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+++ Keos +++
Jean Pleyers/Jacques Martin: KEOS. Je 48 Seiten, Farbe, HC, DM 24,80.
Aus dem Französischen von Uta Tschentscher ("Keos", Casterman 2000). Lettering: Computer. Casterman, 2000

Mit "Alix" hatte Jacques Martin 1948 den Historiencomic "erfunden". Nachdem die Welt der Römer in dieser Serie ausreichend abgehandelt war und es Anfang der 90er Jahre Schwierigkeiten mit dem Verlag Casterman gab, wandte der Franzose sich anderen antiken Themen zu: den Griechen in "Orion" und den Ägyptern in "Keos".

Letzteres entsprang einem Vorschlag des Zeichners Jean Pleyers, der bereits eine andere Historienserie Jacques Martins, "Jhen", zu Papier gebracht hatte. Der erste Band von "Keos" erschien 1992 bei Bagheera, der zweite ein Jahr darauf bei Hélyode. Inzwischen hat sich der abtrünnige Autor wieder mit Casterman versöhnt, so daß hier im vergangenen Jahr eine durch einen dritten Band ergänzte Neuauflage erscheinen konnte. Seit März liegen die ersten beiden Folgen auch auf deutsch vor.

Sie schildern Ägypten zur Zeit um 1200 vor Christus. Ramses II. , der übergroße Pharao, liegt auf dem Sterbebett. Dafür, daß ihm sein Untergebener Mennah Seter freiwillig ins Jenseits folgt, wird dessen Sohn Keos in den Rang eines Prinzen erhoben. Schnell bekommt Keos einen Eindruck von dem am Hof herrschenden Intrigenspiel, bei dem auch Moshe, der Anführer der Kanaaniter, seinen Vorteil zu wahren weiß. Moshe (Moses) will sein Volk aus Ägypten führen und braucht dazu die Hilfe des frischgebackenen Edlen.

Die Martinschen Comics sind durch ihre Textlastigkeit bekannt. So gibt es auch in "Keos" nicht nur viel zu sehen (Pleyers bemüht sich in der Darstellung um eine große Detailtreue), sondern auch viel zu lesen. Das Übermaß an Erzähl- und Dialogtext fällt leider besonders deswegen auf, weil der Herausgeber sich für ein schrecklich eintöniges Computer-Lettering entschieden hat.

Mit der dynamischen Erzählweise neuer amerikanischer und japanischer Comics kann diese Serie nicht konkurrieren. "Keos" ist altmodisch. Gerade das aber macht einen gewissen Reiz aus. Wenn der Verlag auf die Martin seit "Alix" treu ergebenen Fans setzt, so wird diese Rechnung wohl auch hierzulande aufgehen.

Eckart Sackmann

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Copyright © 2001 Verlag Sackmann und Hörndl

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