Nicolas Eymerich 1
Erst in den Himmel und ins Jahr 2194 und dann auf die Erde, ins Königreich Aragonien, 1352, zu jener Zeit, als Inquisition und Pest den Menschen schwer zu schaffen machten, folgt man der Erzählung über Nicolas Eymerich. Nach einer Romanvorlage von Valerio Evangelisti setzte Jorge Zentner die Karriere des werdenden Inquisitors in Szene. Die Geschichte bekommt ihren Pfiff durch die Verschränkung von Abläufen zweier Parallelwelten. Während die Menschen von 1352 unerklärliche Erscheinungen als Visionen wahrnehmen, die sie in ihrem (Aber-) Glauben antreiben, liefert der Blick von 2194 her offenbar etwas Anstrebenswertes: "Sie glauben noch! Stell dir das mal vor... 1352 glauben sie noch!"
Dirt Girl
Naomi Fearn kann auch anders als in "Zuckerfisch". Jugendfreie Häschenwitze sucht man in "Dirt Girl" vergebens - dafür gibt's Sex, Drugs, Rock'n'Roll, vollgekotzte Stiefel, brennende Handtaschen und attraktive junge Männer. Auch beim (schwarz-weißen) Zeichenstil hat sich einiges getan: Reifer, origineller und verspielter ist er geworden - da hat die Zeichnerin wohl (un)heimlich geübt. Besonders ins Auge stechen die feinen Kreislinien, die beispielsweise lange Herrenwimpern highlighten.
Fearn zeigt außerdem, dass sie rasant erzählen kann, Dialoge schreiben wie aus dem echten Leben und zwischen all dem derben Humor mal eben dahin pieken, wo's richtig weh tut. Mit der stets bemützten Titelheldin "Dirt Girl" alias "Dee" oder einfach "D." bereichert sie die deutsche Comiclandschaft um die coolste Protagonistin ever. Mehr! (rö)
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Legende 1
Der rechtmäßige Herrscher - ermordet. Tristan, sein einziger Sohn, im Säuglingsalter - gerettet, im Walde verloren, von einem Einsiedler aufgezogen, gejagt von den Häschern der Vatermörder. Fehlt nur noch eine düstere Prophezeiung und ein außergewöhnliches Mutter- mal. Die Geschichte, die Yves Swolfs hier erzählt, ist nicht gerade brandneu. Hinzu kommt, dass die Erzählung durch die zahlreichen Zeitsprünge etwas holprig wirkt. Andererseits gibt es da Swolfs' gutes Gespür für Spannung, Atmosphäre und Situationen, und die realisti- schen, detailreichen Bilder in beeindruckender Farbigkeit.
"Legende 1 - das Wolfskind" ist der erste Band eines Mittelalter-Epos, das die Geschichte des erwachsenen Tristan erzählt. Nachdem nun die Vorgeschichte ausgebreitet ist und die wichtig- sten Figuren eingeführt sind, werden die nächsten Bände zeigen, was Swolfs daraus macht. (rö)
Boy's next door
Der nebensächlichen und doch spannenden Frage, ob es wohl "Boy's next door" oder "Boys next door" heißen müsste (wie es der Verlagsprospekt ursprünglich ankündigte), geht man in der ersten Geschichte dieses dreiteiligen Manga gerne nach. Zeigt sich da nun die nächste Tür des Jungen oder ist nebenan ein Junge oder wohnen gar mehrere Jungs nebenan? In diesem Psychothriller geht es um den einen Jungen, in den sich Adrian Clay endlich ohne Lebensgefahr verliebt. Ist damit das Glück perfekt?
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Blake und Mortimer - Kampf um die Welt
Haben Sie aus Ihren frühen Jugendjahren noch jene Abenteuercomics mit Blake und Mortimer im Kampf um die Welt im Regal stehen? Ab 1986 erschienen diese Alben in Deutsch, schon ab 1950 in Französisch. Doch das davon verschiedene Original ist noch älter. Edgar P. Jacobs ließ die Welt bereits 1946 in Tintin von den beiden Helden retten. Diese ersten 18 Seiten der Origi- nalausgabe liegen dank Salleck jetzt in Deutsch vor.
Versus
Too cool to care: Monster- clown Serge und Grünfresse Gazegull kümmern sich einen Dreck darum, ob wäh- rend ihrer endlosen Prügel- orgie die Welt untergeht oder das Raum-Zeit-Kontinu- um zerbröselt. Genauso unbekümmert verzichten die beiden Berliner Zeichner Alex Gellner und Mana darauf, den Mangel an logischer Hand- lung und tieferem Sinn mehr als notdürftig zu kaschieren.
Ist aber auch nicht nötig, denn dafür steckt "Versus" voll mit skurrilen Einfällen (z.B. Horden von Robo-Insek- ten und den freundlichen Damen von der L.E.S.B.O.-Force), rasanten Pinselstri- chen und Schwindel erregen- den Perspektiven. Dass das Genre Superheldencomic hier nicht bitterernst genom- men wird, macht dann spä- testens der spaßige Anhang klar. "Versus", jetzt in Farbe gedruckt, ist schwarzweiß schon beim ICOM-prämierten Online-Fanzine Inkplosion erschienen. (rö)
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