
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Nadal zeichnet mit kräftigem Strich halluzinierende Indianer.
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Benjamin Rabier: "Coup manqué!", undatiert, Tusche auf Papier, 382 mm x 320 mm
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In der Tradition volkstümlicher Bilderbogen gestaltet Rabier seine Seiten. Das erinnert entfernt an "Space Dog" von Hendrik Dorgathen (um 1993).
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Louis Forton: "Les Pieds Nickelés - Ollé! Ollé! Soyons gaie", August 1929, Seite 34, Tusche und Blaustift auf Papier, 326 mm x 251 mm
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Louis Forton benutzte Sprechblasen, Speedlines, umherschwirrende Sterne, Ausrufe- und Fragezeichen.
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Copyright © 2000 Verlag Sackmann und Hörndl
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