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RRAAH! online aus RRAAH! #50 (Februar 2000)


Themen: [Fansites] [MAD] [Suske und Wiske] [Mosaik] [Dirk Schulz] [Hansi Kiefersauer] /  [zurück]

Fansites im WWW

Das World Wide Web (WWW) war von seinen Müttern und Vätern als ein großes bebildertes Lexikon gedacht, zu dem jedermann zum Nutzen aller beitragen kann. Das auf diesem Wege angestrebte gemeinsame Wissen erreichen wir aber wohl weniger durch Kaufhauskonzerne und Chatroom-Anbieter, als vielmehr durch das unermüdliche Zusammentragen von einzelnen Fakten durch Leute von nebenan, die sich beispielsweise mit moderner Literatur, dem Andromeda-Nebel, Papierfalttechniken oder Hugo Pratt beschäftigen. Manchmal gewinnt man beim Blättern durch die Seiten des WWW heutzutage den Eindruck, als gingen diese wertvollen Webseiten der Hobby-Treibenden und Privat-Forscher im Rummel der Marktschreier und Blickfangjäger der dritten Webdesign-Generation unter. Tun wir etwas dagegen, surfen wir bei den Comic-Fans vorbei, nehmen wir sie uns als Vorbild und schreiben selbst eine Homepage zu unseren bevorzugten Comics! Marco Mütz' Asterix-Lexikon haben wir im RRAAH! magazin 45 bereits vorgestellt. Hier nennen wir Ihnen weitere mustergültige Fansites, die Anregung zur Eigeninitiative sein mögen.

MAD Als nach über 30-jährigem Schaffen für das MAD-Magazin der Zeichner Don Martin starb, erfuhr man im deutschsprachigen WWW davon umgehend auf der MAD-Homepage von Torsten Latussek aus Chemnitz. Der jetzige amerikanische MAD-Verlag DC gab auf seiner Site bis heute dazu weder eine Nachricht ab oder nahm gar eine Ehrung des Lebenswerks des Zeichen- und Soundword-Meisters ("SHTOINK") vor, was daran liegen mag, dass "Martins Verhältnis zum amerikanischen MAD zuletzt aus diversen Gründen negativ belastet war", wie man auf einer Webseite des deutschen MAD-Verlegers Dino erfährt.

Don Martin

"Nachdem das alte MAD eingestellt wurde, wurde ich aktiv und habe eine MAD-Fanpage gegründet, die ich dann immer weiter ausgebaut habe, vor allem als die Gerüchte von einem Relaunch aufkamen, habe ich meine Seite regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht", beschreibt Torsten Latussek sein Engagement, zu dem außer dem Schreiben der MAD-News und einem Newsletter auch eine Vorschau auf den Inhalt kommender MAD-Hefte des Dino Verlags und Listen von MAD-Büchern, -Links und -Sammlerobjekten gehören. Interessant für die MAD-Fans der ersten Stunde dürfte zum Beispiel der Hinweis auf die CD-ROM-Sammlung "Totally MAD - Every Issue of MAD Magazine on CD-ROM" sein, die angeblich sämtliche der über 500 amerikanischen MAD-Hefte in gescannter Form zu einem akzeptablen Preis enthält (auf 7 CD-ROMs).

Eine andere MAD-Fansite hat Mario Müller aus Unterwellenborn, Thüringen, geschaffen, die er mit "weltweit größtes Faktenarchiv für das Deutsche MAD" überschreibt. Und tatsächlich listet Mario Müller zu vielen Heften der alten deutschsprachigen MAD-Ausgabe und zu allen Heften der neuen Reihe detailliert auf, welche Beiträge die einzelnen Hefte enthalten und wer diese jeweils gezeichnet habe.

Durch Müllers Listen fällt einem auf, wie viele deutsche Zeichner und Autoren mittlerweile am Dino-MAD mitarbeiten. Etwa zwölf Zeichner und Autoren (u.a. Matthias Kringe, Ralph Ruthe, Guido Neukamm, Michael Vogt, Andreas Dierßen und Martin Frei) füllen ein gutes Drittel des neuen Hefts, worunter Ralph Ruthe als jemand hervorragt, dessen Funnys nicht nur in gedruckter Form (bei Boiselle & Löhmann und bei Dino) sondern auch auf einer eigenen, gut gemachten Website Verbreitung finden.

