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Frisch ausgepackt: Andreas Dierks und Röni Wurth weisen auf besondere Comics hin, die jetzt im Comicladen oder am Kiosk liegen.  [Folge 83]

Usagi Yojimbo 1

Usagi Yojimbo 1

„Wer hat noch nicht, wer will noch mal?“ heißt es auch beim Verlag Schwarzer Turm, der Stan Sakais „Usagi Yojimbo“-Serie neu herausgibt. Die Geschichte des „Leibwächter Hase“ wäre nur eine von zahllosen Samurai-Stories, wäre da nicht Sakais Kunstgriff: Alle handelnden Personen sind Tiere. So bleibt immer eine gewisse ironische Distanz zur teilweise recht blutigen Handlung bestehen, und gleichzeitig wird bewiesen, dass Animals nicht immer funny sein müssen. In der Arbeit des japanischstämmigen Amerikaners Sakai vermischen sich dabei mangaartige Schwarz-Weiß-Zeichnungen mit westlicher Leserichtung und westlich-knapper Plotführung. Wer eine Kostprobe seiner Kunstfertigkeit sehen will, werfe einen Blick in die aktuelle Comixene (74/75), die eine großartige Usagi-Kurzgeschichte enthält. (rö)


Jonas Valentin 2

Der schwer verdauliche neueste Teil der Reihe "Jonas Valentin" wurde im Comic-Magazin Spirou nur jeweils in sehr kleinen Portionen veröffentlicht. Doch die ersten drei Alben, die jetzt wiederveröffentlicht werden, kommen mit ihrem esoterischen Gehalt deutlich märchenhafter und angenehmer beim Leser an und eben nicht in Gestalt eines Gebetbuchs des Übersinnlichen wie jenes vierte.

Jonas Valentin 2

Jonas Valentin wollte eigentlich vor seinen Prüfungen noch einige Tage im Haus seines Onkels und seiner Tante ausspannen. Aber die Umgebung eines merkwürdigen Sees scheint ein Geheimnis zu bergen, das dem Direktor der in der Nähe im Bau befindlichen Fabrik zur Müllverbrennung eines Tages zum Verhängnis wird. Auch Jonas' Onkel ist dem Geheimnis auf der Spur, für dessen Schutz er sich im Gemeinderat energisch einsetzt.

Bücher der Magie 1

Ein jugendlicher und schwarzhaariger Brillenträger, eine Eule, Magie: klingt ganz nach einem gewissen Harry P. Ist es aber nicht. Es ist Timothy H., und der entsprang schon 1990 der Schreibfeder eines gewissen Neil Gaiman und den Pinseln diverser Comic-Zeichner. Jetzt wird der erste Band der „Bücher der Magie“ neu aufgelegt. Vier manteltragende Fremde (der Stranger, Dr. Occult, John Constantine, Mr. E) nehmen den ahnungslosen Tim mit auf eine Bildungsreise und zeigen ihm, wie das so läuft mit der Magie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Bücher der Magie 1

Nebenbei entfaltet Gaiman sein „detailgenaues Wissen über obskure, unbekanntere DC-Comics-Figuren" (Zitat N.G.) und alte Märchen und Mythen. Die - teilweise bombastischen - Bilder stammen von vier verschiedenen Zeichnern, die jeweils einen Abschnitt von Tims Reise illustrieren. Lesens- und besitzenswert für alle, die Gaiman und Magie mögen. (rö)


Bücher der Magie 2

Seit 2003 gibt es Tim H.s Abenteuer nun auch in Form von Jugendbüchern ohne Bilder. Autorin Carla Jablonski gibt sich redlich Mühe, die Comic-Geschichten spannend und leicht verständlich für eine jüngere Leserschaft nachzuerzählen. Wer allerdings die Comics kennt, wird zwei Dinge vermissen: den Tiefgang und die schönen Bilder.

Bücher der Magie 2

Alles in allem verhalten sich die „Buchstaben-Bücher der Magie" zu den Comics ungefähr so wie Fruchtsaftmischgetränk zu frischgepresstem O-Saft. Wer's mag... (rö)

Lucky Luke Gesamtausgabe 1958 - 1960

Lucky Luke Gesamtausgabe 1958 - 1960

Lucky Luke ist ein Klassiker in den Billy-Regalen der Comicleser. Und selbst nach dem Tod seines Zeichners Morris wird der einsame Cowboy in neue Abenteuer weiterreiten, ganz im Unterschied zu den anderen Klassikern "Tim und Struppi" oder "Asterix", die mit ihren Autoren in die ewigen Comic-Jagdgründe wechselten oder wechseln sollen. Bei "Lucky Luke" geht es im Herbst mit dem 72. Album weiter. Neuer Texter von "Lucky Luke" ist Laurent Gerra und neuer Zeichner ist Achdé, die als Debutwerk 'La belle province' vorlegen werden. In einem solchen Moment blickt man gerne auch zurück auf die Anfänge, die in der soliden Hardcover-Gesamtausgabe mit Hintergrundberichten an die Arbeit von Morris und René Goscinny vor fast fünfzig Jahren erinnern. Drei dieser seitenstarker Bände für den Zeitraum von 1955 bis 1960 sind bereits erhältlich.


Chimera 1

Gut 16 Jahre sind vergangen, seit Michael Götze sich abmühte, mit viel Know-how und Programmieraufwand auf langsamen, speicherknappen Heimcomputern sein "Robot-Imperium" entstehen zu lassen. Ab 1988 erschienen so bei Carlsen drei Alben. Im Vergleich dazu zeigt Brandon Peterson in "Chimera" heute, wie wenig er trotz aller Rechenpower mit seinem computergenerierten Comic den Arbeiten Götzes voraus hat. Bonbonbunte Seiten und unwirkliche Ballonbrüste erinnern daran, dass der Computer den Künstler nicht ersetzt.

Chimera 1

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