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Frisch ausgepackt und aufgefallen: Andreas Dierks weist auf besondere Comics hin, die jetzt im Comicladen oder am Kiosk liegen.  [Folge 70]

Shayazur 1

Shayazur 1

Christian Turk fiel schon einmal durch einen fesselnden Fantasy-Titel auf: 1998 erschien bei IPP die Serie "Gitta Goblinson", die leider bereits nach zwei Heften unbeendet eingestellt wurde. Jetzt bringt Carlsen mit einigem Werbewind Turk im Albenformat heraus. Damit bekommt bei Carlsen die deutsche Fantasyrichtung Verstärkung, für die dort bisher Dirk Schulz ("Parasiten", "Indigo") allein unterwegs war. Zum Standard eines frankobelgischen Fantasycomic zeigt "Shayazur" hinsichtlich der zeichnerischen Detailfreude einigen Abstand, doch Ausdruck der Figuren und malerische Technik sind allemal gediegen und erinnern an Disney-Zeichentrickfilm. Auch die Geschichte könnte aus einem Disneystudio stammen. Ein Menschenkind namens Cren wird von Schildkröten aufgezogen und tritt im Wettkampf gegen Löwen, Vögel, Wölfe und Bären an. Das traditionelle Rennen wird für Cren mehr werden, als lediglich ein Lauf um die Ehre der jeweiligen Clans. Es geht auch um eine Suche nach seiner menschlichen Herkunft.


Schlaf, kleines Mädchen

In malerischer Weise gestaltet Sergio Bleda, ein Comicautor aus Spanien, eine gruselige Geschichte um ein kleines Waisenmädchen, welches Sie womöglich gerne adoptieren möchten?

Schlaf, kleines Mädchen

Doch aufgepasst, der nächste Schlaf kann tödlich enden. Ein Journalist, der auf der Suche nach einer Story ist, die ihn endlich in Lohn und Brot bringt, heftet sich dem Mädchen und den mit ihr verbundenen Ereignissen auf die Fersen und gerät in ein horrendes Abenteuer, welches auch ihn in teuflische Gefahr bringt. Ob ihn wohl sein journalistischer Ehrgeiz oder ob ihn seine nette Freundin retten kann?

Scherbenmund

Das ist das richtige Format für die gruseligen Comics von Reinhard Kleist (vgl. "Lovecraft", "Dorian"). Als Hardcoveralbum und in Farbe legt die Edition 52, die kürzlich für ihr herausgeberisches Engagement einen ICOM-Preis erhielt, einen Vampircomic vor, der fesselnd geschrieben und dazu passend, erfahren gemalt wurde, auch wenn einige Seiten etwas zu bonbonfarben wirken mögen.

Scherbenmund

Unter Führung Szerbenmundts haben sich die Vampire in Berlinoir ein Staatswesen aufgebaut, in welchem sie sich mit den Menschen arrangierten. Die Menschen spenden Blut, im Gegenzug sind die Arbeitsplätze und Renten sicher. Die Vampire müssten endlich einmal nicht mehr befürchten, ewig gejagt und von Holzpflöcken bedroht zu sein. Doch leider will eine Widerstandsgruppe den sehr lichtscheuen Herrschaften dennoch an den Kragen.


Lone Wolf & Cub 1

Der Ronin Kozure Ôkami zieht mit seinem kleinen Sohn im Kinderwagen als Auftragsmörder durch die japanischen Lande und metzelt, wenn's denn sein muss, auch schon einmal etwas umfangreichere, feindliche Trupps in Windeseile nieder.

Lone Wolf & Cub 1

Einem solchen Manga eine "spannende Story", "zwei faszinierende Hauptfiguren" und eine "überragende visuelle Kraft" anzudichten, wie es sich der Schreiber des Vorworts zu diesem 1970-76 geschriebenen Manga leistet, ist starker Tobak. Vielmehr wirkt diese Ronin-Geschichte z. B. neben "Usagi Yojimbo" sehr alt, und sie ist es ja auch.

Yukikos Spinat

Yukikos Spinat

In der Art einer gezeichneten autobiographischen Erzählung schildert Frédéric Boilet seine Liebe zu Yukiko, die sich zwischen ihm und einem anderen zu entscheiden sucht. Boilets schwarzweiße Technik spiegelt dem Leser die sehnsüchtige Zugewandtheit des Autors in einer auch sexuell zärtlichen Beziehung wider. Mit Spinat hat das nur durch eine sprachliche Schwierigkeit zu tun, doch liefert sich so ein sehr merkbarer Comictitel und Aufmerksamkeit für Ponent Mon, dem spanischen Verlag dieser Neuerscheinung, der damit in deutschsprachigen Comiclanden Fuß fassen möchte.


Werner - Gekotzt wird später

Es sieht so aus, als könnte der aktuelle Film der Wernersens in der Rangliste erfolgreicher, deutscher Filme dieses Jahr ganz oben mitmischen. Was dazu wie das Buch zum Film daherkommt, mit den üblichen (gut geschriebenen) Hintergrundinformationen, enthält im hinteren Teil dann doch noch eigenständigen Comic, zusammengesetzt aus Fotos und Zeichnungen.

Werner - Gekotzt wird später

Brösel nimmt im Comic Rückblick auf die persönliche ökonomische Talfahrt, die er im letzten Jahr erleben musste. So sitzt er nun also folgerichtig als Bettler in der Fußgängerzone. Vielleicht rettet ihn der Film und Ehapa, wo man sich um die Rechte an "Werner" bemüht, aus der Misere.

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