Monsieur Jean 5
Monsieur Jean kehrt mit seiner Tochter Julie aus New York nach Paris zurück und findet in seiner Wohnung - es war ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten - Felix und Eugène vor, die sein Wohnzimmer verwüstet haben. Felix muss in Folge eilig nicht nur in der Wohnung von Jean, sondern auch in seinen Beziehungen zu Eugène, zur Dame vom Jugendamt und in seinen Vorstellungen zu einer beruflichen Zukunft Ordnung schaffen. Daraus ergeben sich eine Reihe von den Leser fesselnden Erlebnissen, die aus einer Wirklichkeit scheinen, die aus recht alltäglichen Problemen besteht, und die doch mit dem nötigen Augenzwinkern vorgestellt wird. An Ende kann man aufatmen. Auch die Concierge, Madame Poulbot, lässt sich nicht lange vor der Glotze hängen: "Der Fortschritt, der Fortschritt... Was habe ich mit dem Fortschritt zu tun, wenn der Fortschritt nichts für mich tut?"
Deutsche Comicforschung 2006
Was die deutsche Comicforschung alljährlich aus Archiven, Museen, Sammlungen, Antiquariaten und Auktionshäusern zusammenträgt, ist verblüffend und eines aufmerksamen Studiums wert. Vor dem Lesen der aktuellen Ausgabe lohnt der Blick in das Vorwort des Herausgebers, da hier auf die Auseinandersetzung um das, was einen Comic ausmacht, eingegangen wird. Es soll noch immer Experten geben, die eine Wechselwirkung von Text und Bild als wesentlich für Comic ansehen, eine Annahme, die zu hinterfragen wäre, wenn man die Einzelheiten eines Bildes als Zeichen versteht, die die Information lediglich in anderer Form tragen als es Buchstabenreihungen leisten. Man denke an die buchstabenlosen Comics von Lewis Trondheim, Ulf K., Peter Kuiper, Hendrik Dorgathen und begründe dann, warum das keine Comics sein sollen. Eine gründliche Analyse nimmt Dietrich Grünewald für »Sigenot« vor, eine mittelalterliche Handschrift, die um 1475 in der Werkstatt von Ludwig Henfflin entstand. Grünewald arbeitet dazu mit den Begriffen der engen und weiten Bildfolge.
Eine weitere wichtige Entdeckung sind die gezeichneten Reiseschil-derungen von Ludwig Emil Grimm, einer der "Gebrüder Grimm", die zeitgleich zu Rodolphe Töpffers ersten Comicerzählungen um 1827 entstanden.
Djinn 5
In den ersten vier Bänden der Erzählung über Jade, der Favoritin des letzten osmanischen Sultans, und über ihre Enkelin Kim Nelson, sprang der Autor Jean Dufaux ("Giacomo C.", "Beatifica Blues") munter zwischen dem Damals und dem Jetzt hin und her. Er selbst nannte es ein "Spiel mit der Zeit".
Der nun vorliegende Band ist in dieser Hinsicht einfacher gehalten. Jade bereist zusammen mit Lord und Lady Nelson Afrika, wo man sich nach dem Ersten Weltkrieg auf die eigene Kultur besinnt.
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Das große Supa-Hasi Album
Auf der hinteren Umschlagseite haben sich die bekanntesten Comic-Hasen versammelt, von Bugs Bunny über Lapinot bis zu Plakas Daisuki-Häschen. An der großen Trommel steht allerdings Mawils Supa-Hasi und gibt den Takt an. Er ist die Hauptfigur in diesem Sammelband, der das jahrelange Hasenschaffen des auch in Frankreich tätigen Mawil ("Die Band", "Wir können ja Freunde bleiben") von 1998 bis 2005 zusammenträgt.
Dieser Folge an Abenteuern des munteren und gelegentlich unbedarften Hasens entnimmt man auch etwas von der Entwicklung des Erzählerischen bei Mawil. Während er 1998 noch zu Abiturientengags um Party und Saufen greift, bringt er in den Folgejahren Packenderes in die Panels, die Sachen mit den Mädchen, mit dem Selbst-ständigwerden, mit der Quälerei beim Aufstieg. Mawils Humor sorgt dabei für die notwendige Leichtigkeit des Daseins.
Helter Skelter
Das für einen Manga bei uns ungewöhnliche Format deutet schon an, dass man sich mit diesem Buch an ein älteres Publikum richtet. Übersetzt man den Buchtitel "helter-skelter" mit "Hals über Kopf" so ist schon die Situation beschrieben, in der sich Ririko als japanisches Top-Model befindet: Die Zeit rennt ihr davon, ihr Körper zerfällt, die vielen Schönheitsoperationen verkehren sich in ihr Gegenteil.
