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Zur Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. im Roemer-Pelizaeus-Museum Hildesheim

Exponate in der Vitrine mit Coq Hardi

Exponate der Nachkriegszeit u.a. mit einer Ausgabe von "Coq Hardi"

Abenteuer und Zensur

Mit Kriegsende wird in Frankreich die öffentliche Diskussion um den Comic wieder aufgenommen. Doch gesellen sich zu erzieherischen Bedenken nun auch Forderungen zum Schutz der französischen Autoren vor der ausländischen Konkurrenz und seitens der Linken ein deutlicher Antiamerikanismus. In einem Manifest verlangt die Union des Femmes Françaises, eine Organisation im Gefolge der kommunistischen Partei, "dass unsere Buchhandlungen der scheußlichen Veröffentlichungen entledigt werden, mit denen uns Amerika überhäuft". Man ist über die zunehmende Jugendkriminalität entsetzt. Im Comic dafür eine Ursache zu sehen, liegt nahe (wie um 1954 bei Frederic Wertham, der in den USA seinen Feldzug gegen Comics auf diese These gründet).

Dem Gesetz vom 16. Juli 1949, welches die Zensur bei Veröffentlichungen für die Jugend regelt, stimmen dann auch 422 Abgeordnete aus unterschiedlichen Motiven heraus zu, 181 Abgeordnete stimmen dagegen, darunter die Kommunisten, denen das Gesetz in puncto Quotierung von Importen nicht weit genug geht. Eine Kommission wacht fortan darüber, dass kein Comic "eine beschönigende Darstellung von Gangstertum, Diebstahl, Faulheit, Feigheit, Hass, Unzucht oder jeglicher Art von Handlungen [gibt], die als Verbrechen oder Delikt gelten oder die Kinder und Jugendliche demoralisieren".

Die 1950 beginnende Arbeit dieser Kommission begünstigt in Frankreich das Entstehen einer nationalen Schule für Abenteuer-Comics. Die beiden aus der Résistance heraus entstandenen Heftreihen "Coq Hardi" und "Vaillant" sind dafür erste Plattformen. weiter

 

Exponate im Winkelkasten

Wie ein aufgeschlagenes Buch: Exponate im Winkelkasten

Unter dem Einfluss des Kinos, aber auch dem amerikanischer Comics, nehmen einige Zeichner ab den 30er-Jahren einen grafisch realistischeren Stil an. Sie bemächtigen sich der in der Populärliteratur gängigen Genres (Western, Krimi, Sciencefiction...) und liefern dramatische Erzählungen, in denen Witz und Satire durch Handlung, Heldentaten und Spannung ersetzt werden.

Diese Abenteuercomics haben vornehmlich nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei extra für Jugendliche geschaffenen Illustrierten Hochkonjunktur. Die eine wie die andere entstammen dem Widerstand: "Coq Hardi" und "Vaillant". Es ist in jener Zeit Mode, Geschichten der Seeräuberei oder des Mantel-und-Degen-Genres zu erfinden: Ritter und Piraten tauchen vermehrt auf den Kinoleinwänden und in den Comicalben auf.

Diese Epoche ist auch das goldene Zeitalter des "récits complet", der abgeschlossenen Erzählung, und des "petit format", des Taschenbuchformats. Sie sind beliebte handliche Lektüre, in denen alle Stereotypen der Unterhaltungsliteratur gepflegt werden - oftmals mit Unbeholfenheit, manchmal mit nahezu surrealistischer Poesie.

(Ausstellungstext, zitiert aus der Presseinformation des Roemer- und Pelizaeus-Museum vom 26.5.2000)

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Appetithappen

Um zum Besuch der Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim anzuregen, seien hier beispielhaft einige wenige Ausstellungsstücke wiedergegeben. Wegen der technisch begrenzten Möglichkeiten im Web, kann dies einen Blick auf die Originale sicherlich nicht ersetzen, aber einen ersten Eindruck verschaffen.

Jede dieser Abbildungen können Sie mit der Maus anklicken, um sie vergrößert angezeigt zu bekommen. Sie gelangen zu diesem Text zurück, indem Sie den "Zurück"-Knopf Ihres Browsers betätigen.

Edmond-François Calvo: Moustache et Trottinette au Far-West

Edmond-François Calvo: "Moustache et Trottinette au Far-West", Seite 44, 1954, Tusche auf Papier, 367 mm x 283 mm

Abenteuer in aller Welt mit Tiergestalten und in interessantem Seitenlayout schuf Calvo.
Claude Marin: Tin-tin le lapereau

Claude Marin: "Tin-tin le lapereau", Seite 4, 3. Quartal 1969, Tusche, Blaustift und weiße Gouache auf Papier, 275 mm x 190 mm

Der Name "Tin-tin" des Hasen und dessen disneyartige Gestalt kommen einem bekannt vor.
René Giffey: Cinq-Mars

René Giffey: "Cinq-Mars", Seite 27, 1954-55, Tusche, Bleistift und weiße Gouache auf Papier, 327 mm x 251 mm

Menschenmengen zeichnete René Giffey gekonnt.
Raymond Cazanave: La Capitaine Fantôme

Raymond Cazanave: "Le Capitaine Fantôme", Seite 8, 1946, Tusche und Lavierung blauer Tusche auf Papier, 390 mm x 315 mm

Seeräubergeschichten waren beliebt. Cazanave versah sie mit gruseliger Atmosphäre.
 
Dut: Guerre à la Terre

Dut (d.i. Pierre Duteurtre): "Guerre à la Terre", Oktober 1948, Tusche und weiße Gouache auf Papier, 200 mm x 317 mm und 211 mm x 316 mm

Die Marsmenschen kommen und radioaktive Wolken vergiften die Stratosphäre bei Dut.
Mas: Voici Pif

Mas (d.i. Roger Masmonteil): "Voici Pif", undatiert, Tusche und mechanisches Raster auf Papier, 310 mm x 475 mm

Täglich lieferte Mas um 1954 einen Gag-Strip mit Pif dem Hund ab.
Paul Gillon: Fils de Chine

Paul Gillon: "Fils de Chine", Seite 127, 8. März 1953, Tusche auf Papier, 728 mm x 558 mm

Maos Langen Marsch und die Revolution stellte Gillon enthusiastisch und in beachtlich großem Format dar.
Victor Hubinon: Tiger Joe - Le mystère des hommes léopards

Victor Hubinon: "Tiger Joe - Le mystère des hommes léopards", Seite 134, 24. Juni 1965, Tusche und weiße Gouache auf Papier, 492 mm x 441 mm

Dschungelabenteuer wurden vom Erfolgsgespann Charlier/Hubinon inszeniert.
 

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