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+++ Otto B. Pöschl +++
Franco Saudelli: OTTO B. PÖSCHL. 2 Bde. à 88 Seiten, s/w, DM 14,80.
Aus dem Italienischen von Rossi Schreiber ("Porfiri", SAF). Lettering: Computer. Schwarzer Klecks, Januar 2001
Anfang der 80er Jahre, als die italienische Szene mit der Zeitschrift Orient Express zu neuen Ufern aufzubrechen schien, gehörte auch Franco Saudelli zu den vielversprechenden Talenten. Da sich die Hoffnungen auf eine Etablierung der Comics als Buchkultur bald zerschlugen, blieben "L'Uomo di Wolfland", "La Figlia di Wolfland" und das auch auf deutsch veröffentlichte "Iberland" ohne Fortsetzung. Mit dem für Orient Express in schwarzweiß gezeichneten Detektivcomic "Porfiri" suchte sich der Zeichner 1985 einen neuen Helden. "Porfiri" spielte in Deutschland, das der Italiener offenbar aber nur fragmentarisch kannte, denn bis auf einige Inschriften, Bildzitate und die Figur des Helden ist dieser Comic sehr undeutsch. Inhaltlich sind die Erlebnisse des Otto B. Pöschl (im Original Otto Zaccaria Porfiri) ziemlich mau. In den nicht selten mit einer Prose Esoterik und Sex gewürzten Kurzgeschichten geht es um undurchsichtige Familienzwistigkeiten, deren Aufklärung den Detektiv selbst am meisten zu überraschen scheint.
Als Zeichner war Saudelli um einiges besser denn als Autor, was in der jetzt bei Schwarzer Klecks vorliegenden, im Format gegenüber dem Original stark verkleinerten Ausgabe leider kaum zum Ausdruck kommt. Gerade die frühen Folgen der Serie - die deutsche Ausgabe ist eine Mischung aus verschiedenen Phasen des Zeichners - sind sehr ansehnlich. Damit soll aber nicht eine Besonderheit dieses Comics gemeint sein, die bereits das eigentliche Interesse des Italieners ankündigte. Im Laufe seiner Nachforschungen stößt Pöschl immer wieder auf kunstvoll gefesselte Exemplare der Damenwelt. Indem er sich auf solche Geschmacklosigkeiten konzentrierte, erntete Saudelli mit dem ab 1987 geschaffenen Bondage-Comic "La Bionda" schließlich den ersehnten Ruhm.
Eckart Sackmann
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