Comixene 64
Jean Giraud (aka Moebius) spricht davon, Angst vor Direktkolorierung zu haben, wenn es um "Blueberry" ginge. Hier habe sich ein (konservativer) Stil gefestigt, den man nicht einfach ändern könne, ohne dass sich dem Leser die Haare sträubten. Doch - na klar - Giraud macht es trotzdem, jedenfalls einige Seiten lang zur Probe. Die Comixene 64 druckt diese Geschichte 'Drei schwarze Vögel' ab, die nun zwar in couleur directe daherkommt, aber dann in der Seitengestaltung an einen alten Münchner Bilderbogen erinnert. Ein Interview mit Giraud über Neues zu "Blueberry" und der Vorabdruck von Uli Oesterles "Hector Umbra" sind weitere Höhepunkte dieses Hefts.
Ruse 1
"Mein Name ist Emma Bishop. Manche nennen mich den Partner Simon Archards, des größten Detektivs der Welt. Andere bezeichnen mich einfach als seine Assistentin." Die mit der besonderen Gabe des Einfrierens der Zeit bedachte Emma Bishop scheint mit ihrer Rolle an der Seite des großen Detektivs nicht ganz zufrieden zu sein.
Beim Lesen von "Ruse" fühlt man sich in einen Sherlock Holmes-Comic versetzt, in dem übernatürliche Fähigkeiten ganz selbstverständlich dazugehören.
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Das Antlitz der Isabella Krassnitzer
Was der Titel mit dem Inhalt des ersten Hefts einer abermals neuen Comicheftreihe der Edition 52 zu tun hat, das bleibt unklar, aber die Pointe am Schluss der Erzählung aus dem Wurstbudenmilieu ist jedenfalls gut gesetzt und klar.
Sprachlich holperig beginnt Marc Herold die Heftreihe "publikation enemy", die sich von dem nachdenklich Neuartigen und verspielt Poetischen der Reihen "elinguis!" und "Ubu Imperator" deutlich absetzt. Auf eine Wurstbude stürzt der Nielsen-Tommy zu, der weinend gesteht, die Schlampe Jessica gekillt zu haben. "Sowas... Die Jessica. Das möchte ich ja gar nich' glauben, möcht' ich das..." stammelt der Wurstbuden-DJ (!).
ZACK 50
In goldenen Lettern leuchtet oben links die 50 auf dem Cover der Jubiläumsausgabe des (neuen) ZACK-Magazins, auch wenn man vom Jubiläum im Inneren des Heftes gar nichts merkt. Vielmehr geht alles seinen gewohnten Gang, wozu hier die Vorstellung von "Franka" und von Henk Kuijpers, dem Zeichner dieser Serie, gehört. Die Einbindung frischen Materials aus Belgien gelingt weiterhin mit "Chinaman" und "Green Manor".
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Out There 1
Was passieren kann, wenn man einen Pakt mit dem Bösen eingeht, beschäftigt Märchenerzähler, Top-Schriftsteller und die Macher von Theater immer wieder. Hier wird das Thema einmal für den Comic ausgelegt und von Humberto Ramos sehr sehenswert gezeichnet. In der kurzweiligen Geschichte ist Draedalus das Monster, welches der Gemeinde El Dorado verspricht, ihre Kinder vor Verbrechen und Drogen zu schützen. Man wird sehen, ob Monster solche Versprechen halten können und wollen oder ob da draußen auf die Kinder nicht viel Schlimmeres zukommt.
Männliche Strategien
Rattelschneck, die seinerzeit bei Jochen Enterprises mit "Dem weißen Häschen zwischen die Ohren" ihren zum Teil recht bissigen Witz ins Bild setzten, liest man jetzt beim Schweizer Verlag Kein & Aber, der auch Titel von Bernd Pfarr herausgibt.
Selbst wenn der handliche Hardcoverband kaum Comics enthält, so immerhin eine schlagende Portion Komik, die von der herzhaften Beobachtungsgabe der beiden Autoren zeugt.
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