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Collage von Projektionen
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Tradition und Innovation
Nachdem Hergé in den 70er-Jahren in Paris viele Anfeindungen überstehen muss (es erweckt u.a. sein Verhalten während der Kriegszeit Skepsis), so wird er nach seinem Tod (1983) zur Kultfigur, der viele Studien und Ehrungen zuteil werden, die seine Arbeit ins rechte Licht rücken. Dieses ist auch Zeichen der Rückbesinnung der Comic-Autoren auf Althergebrachtes. Joost Swarte prägt 1977 den Begriff der "klaren Linie", die für Hergés Werk kennzeichnend ist (Verzicht auf Schatten, lineare Konturenstriche, schematischer Realismus der Szenerie, farbliche Vereinfachung). Eine Reihe von Zeichnern in ganz Europa wendet sich wieder diesem Ideal zu.
In erster Linie kleine belgische Verlage geben alte Comics von Jijé, Will, Paape und anderen neu heraus, die lange vergriffen waren. Die Zeichner der Zeit spielen gerne mit Verweisen, Zitaten und Nachahmungen ihrer Vorgänger. Neben diesem Blick zurück schaut man aber auch nach vorn und entdeckt neue Zeichner mit innovativem Potential (u.a. Andreas, Bézian, Sokal, Foerster, Schuiten, Dupuy und Berberian, De Crécy, Ayroles, Mazan), die in den Comic-Schulen in Brüssel und Angoulême ihre Ausbildung erhielten.
Im Laufe der 80er-Jahre stabilisiert sich der Ausstoß an neuen Comics auf ein (vorläufiges) Rekordniveau von etwa 600 bis 700 Titeln pro Jahr. Doch am Ende des Jahrzehnts lässt das Interesse an Comics stark nach, so dass in Folge sogar Zeitschriften wie Pilote, Tintin und Métal Hurlant und viele kleine Comic-Verlage eingehen. Demgegenüber kann sich der Verlag Casterman mit (À Suivre) weiterentwickeln, indem man auf intelligente und geschmackvolle Comics für Erwachsene setzt. In Grenoble hebt Jacques Glénat seinen Verlag aus der Taufe und macht mit Autoren wie François Bourgeon, André Juillard und Patrick Cothias im Bereich des Historien-Comic Furore.
Um dem Trend gerecht zu werden, dass Comic-Autoren ihr Ziel nicht mehr vornehmlich in der Arbeit an einer möglichst lang laufenden Serie sehen, sondern Einzelbände oder über wenige Alben verteilte Erzählungen schreiben und zeichnen wollen, gründet beispielsweise Dupuis die Reihe Aire Libre, in der diese fruchtbare Produktion aufgenommen werden kann.
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Lichtspiele
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Nach einer künstlerisch überschwänglichen Periode macht die Wirtschaft ihre Rechte ab Ende der 80er-Jahre wieder geltend: Die meisten Kleinverlage werden durch große Verlagshäuser aufgekauft, die die Zeichner dazu anhalten, auf gängige und verkaufsträchtige Rezepte populärer Comics zurückzugreifen.
Es ist die Rückkehr unersetzbarer Helden, Helden, die durch etliche Serien hindurch Bestseller produzieren. Neue modische Tendenzen werden ausgeschlachtet, wie der "historische Comic" oder die "Heroic-Fantasy".
Das grafische Niveau bleibt sehr hoch und ziemlich konventionelle Szenarios werden vereinzelt von exzellenten Zeichnern herausragend gestaltet, indem sie Rahmen, Rhythmus und Lay-out der Alben völlig erneuern. Wenn auch Comics für Erwachsene den Hauptmarktanteil haben, kann man Neuerungen im Bereich des Schaffens für Kinder wahrnehmen.
