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Comic des Jahres
Der "Comic des Jahres", eine der wichtigsten Comic- Auszeichnungen in Deutschland, wird von diesem Jahr an auf der Frankfurter Buchmesse überreicht. Deswegen beträgt das Wertungsjahr 2003 ausnahmsweise nur neun anstatt zwölf Monate (drei Quartale). Die Buchmesse stiftet eine Preisfigur in Form des Maskottchens der "Faszination Comic". Siegertitel 2003 ist ein Werk des Italieners Igort, erschienen im avant-verlag.

5

COMIC DES JAHRES 2003
Igort:
5 IST DIE PERFEKTE ZAHL
avant-verlag, Berlin

Neapel in den 70er Jahren. Peppino Lo Cicero ist ein Mafioso im Ruhestand. Sein Sohn Nino, ebenfalls ein Mitglied der Mafia, hat einen Auftrag zu erfüllen. Trotz seiner schrecklichen Kopfschmerzen macht er sich auf den Weg, um Lollo zu töten. Aber jemand hat ihn verraten; der Killer wird selbst zum Opfer.

Peppino sucht Vergeltung für den Mord an seinem Sohn. Sein Rachefeldzug löst einen Mafiakrieg aus, in den auch alte Weggefährten verstrickt werden. Eine Geschichte voller Sehnsucht und Tragik nimmt ihren Lauf. Als Peppino schließlich den Mörder seines Sohnes stellt, zögert er. Er hat seine Identität verloren, er ist nur noch ein erschöpfter alter Mann. Schließlich lässt er Lollo laufen, doch der kommt mit seinen Männern zurück.

Die Geschichte ist in Duotone gestaltet, das heißt, die schwarzweiße Tuschzeichnung wird mit einer blauen Schmuckfarbe versehen. Igorts Erzähltechnik - vor allem die zahlreichen "stummen" Seiten, die eindrucksvoll Stimmungen vermitteln - ist deutlich vom japanischen Manga beeinflußt (Der Comic wurde bereits vor mehreren Jahren während eines längeren Aufenthalts in Japan begonnen). Und doch scheint sich der Italiener als Zeichner nicht festlegen zu wollen: In "5 ist die perfekte Zahl" begibt er sich auf ein breites Experimentierfeld von erzähltechnischen und zeichnerischen Einfällen, die zuweilen uneindeutig scheinen, als Ganzes jedoch wirken.

Hinter dem Pseudonym Igort steht Igor Tuveri, geboren 1958 in Cagliari (Sardinien). In jungen Jahren zog er nach Bologna, wo er zu einem der wichtigsten Vertreter der "Valvoline"-Künstlergruppe avancierte. In den 80er Jahren veröffentlichte er in Comicmagazinen wie Linus, Alter Alter, Frigidaire oder in Frankreich Métal Hurlant. 1987 war er Mitbegründer des Magazins Dolce vita, zwei Jahre darauf von Fuego.

Igort gilt als einer der wichtigsten modernen Autoren und Zeichner der italienischen Avantgarde. Neben Comics hat er ein breites grafisches Oeuvre vorzuweisen: Illustrationen, Werbung, Plattencover und Videoclips. Seit 1983 betätigt sich das jetzt in Paris lebende Allround-Talent auch als Musiker. Außerdem ist Igort Verleger des in Bologna beheimateten Verlags Coconino Press. Auf deutsch erschien von dem Italiener 1992 im Verlag Schreiber & Leser bereits der Band "Lethargie der Sinne". Ein Interview mit Igort ist in Ausgabe 1 der Comic-Anthologie "Plaque" (avant-verlag) nachzulesen.

Igort:
5 ist die perfekte Zahl
avant-verlag, Berlin 2002
Aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
176 Seiten, Duotone, € 17,95

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