Ogoniok und Myetzko
Sergio Toppi ist einer der großen alten Männer des Erwachsenencomic. Während der Faszination Comic der diesjährigen Frankfurter Buchmesse konnte man ihm bei seiner famosen Arbeit mit dem schwarzen Fineliner zusehen, mit dem er Unmengen feiner Striche zu einem eindrucksvollen Ganzen wachsen lässt. Schon mit "Sharaz-De" zeigte Salleck Publications letztes Jahr, wie Toppi zeichnet. Jetzt legt Salleck unter dem Titel "Ogoniok und Myetzko" noch ein weiteres Album vor, in welchem Toppi zwei Erzählungen unterbringt, die im zaristischen Russland und 1915 an der galizischen Ostfront stattfinden. Sergio Toppi wurde am 11. Oktober 1932 in Mailand geboren. 1966 veröffentlichte er seinen ersten Comic in der Comic-Zeitung Il Corriere dei piccoli.
Diabolik 1
Nachdem Carlsen mit viel Werbeaufwand versucht "Dylan Dog", einem in Italien erfolgreichen schwarzweißen Kiosk-Comic, den Weg zum deutschen Publikum zu ebnen, legt jetzt Ehapa mit "Diabolik" ebenfalls einen monatlich erscheinen sollenden Italo-Comic nach.
Während "Dylan Dog" als Alptraumdetektiv meist im Esoterischen unterwegs ist, spielt "Diabolik" vor einem realeren Hintergrund, wenn man moderne Techniken unserer (Computer-) Welt dazu zählen möchte. Diabolik lässt an Batman erinnern, während Dylan Dog einem Superhelden so gar nichts ähnelt. Dass die beiden großen Verlage letztlich am gleichen Strang ziehen wollen, wird an einer "Dylan Dog"-Werbung deutlich, die Carlsen in dieser Ehapa-Publikation geschaltet hat. "Diabolik" wurde von den Schwestern Angela und Luciana Giussani erdacht und erscheint seit 1962.
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Little Lit 1
Für ihre Kinder Nadja und Dash haben Art Spiegelman ("Maus") und seine Frau Françoise Mouly ein stattliches Buch geschaffen, welches märchenhafte Erzählungen und Spiele in Comicform präsentiert.
Art Spiegelman selbst leitet mit einem chassidischen Gleichnis ein, welches er wählte, weil es "ganz ohne Zauberei auskomme". Mit David Mazzucchelli, Charles Burns, Joost Swarte, Chris Ware, Daniel Clowes, Lorenzo Mattotti, Kaz, Barbara McClintock und anderen haben Spiegelman und seine Frau weitere Zeichner mit klangvollen Namen für "Little Lit" gewinnen können, die das Buch auch für Comicleser jenseits der Zielgruppe interessant machen und die zum besinnlichen Schauen einladen. Chris Ware vermutet jedoch augenzwinkernd und korrekt, dass die Comicfans die Spielfiguren zu seinem Spiel wohl niemals aus dem Buch herausschneiden werden.
Die kleine Gruftschlampe 1
Schon mindestens seit Erlangen 2000 hat die gruselige Gruftschlampe in natura ihren Auftritt auf den größeren Comic-Veranstaltungen. Zuletzt erschien sie uns in Frankfurt vor wenigen Wochen an der Seite von Tikwa, der ihrem Abbild aufs Papier hilft.
Hinter Tikwa verbirgt sich Mathias Neumann, der ursprünglich mit seinen spaßigen Computer-Strips "Moderne Zeiten" bekannt wurde. Jetzt hat er sich auf den schlichten Vampirwitz verlegt.
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Comics neu erfinden
Lange erwartet und bereits umstritten diskutiert kam bei Carlsen nun der zweite Band von Scott McCloud mit seinen Vorstellungen zur Theorie des Comics, zum Comicmarkt, zu seinen Vertriebswegen und zur Erneuerung von Comic durch das Internet in Deutsch heraus. Kritiker besprachen das Buch als deutlich zweigeteilt. Im vorderen Teil kämen nicht wirklich neue Erkenntnisse ans Tageslicht und wie McCloud sich die Gesetze des Marktes vorstelle, das sei zu blauäugig. Interessant ist allemal der zweite Teil des Buches, welcher schon eher die Versprechung des Buchtitels einlöst. McCloud erkennt, dass Comic, der nicht auf Papier sondern auf Bildschirm stattfindet, dessen Besonderheiten auch konsequent nutzen könne, ohne dass das Wesen von Comic verloren ginge. Das mündet dann also nicht in filmisch aufbereitete Panelfolgen, aber ein an einer Glasfaser hängender, potenter Computer wäre dennoch hilfreich.
Alias 2
Für nächstes Jahr hat Paninicomics bereits die deutschsprachige Ausgabe von Heften des Max-Labels angekündigt.
Eine ehemalige Superheldin geht in "Alias" ihrer Tätigkeit als gewöhnliche Detektivin nach. Doch dann bekommt sie es doch wieder in unangenehmer Weise mit ihrem Ex-Milieu zu tun.
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