Fats Waller
In diesem Monat wäre der Jazz-Pianist und Komponist Fats Waller 101 Jahre alt geworden. Er starb leider bereits 1943 in einem Eisenbahnzug nahe Kansas City. Glaubt man der Jazzzeitung, war die Ursache des frühen Tods ein überhitzter Zug, glaubt man Igort und Sampayo, dann erfror Fats Waller in seinem ungeheizten Zugabteil im Suff. Wie auch immer, dieses Zeitgemälde in Comicform zeigt das unruhige Leben des begnadeten Jazz-Musikers in jener unruhigen Zeit um 1930/40. Dazu verweben die Autoren weniger überzeugend als vielmehr lehrsam Szenen aus Wallers Lebensweg mit kurzen Erzählstücken um und gegen den Faschismus in Deutschland, Italien und Spanien. Aus dem Patchworkcomic ragt als Quintessenz wie ein Leuchtturm ein einfacher Wunsch von Thomas 'Fats' Waller hervor: "Ich will die Zärtlichkeit einer Frau. Ich will besoffen sein, ohne zu trinken. Ich will hundert Revuen, tausend Songs und ein Theaterstück schreiben."
Der Baum der zwei Frühlinge
Jetzt zeichnet Will mit seinen drei Freunden aus der "Viererbande", Jijé, André Franquin und Morris, sicherlich für ein himmlisches Comicmagazin mit dem Titel "Spiritou" und trifft sich sonntags nach der Messe mit Harry und Platte in der Kneipe, um bis zum Abend über Isabella zu schwärmen.
Doch auch hier unten hat Will viele Freunde, die ihm seine letzte Geschichte nach einem Szenario von Rudi Miel zu Ende gezeichnet haben, nachdem Will der Stift vorzeitig nach sechs Seiten aus der Hand genommen wurde. So entstand ein abwechslungsreiches Album, in welchem sich Jean de Saint Rodrigue, letzter Spross eines Adelsgeschlechts aus der Bretagne, auf eine abenteuerliche Suche begibt und im indischen Ozean eine schöne Frau findet.
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Biggles 11
Wir erinnern uns, dass Biggles dem Verbleib eines wertvollen Kunstschatzes, der Sammlung Stein, auf der Spur war und nach Beschuss eine Bruchlandung im brennenden Wald hinlegen musste. Zusammen mit einer verletzten, blonden Frau blieb er im vermutlich tödlichen Feuer zurück. Das elfte Album der Serie liefert die Fortsetzung des Abenteuers, in welchem Biggles' Freunde seinen Tod beklagen. Gerne riefe man den Trauernden zu, dass es gar nicht sein könne, dass der fliegende Held in die ewigen Jagdfliegergründe gewechselt sei, weil doch sein Name noch auf dem Cover steht. Aber wer ahnt schon, was sich der Autor W.E. Johns alles einfallen lässt...
Fliegercomics haben ihre eigene Atmosphäre und ihre ganz eigenen Leser, die sich von "Dan Cooper" über "Mick Tangy" bis "Buck Danny" alles hineintun, was mit metallenen Flügeln zu tun hat. Die Mischung aus Abenteuer, Fliegen und Freude an der Technik fasziniert (ältere) Jungs noch immer. "Biggles" zeigt sich unter den Flugzeug-Comics als Serie, die hier auf zivile Themen setzt, statt Kriegs-ereignisse wie die Luftschlacht um England nachzustellen.
Detektiv Loki 1
Rätselhafte Fälle lösen, knifflige Probleme angehen, das bleibt im Jungsmanga Dauerthema. Detektiv Loki sieht das genauso. Während sich sein Kollege Detektiv Conan bei EMA auf den eher klassischen Kriminalfall stürzt, hat sich Loki bei Carlsen auf mysteriöse Vorgänge spezialisiert. Dazu gehört es, dem Sensenmann mit der Doppelklinge auf die Spur zu kommen, der schon einige Oberschülerinnen zerteilt hat. Was uns erschrecken lässt, das ist für das Mädchen Mayura "romantisch" und für den Jungen Loki eine Art Herausforderung.
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Wanted
Seit 1986 kontrolliert das Metamensch-Verbrecher-netzwerk das organisierte Verbrechen auf der Erde. Der Superschurke Gibson gerät in einen Hinterhalt und verliert sein Gesicht. Sein Sohn, Wesley Gibson, erbt die 50 Millionen Dollar, die der killende Vater gespart hat. Doch vorher muss der Sohn, ein Weichei, Greenpeace-Aktivist und Vegetarier, selbst zum Killer umgeschult werden. Die skrupellose Fox und der Chefschurke Professor Solomon Seltzer gehen das sehr schwierige Problem entschlossen an und desensibilisieren den begabten Erben erfolgreich im Schlachthof. Statt eines Superheldencomics lieferten Mark Millar und J.G. Jones einen Superschurkencomic ab, dessen derbe Schlicht-heit derjenigen der handeln-den Schurken entspricht.
Simpsons Sonderband 14
Auf 160 Seiten versammeln diese Simpsons-Sonder-bände die Geschichten um die großartige, gelbe Familie, welche seinerzeit in Heften erschienen, für die man als glühender Fan nun Sammler-preise zu zahlen hat. Dieser 14. Band enthält die Hefte 59 bis 65 und bringt den auf-merksamen Leser in Sachen hirnlose Boygroups und was die Feinheiten im Golf angeht ein ganzes Stück weiter. Es wirkt beruhigend, dass Homer mit seiner Boygroup-Idee diesmal nicht gleich auf Anhieb Schiffbruch erleidet, sondern in Springfield anfangs groß herauskommt. Mit der richtigen Literatur vor der Nase schafft man alles, auch wenn man nicht singen kann. Das weiß Homer so gut wie jeder von uns. Die Simpsons sind eben ganz normale Menschen.
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