Parasiten 2
Ein neues Cover, etwas anders koloriert, schöner gelettert, Dirk Schulz kann die Gunst des derzeit erfreulich großen Interesses am Fantasy-Comic nutzen und neben "Indigo" nun auch seine von Delia Wüllner geschriebene und phantasievolle Serie "Parasiten" erneut veröffentlichen. Die erste Auflage erschien 1995/98 bei Splitter. Shadah, rothaarige Titelheldin, und Jilf, Ex-Bungee-Fischer, erreichen im zweiten Band eine ihnen unbekannte Welt, die sich all die Zeit unterhalb von San Al'Dogan in einer riesigen Kuppel hängend befand, nur durch das todbringende Maul des Wächters von der jetzt umgestürzten Stadt getrennt. Eine noch nicht ganz entrollte Karte am Anfang des neuen Albums lässt ahnen, dass Shadah und Jilf auf Grund der missratenen Seelenwanderungen in der für Februar 2003 angekündigten Fortsetzung vielleicht noch tiefer fallen werden.
Eagle 2
Wem beim Stichwort Manga nur Geschichten mit (be-) zaubernden Mädchen, heldenstarken Jungs, schwertschwingenden Kämpfern oder Sex & Blood-Orgien einfallen, dem sei zur Erweiterung seines Horizonts einmal dieser bravourös gemachte Politthriller empfohlen.
Zwar steht im Label auf dem Cover 'adult', doch diesmal ist das nicht als Warnhinweis für zarte Gemüter oder Hypertoniker zu verstehen, sondern als Hinweis darauf, dass die Erzählung auch den erwachsenen Leser hinsichtlich der Ausgestaltung der Charaktere und der Vielfalt an Motiven fesseln kann. Warren Ellis als (einzigen) Lobredner für die Serie auf der hinteren Umschlagseite zu zitieren, ist angesichts von dessen meist wenig feinfühligen, schrillen Comics irreführend. Brutalität und Science Fiction hat man in "Eagle" nicht zu erwarten, die Spannung erwächst vielmehr aus verdeckt rätselhaften, seelischen Auseinandersetzungen von Menschen im Wahlkampf der heutigen USA.
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Asterix Mundart 49
Man nehme einen Satz aus dem Hochdeutschen, ersetze 'ver', 'ger', 'zu' usw. durch 'va', 'ga', 'ze', anschließend jedes 'g' durch ein 'j', und dann die Pronomen richtig ankleben, vastehste?, und schon hat man einen "Asterix"-Band ins Berlinerische übertragen. Dem interessierten Laien mag es auch angesichts der relativ kurzen Vokabelliste zu Beginn des neuesten Mundartbandes so vorkommen, als beschränke sich der Dialekt, den manch einer durch Texte unter den Zeichnungen Heinrich Zilles im Ohr zu haben glaubt, im Grunde auf gern gepflegte Sprachfehler.
Aber bei der Lektüre taucht dann doch hin und wieder jener Sprachwitz auf, den man von einer echten Berliner Schnauze auch erwartet. Dennoch ist es für den auswärtigen Leser womöglich spannender, sein Sprachvergnügen mit einem "Asterix"-Album zum Beispiel in Südtirolerisch zu suchen.
Rising Stars 3
113 Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten sind das Ergebnis des Einschlags eines Meteors zur Zeit ihrer Zeugung. Einer davon ist Pyre, ein Feuermann, eine Variante des Human Torch, dessen Abenteuer schon 1939 im ersten Heft der Serie "Marvel Comics" auftauchten. Ein anderer jener 113 Specials, der Poet genannt wird, kann gefährlich gut mit elektrischer Energie umgehen, ähnlich Marvels Electro von 1964.
J. Michael Straczynski greift sich aus der Fülle an Figuren des Superheldencomic einige heraus, variiert sie und stellt sie in einen neuen Rahmen, um eine Geschichte zu erzählen, in der der Energieerhaltungssatz eine zentrale und mörderische Rolle spielt. Werden sich die Specials im Kampf um Energie alle gegenseitig umbringen?
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Der dunkle Ritter kehrt zurück
Dreifach folgerichtig, dass Panini den Klassiker "Der dunkle Ritter schlägt zurück" jetzt neu herausgibt. Zum einen ist dieser Band, mit dem Carlsen 1989 seine famose Batman-Reihe begann, seit längerem vergriffen gewesen, zum anderen kam jüngst "DK2" heraus, also die Fortsetzung jenes erzählerischen Meilensteins, und zum Dritten hat man mit "Ronin" gerade einen weiteren Titel Frank Millers neu aufgelegt. Während Andreas C. Knigge im Vorwort der Carlsen-Auflage die Besonderheiten des Bandes (zur damaligen Zeit) hervorhob, kommt im Vorwort der Neuauflage von Panini der Autor selbst zu Wort. Er erklärt darin, dass die Idee, Robin als Mädchen zu verstehen, von Jaime Hernandez ("Love & Rockets") kam. Ein weiterer Unterschied zur Erstauflage besteht in glänzenderem Papier und einem Anhang mit dem originalen Plot und Auszügen aus dem Skizzenbuch Frank Millers.
Batman - Die Welt des dunklen Ritters
Der Autor Scott Beatty ist Literaturwissenschaftler, was erwarten lässt, dass sein Sekundärwerk zu Batman eher nüchtern Fakten aneinanderreiht, historische, soziologische oder politische Einordnungen schafft, Varianten zu Batmans Genese vergleicht und so fort. Doch derart akademisch ging er die Sache nicht an.
Man spürt, dass Beatty auch Fanboy ist, der ebensolchen das Batman-Universum Stichwort für Stichwort erklärt. Für den mehr an der Historie Interessierten findet sich am Ende des großen Bandes eine mehrseitige Timeline.
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