Suske und Wiske Für die Freunde von "Suske und Wiske" von Willy Vandersteen hat Manfred Härtel, Neuwied, Webseiten geschrieben, die den Stand seiner Nachforschungen zu den deutschsprachigen Veröffentlichungen dieser Serie wiedergeben. Sorgfältig führt er alle ihm bekannten Fundorte seit dem ersten Auftauchen 1953 im "Dalla" des Waso-Verlags bis zur heutigen "Suske und Wiske"-Ausgabe auf, die 1998 durch den PSW-Verlag gestartet wurde, und ordnet ihnen jeweils den Titel der belgischen Albenveröffentlichung zu.

Beachtlich ist auch die Liste an Links, die Manfred Härtel auf Manfreds Suske und Wiske Seite zusammengetragen hat. Wer sich auf eine Rundreise durch die zahlreichen hier aufgeführten Webseiten begibt, wird von der Stadt Antwerpen, der Geburtsstadt von "Suske und Wiske", über das Amsterdamer Planetarium bis zum belgischen Finanzministerium geführt. Eine Seite mit Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) ergänzt die Site in nutzbringender Weise.

Mosaik

Helmut Müller aus Wolfen, Sachsen-Anhalt, stellte eine Datenbank zu "Mosaik" auf die Beine und ins WWW, die Tabellen mit allen Titeln der verschiedenen "Mosaik"-Ausgaben ab 1955 umfasst. Hinzu kommen Listen der Digedag- und Abrafaxe-Alben und -Sammelbände, sowie Übersichten zu Zeitungsveröffentlichungen und zur Sekundärliteratur jüngeren Datums. Zudem verbergen sich hinter den Stichwörtern Hegenland und Abrafantasien etwa drei Dutzend für den Fan oder Sammler interessante Artikel. Helmut Müllers Mosaik Online Fanzine ist auch dank seiner Adressensammlung gut geeignet, Kontakte unter den Mosaik-Fans herzustellen und Anlaufstelle für neue Interessenten zu sein.

http://www.madmag.de
http://www.mad-magazin.de
http://www.ruthe.de
http://rz-home.de/~mhaertel/sw/suske_wiske.html
http://www.helmutmy.de

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Schulz


Dirk Schulz

Dirk Schulz

Durch eine Website moderner und übersichtlicher Art lässt sich Dirk Schulz auf seinen Schreibtisch gucken. Dank einer nach eigenen Angaben wöchentlich aktualisierten Webseite kann man über viele Abbildungen mitverfolgen, wie weit die Arbeiten am neuen, sechsten "Indigo"-Album 'Fast Machine' in Zusammenarbeit mit Robert Feldhoff gediehen sind, das im Oktober bei Splitter erschienen sein sollte. In ähnlicher Weise werden die Fans von "Parasiten" und von "Chiq & Chloe" informiert. Auch über seine Arbeitstechnik teilt sich der Künstler in anschaulicher Weise mit.

Eine Reihe von Seiten sind zwar noch Under Construction, also unfertig, und für kleinere Monitore fehlen an zwei Stellen Fensterrollbalken, damit man auch wirklich alles sehen kann, doch bietet die Site auch so schon genug für das Auge, zum Beispiel fünf Hintergrundbilder in jeweils drei verschiedenen Auflösungen für den heimischen Computer-Desktop.

http://www.indigo-online.de

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Hansi Kiefersauer

Honk Blaubär

Seit etwa acht Jahren erscheint der Comic-Strip "Dr. Bubi Livingston" von Johann "Hansi" Kiefersauer in der Wochenendbeilage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Von den über 400 Strips kann man sich eine Auswahl auf der Homepage des Honk Studios ansehen und etwas über das Entstehen der Figur erfahren. Getextet werden die spaßigen Einzeiler seit 1995 großteils von Ralph Ruthe, der als begabter Zwölfjähriger mit Hansi Kiefersauer über die "Birne"-Comics des Comichefts "MIKE" der Genossenschaftsbank in Kontakt kam. Wie die Ideen aussehen, die Ralph Ruthe für "Bubi Livingston" skizziert, kann man sich ebenfalls herunterladen.

Noch viel bekannter dürfte die zweite Figur sein, die von Hansi Kiefersauer auf Vorschlag von Walter Moers in Comicform für diverse Zeitungen und zwei Ehapa-Alben gezeichnet wurde und wird: Käpt'n Blaubär!

Hansi Kiefersauer hat seine ersten Comic-Schritte in den 70er-Jahren gemacht (u.a. "Zomix", 1978). Die Honk-Website gibt einen ersten Überblick über seine bisherige zeichnerische Arbeit und ein Beispiel für jemanden, der versucht, in Deutschland als Comic-Profi über die Runden zu kommen.

http://www.honk.de

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Stand: 16. Januar 2000

Copyright © 2001 Verlag Sackmann und Hörndl