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Frisch ausgepackt und aufgefallen: Andreas Dierks weist auf besondere Comics hin, die jetzt im Comicladen oder am Kiosk liegen.  [Folge 54]

Peter Pan 5

Peter Pan 5

Régis Loisel nahm sich viel Zeit für diese Arbeit. Im September 1996 erschien der vierte Band 'Rote Hand', im Januar 2002 konnte man in einer eigenen Ausstellung in Angoulême endlich die Originale des fünften Albums bewundern, die Exponate erklärten die lange Erarbeitungszeit teilweise, und nun liegt dieser zeichnerisch prächtig gemachte Comic auch in Deutsch vor. 1992 verlieh man ihm einen der fünf Max-und-Moritzpreise für die »Besten deutschsprachigen Comic-Publikationen«. Das Album erzählt vom Hass des Käpt'n auf Peter, den er als Ursache dafür sieht, dass ihm vom tickenden Krokodil eine Hand abgebissen wurde. An die Stelle der Hand bekommt der Käpt'n einen Haken, mit dem er den Jungen zu packen hofft. Doch da ist immer noch das Krokodil, welches es auf ihn abgesehen hat und seine Pläne sehr behindert. Die recht besondere, kaum kindliche Peter Pan-Erzählung kommt nur langsam voran und endet zwar mit einer überraschenden Entdeckung, doch wenn man sich vorstellt, wie lange man womöglich wieder auf die Fortsetzung warten muss, dämpft das den Lesespaß nicht unerheblich.


Sprechblase 187

In der Sprechblase 187 beginnt es, in ZACK 41 setzt sich das ganz neue Nick-Gefühl fort. Gerhard Schlegel von Laska Comix hat nach einem Text von Gerhard Förster eine 'Hommage an Wäschers Helden' gezeichnet. Und wenn Laska draufsteht, dann wird man darin nicht nur bierernste Science Fiction erwarten, sondern sich auch auf einen Spaß einlassen wollen. Und in diesem Sinne gerät dieses Nick-Abenteuer zu einem frischen Stück Comic, das alles enthält, was "Nick" ausmacht.

Sprechblase 187

Gleich zwei längere Artikel beschäftigen sich in vorliegendem Heft mit Perry Rhodan-Comics, einer schafft Rückblick und ein anderer kündigt eine neue Reihe an, die Uwe Anton schreibt. Mit Fleiß geht man zudem den Spuren Rolf Kaukas in Sachen "Tom und Biber", "Pip" und "Pepito" nach.

Comic! Jahrbuch 2003

Was der rege ICOM unter der Federführung von Burkhard Ihme da nun bereits im dritten Jahr an umfangreichen Ein- und Ausblicken zusammenträgt, das kann sich nur ein ausreichend starker Verein erlauben, dem das Vorantreiben und kritische Beobachten der Neunten Kunst so wichtig ist, dass man bereitwillig Teile der gemeinsamen Kasse dafür zur Verfügung stellt. Auch für das nächste Jahr ist die Herausgabe eines Jahrbuchs 2004 bereits beschlossene Sache.

Comic! Jahrbuch 2003

Von allgemeinem Interesse dürften die Interviews mit den in Erlangen für die Ausrichtung des Comic-Salons zuständigen Personen sein, wie geschaffen für die besorgte Gerüchteküche um die Zukunft des Salons nach dem Weggang Karl Manfred Fischers. Zahlreiche weitere Interviews und Aufsätze erlauben eine aktuelle Nabelschau der deutschsprachigen Comicszene.


Kosmopolit 1

Sascha Thau macht es jenen Lesern nicht leicht, die von einem Agentencomic nur eine einfache Folge klar gezeichneter Abläufe erwarten. In einer Collage von Textzitaten und fotonahen Bildsequenzen wird die Handlung und ihr Hintergrund umschrieben, angedeutet, in Licht und Schatten gesetzt, dass man am Ende nahezu überrascht ist, der Lektüre einen nachhaltigen und befriedigenden Eindruck von Erzählung und Handlung entnommen zu haben.

Kosmopolit 1

Ein CIA-Agent, geführt mit dem Codenamen "Kosmopolit", entschließt sich, aus dem mächtigsten Geheimdienst unserer Welt auszusteigen und gegen dessen Machenschaften anzugehen. Seine dabei zum Schutz seiner Identität getragene Gasmaske hält seine Gegner hoffentlich lange genug auf ausreichenden Abstand.

Abersen 1

Abersen 1

Marc N'Guessan wäre fast Verwaltungsangestellter geworden, bevor er sich besann, doch besser Comics zu zeichnen. 1993 landete er mit "Gadel der Verrückte" seinen ersten Treffer, dann folgte 1996 "Petit d'homme" und nun liegt wiederum ein Fantasy-Album vor, welches dieses Jahr in Angoulême den Sprung auf die Nominierungsliste für die besten Erstlingswerke schaffte. In der kurzweiligen Erzählung wird Hotis, ein bei einer Attacke von Krekersern aufgespießter Minenarbeiter, durch einen sonderbaren Vorgang wieder lebendig. In Bachel, einer Frau mit arg lädiertem Kopf, findet er eine Schicksalsgenossin. Mit Janko und Abersen, recht eigenartigen Geschöpfen fremder Welten, macht man sich gemeinsam auf den Weg heraus aus aller Not und bedrohlichen Magie.


Die Erscheinung der Phantasie

Wie der Autor des nebenstehend vorgestellten "Kosmopolit" so nutzt auch Henrik Schrat in seiner durch Mittel der Dresdner Bank und der Stadt Frankfurt a. M. geförderten Arbeit zum Thema Börse originale Textzitate, die er seinen manchmal comicähnlichen Bebilderungen an die Seite stellt.

Die Erscheinung der Phantasie

Er nimmt dabei nicht offen Partei für eine der vielen Meinungen, ob man zum Beispiel mit Phantasie oder mit nüchterner Analyse oder einfach nur durch Glück auf dem Börsenparkett besser vorankomme, sondern sucht grafische Hinweise, wie etwa lange, rote Nasen oder ein Gegenüber von Frauen- und Männerfigur, zu einer eigenen Erschließung der Vorgänge zu geben. Angesichts der aktuellen Lage an den Börsen liest sich der Band mit persönlichem Gewinn.

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