Man mag die Erzählung als Anklage gegen den Schönheits-wahn verstehen, in der das Top-Model Ririko das "Opfer" darstellt, welches sich bezüglich der Anforderungen an ihren Körper machtlos fühlt und zugleich nach Zuneigung sucht. Dort, wo sie Macht ausüben kann, ihren Angestellten gegen-über, reagiert sich Ririko ab und versucht Liebe durch lustvolle Aufregungen zu ersetzen.
Dschinn Dschinn
In einer recht unansehnlichen Kupferkanne gerät ein Dschinn in die Schatzkammer Karls des Großen und stellt auch nach gut tausend Jahren noch die Damen und Herren zufrieden, die an seiner Behausung reiben.
Ralf König gelingt mit diesem ersten Buch seiner Erzählung über einen liebeskundigen Flaschengeist abermals ein reizvolles Stück Anstoß, indem er ausgerechnet einen rabiaten und verkniffenen Mullah aus der Oasenstadt Jammerjalla, der alle Frauen Burkas tragen lässt, für 440.391 Nächte zu einem Liebesdiener macht. Die Absicht des Mullahs, aus dem Alltag alles zu verbannen, was den Mann auf lüsterne Gedanken bringen könnte, liest sich als Gegenentwurf zum Bestreben Königs, jedem zuzugestehen, sich frei zu zeigen und ausleben zu können. Alles andere ist Ungeist und stammt aus billigen und uralten Gefäßen.
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König der Dornen 1
Um eine tödliche Seuche zu überleben, wird dank der Stiftung eines Millionärs eine Gruppe von 160 ausgewähl-ten Patienten in einer alten, umgebauten Festung in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt, aus dem sie erst dann erweckt werden soll, wenn man ein Gegenmittel gegen die "Medusa"-Krank-heit gefunden haben wird. Doch leider geht wohl irgendetwas schief. Die Gruppe der Infizierten erwacht vorzeitig und hat sich in einer eigenartig veränderten Welt zurecht-zufinden. Damit beginnt ein spannender Manga, der erzählerisch mit schönen Einfällen versehen wurde, um den Leser der Fortsetzung des Abenteuers gebannt entgegenfiebern zu lassen.
Cry out for love
Der erfolgreichste japanische Roman liegt nun in Deutsch in Form eines Manga vor. Kyoichi Katayama schrieb die Geschichte, in welcher sich Sakutaro Matsumoto an seine unbeschwerte Liebe zu Aki erinnert. Sie lernten sich in der 8. Klasse kennen und kamen sich im Laufe vieler Jahre immer näher. Dann erkrankt Aki schwer. Doch die beiden wollen unbedingt zusammen nach Australien.
Einen herzergreifenden Liebesroman, der an vielen Stellen schon mit Andeutun-gen auskommt, für dessen Umsetzung eignet sich der Stil, in dem Mangas meist gezeichnet werden, gut. Von der Trauminsel erhält man keine malerischen Eindrücke wie es der frankobelgische Comic täte, sondern der Mangaka liefert nur spärlich Fingerzeige auf das Wesent-liche. Dem Ausmaß, zu dem der Leser in die Erzählung hineingezogen wird, tut das keinen Abbruch. Vielleicht spielt der Manga hier sogar einen Vorteil aus.
Fathom Sonderheft 1: Aspen
Die Meeresbiologin Aspen kann Wellen schlagen. Sie gehört zu den Blauen. Doch aus der Tiefsee scheint Unheil zu drohen. Es wird irgend einen Zusammenhang zwischen der bildschönen Aspen und den furchterregen-den Schwarzen geben, der sich dem Leser in den Folge-heften zu diesem Fathom-Sonderheft enthüllen wird. In der Reihe "Fathom - Neue Serie" zeichnet Michael Turner die Geschichte weiter. In Heft 4 wacht Aspen wieder auf und fragt sich, warum und wohin sie entführt wurde und wieso ihr dieser insekten-artige Umhang verpasst wurde. Der 1971 geborene Michael Turner zeigt auch in "Soulfire" Gefallen am Zeichnen insektenflügeliger Frauen. Nachdem die juristi-schen Streitigkeiten mit Top Cow beigelegt wurden, kann Turner die schönen Damen nunmehr im eigenen Verlag herumschweben lassen.
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