Sie dürfen sich jetzt küssen
Diesem Ralf König können die anderen Autoren von Comics über die schwule Szene das Wasser nicht reichen. Das wird gerade jetzt deutlich, wo neben einem neuen und gut aufgelegten König auch zwei andere neue Schwulcomics (siehe unten) in den Läden liegen. Damit sei nicht gemeint, dass die anderen schlechter zeichneten, vielmehr erweist sich König bei den Schilderungen aus dem Alltag, im Setzen von Pointen, im humorigen Tiefgang überlegen. König zeigt beim Spinnen langer Erzählfäden Geschick und Ausdauer. Dieses brauchen auch Konrad und Paul, die sich nach vielen Jahren wilder Ehe endlich vor dem Standesamt "gleichgeschlechtlich verpartnern" wollen. Doch das Leben wirft den beiden Ehewilligen erst einmal Knüppel zwischen die Beine.
Kurzgeschor'n
Stefan Zeh hat in seinem ersten Album kürzere Comics, zumeist auf einen Abschlussgag bedachte Einseiter versammelt, die im Leder-Milieu anzusiedeln sind und vornehmlich das Sexuelle an sich zum Thema haben. Slapstick und Klamauk kommen nicht zu kurz. Geflügel auf dem Kopf hat man schon bei Mr. Bean gesehen. Die Gestaltung der Seiten macht gelegentlich einen unreifen und unruhigen Eindruck. Aber das wundert auch nicht, denn wie sagt die CSD-Fee: "Schwule! Wissen nie, was sie wollen! Ick schul um auf Lottofee!"
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Golden Boy 7
"Das war ein wunderschöner Stöhner, Fräulein Yoko! So energiegeladen. Ich hab wieder was dazugelernt." Kintaro Oe trifft auf Yoko Morimura, sie ziehen sich zum Trocknen in eine abgelegene Höhle zurück und dann zeigt Yoko dem gelehrigen Schüler, ääh..., was sich alle Jungen wünschen.
Ab Band 6 empfiehlt der Verlag diese Mangaserie nur noch für Leser über 18 und schweißt sie ein, "weil die Abenteuer noch etwas expliziter ausfallen". Für die 16-Jährigen bleiben aber noch die Bücher der "Manga Love Story", um sich das nötige Fachwissen zu holen.
Abenteuer eines Joe Boys!
In einer eher süßlichen, naiv-träumerischen Atmosphäre spielen die Schwulcomics von Joe Phillips, die jetzt in einem ersten Band vereint wurden. Die Zeichnungen wirken so rein und die Geschichten geraten so unbeschwert, als stünde Walt Disney auf dem Cover.
"Das Leben eines Joe Boys scheint so einfach und voller Freuden zu sein." Der Schreiber des Klappentextes hebt ebenfalls auf das Unwirkliche in diesen Comics ab und vermerkt, dass Joe Phillips Welt aber genau die sei, an der seine vielen Leser Vergnügen haben.
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Horst 11
Da hat sich Horst, der Rammler, letzte Nacht aber eine merkwürdige junge Dame angelacht, die sich richtig in ihn verliebt zu haben scheint, von einem gemeinsamen süßen kleinen Baby spricht und auf Dauer mit ihm zusammenleben möchte. Wie wird er die nur wieder los? Horst ist wieder einmal in Nöten, erlebt seine erotischen Kapriolen beim Schwarzen Turm aber ab sofort in Farbe, was "Die kleine Seifenoper" von Alex Macartney einschließt.
Schlüpferlupfende Mangaschlampen
Levin Kurio muss wohl haufenweise Erotik-Manga gelesen haben, dass er das Wesentliche dieser Comics so treffend auf den Punkt bringen konnte. ;-)
In der Reihe "Weissblechs weltbeste Comics" nimmt der Zeichner seit vier Jahren in heftig-erotischer, aber eben auch in satirisch-pointierter Weise, unseren geliebten Alltag auseinander. Als den tapferen drei Kampfroboter-Pilotinnen in der Dusche die Kleidung geklaut wird, denken alle gleich an den armen Hiro, den perversen Kerl, der gerade die Klobrillen im Mädchen-WC ableckt.
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