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Frisch ausgepackt und aufgefallen: Andreas Dierks weist auf besondere Comics hin, die jetzt im Comicladen oder am Kiosk liegen.  [Folge 23]

Nestor Burma: Wie steht mir Tod?

Nestor Burma: Wie steht mir Tod?

Die Produktivität des Jacques Tardi ist ungebrochen. Just sind "Soldat Varlot" und "Abwärts" erschienen, da liegt mit einer neuen Nestor Burma-Adaption bereits ein neues Album in gewohnt solider Aufmachung in den Läden. In dem im Jahr 1956 angesiedelten "Wie steht mir Tod?" bemüht sich der Detektiv Nestor Burma mit Hilfe seiner Sekretärin Hélène Chatelan den Machen- und Liebschaften eines Tenors nachzuspüren, der so erfolgreich über seine 'Gondole d'Amour' singt, dass offenbar auch ein eigenartiger Fanclub davon profitiert. Und außerdem ist ein alter Bekannter von Hélène verschwunden, der wohl mit der Agentur des Sängers zu tun hatte. Damit kann ein Krimicomic beginnen, den Tardi in bewährter Manier authentisch gestaltet und an dessen Ende sich in ebenfalls klassischer Weise Mörder entlarven lassen sollen.


BoDoï 46

"Und jetzt?" titelt die November-Ausgabe des französischen Comicmagazins und verweist damit auf Angriffe auf New York, die so mancher Comicautor bereits einmal in der ein oder anderen Weise in seinem Szenario stehen hatte.

BoDoï 46

In welchem Licht erscheinen den Autoren angesichts der Ereignisse des 11. Septembers ihre Comics, in denen New York zerschossen, per Atombombe vernichtet oder unter den Fluten abschmelzender Polkappen begraben wurde, fragt der Leitartikler des Magazins. Pierre Christin und andere Autoren bleiben ihre Antwort darauf nicht schuldig. Christin schreibt, er habe zehn Minuten bevor er die Nachricht von der Terrorattacke auf die Twin Towers im Radio hörte, an Art Spiegelman ein Exemplar seines neuesten "Valérian" mit einer Widmung geschickt gehabt, in der er über die Katastrophe, die New York in einem "Valérian" erlebt, gewitzelt hatte. Leider konnte er die Postsendung nicht mehr stoppen. So wie Christin schildern auch die übrigen Autoren ihre Betroffenheit, darunter Denis Bajram, der in "Universal War One" zum Zeitpunkt der Terrortat gerade dabei war, New York in Schutt und Asche zu legen und die Freiheitsstatue in die Luft zu sprengen.

medien & zeit 3/2001

Dietrich Grünewald ist durch sein beachtliches Buch "Comics" im letzten Jahr als sorgfältiger Analytiker aufgefallen. Für die Ausgabe 3/2001 der Zeitschrift medien & zeit wiederholt er nun nicht etwa das einführende Beispiel seines o.a. Buches, sondern er wählt ein neues, an welchem seine Herangehensweise an die Suche nach den Spezifika von Comic deutlich wird.

medien & zeit 3/2001

Würden wir als unbedarfte Comicleser aufgefordert, einen Comicstrip aus "Calvin und Hobbes" zu beschreiben, kämen uns Sätze wie 'Da sitzt Calvin neben seinem Tiger im Bett' über die Lippen. Grünewald macht das anders: "Beide Figuren sind etwa in Brusthöhe durch eine leicht gewellte horizontale Linie abgeschnitten - eine 'Unbestimmtheitsstelle', die der Betrachter aufgrund seiner Seh- und Körpererfahrung im Kontext der weiteren grafischen Angaben leicht zu ergänzen weiß: Tiger und Junge sitzen in einem Bett" [...] Diese genaue Beobachtung aller Details ermöglicht eine Abschätzung der Leistung des Lesers einer Panelfolge und der des Künstlers. Und überdies bietet es Ansätze, darüber zu sinnieren, was Comic ist. Grünewald macht das, nennt frühe Beispiele von Bildfolgen (Trajans-Säule, Giotto u.a.m.), spricht vom "Prinzip Bildgeschichte", er hält jedoch die Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Werk für wesentlicher. Über den weiteren Inhalt von medien & zeit 3/2001 informiert deren Website.


Werners kleine Eckige 1

Nicht nur Meister Röhrich recycelt mit Hingabe gebrauchte 'zöllige Schieber', auch Achterbahn verwendet Altbewährtes gerne wieder.

Werners kleine Eckige 1

Diesmal hat man sich für die bekannten Geschichten um den dusseligen Klempnermeister ein kleines Format ausgedacht (4 1/3 Zoll auf 6 1/7 Zoll), so dass Röhrich auf engstem Raum inner Klosett-Schüssel koppheister gehen kann. Sabbel nich. Dat geit!

ZACK 30

ZACK 30

Für ein "Rudi"-Album braucht Peter Puck etwa drei Jahre. Im Interview, welches in der neuen ZACK abgedruckt wurde, erzählt der akribisch arbeitende Zeichner, dass er die Energie für die monatlich vorzulegende eine Seite nur deshalb aufbringe, weil er müsse. Das klingt nach hartem Brot. Wenn man die von witzigen Einfällen strotzenden Seiten liest, möchte man ihm aufmunternd zurufen, dass sich seine Mühe jedenfalls lohne. Des Weiteren bringt die ZACK 30 u.a. den deutschen Text der eMail, die Art Spiegelman der Frankfurter Buchmesse schrieb, und ein Interview mit Batem ("Marsupilami").


Die Abenteuer des kleinen Harald 1

In Anspielung auf den berühmten Zauberlehrling Harry Potter erlebt der mäßig fleißige Zaubereischüler Harald im Comic seine Abenteuer, die aus Ungeschicklichkeiten von ihm oder von seinem lispelndem Zauberdrachen Franziskus erwachsen.

Die Abenteuer des kleinen Harald 1

Ein Defekt am Zauberportal lässt den kleinen Harald von einer Situation der Zeitgeschichte zur nächsten gelangen, was nicht gerade eine neue erzählerische Idee ist, die hier von Arnd Böhm aber einfallsreich ausgestaltet wird. Damit erklärt sich dann auch die Abbildung einer untergehenden Titanic, eines altvertrauten Sternenschiffs, eines attackierenden Dinosauriers und eines mit dem Flammenschwert ausholenden Cherubs auf dem Cover.

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