Seit ungefähr 20 Jahren stößt man beim Comic auf den Trend zur Malerei. Immer mehr Zeichner wenden die "coulaur directe" (direkte Kolorierung) an, eine Technik, die zu einer neuen, bildlicheren Anschauung des Bildausschnittes führt. Seit jeher wurde die Farbe auf einen Probeabzug separat vom Original aufgetragen, der schon auf das Format des zu druckenden Werkes verkleinert war.
Künstler wie Enki Bilal, Loustal, Alex Barbier oder Lorenzo Mattotti gehören zu den Ersten, die die herkömmliche Art und Weise fallen lassen und direkt in Farbe zeichnen, wobei sie regelrechte Miniaturen aufs Papier bringen. Der Konturenrand, der für die herkömmliche Ästhetik des Comics so charakteristisch ist, verliert seinen Einfluss und schafft freieren Kompositionen Raum, die Farbe, Licht und Stofflichkeit bevorzugen.
Seit kurzem ist der Gebrauch des Computers eine dritte Lösung zur Farbgestaltung des Comics.
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(Ausstellungstext, zitiert aus der Presseinformation des Roemer- und Pelizaeus-Museum vom 26.5.2000)
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Appetithappen
Um zum Besuch der Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim anzuregen, seien hier beispielhaft einige wenige Ausstellungsstücke wiedergegeben. Wegen der technisch begrenzten Möglichkeiten im Web, kann dies einen Blick auf die Originale sicherlich nicht ersetzen, aber einen ersten Eindruck verschaffen.
Jede dieser Abbildungen können Sie mit der Maus anklicken, um sie vergrößert angezeigt zu bekommen. Sie gelangen zu diesem Text zurück, indem Sie den "Zurück"-Knopf Ihres Browsers betätigen.
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Hermann (d.i. Hermann Huppen): "Bernard Prince - La forteresse des brumes", Seite 1, 24.4.1975, Tusche auf Papier, 475 mm x 365 mm
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Mit dem actionreichen Bernard Prince schaffte Hermann seinen Durchbruch.
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André Juillard: "Les 7 vies de l'Épervier - Hyronimus", Seite 16, 1988, Tusche auf Papier, 439 mm x 325 mm
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Unsichtbare Sprecher und sorgfältig gezeichnete Bauwerke setzt André Juillard ins Bild.
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Frank Le Gall: "Théodore Poussin - La vallée des roses", Seite 5, 1993, Tusche und farbige Tinte auf Papier, 425 mm x 325 mm
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Die Kindheit eines bis dato für einen Abenteuercomic ungewöhnlichen Helden erzählt Frank Le Gall.
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William Vance: "XIII - Le jour du soleil noir", Seite 2, 7. Juni 1984, Grafitstift und Tusche auf Papier, 474 mm x 354 mm
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Ein mehrbändiger Thriller beginnt mit einem bewusstlos aufgefundenen Mann, auf dessen Schulter eine "XIII" tätowiert wurde.
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François Bourgeon: "Les passagers du vent - Le comptoir de Juda", Seite 7, 1980, Tusche, Filzstift und weiße Gouache auf Papier, 430 mm x 325 mm
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Sorgfältig gezeichnete Takelage und einen interessanter Aufbau der Seite zeigt François Bourgeon.
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Enki Bilal: "Exterminator 17", Seite 7, 11. November 1976, Grafitstift und Tusche auf Papier, 440 mm x 334 mm
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Bilal in seiner frühen Phase, als er noch nicht mit der Technik "couleur directe" arbeitete
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Jean-Claude Denis: "Luc Leroi - Des écureuils et des filles", Seite 3, Juni 1989, Tusche und Akryl auf Papier, 558 mm x 409 mm
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Jean-Claude Denis schickt seinen Anti-Helden durch den Alltag der Menschen jener Tage.
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Yslaire (d.i. Bernard Hislaire): "Sambre - Révolution, révolution", Seite 43, Tusche und farbige Tinte auf Papier, 402 mm x 300 mm
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Bernard Sambre ist in die rotäugige Julie unglückselig verliebt.
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Copyright © 2000 Verlag Sackmann und Hörndl
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