DER TOD VON WOLVERINE – Abschied vom Mann mit den Klauen

dertodvonwolverinesoftcover_softcover_842Mit „Logan“ nimmt ab dem 2. März Hugh Jackmann im Kino Abschied von seiner ikonischen Wolverine-Rolle, passend dazu hat Panini „Der Tod von Wolverine“ veröffentlicht, eine Abschiedsgeschichte, in der unser aller liebster Klauenschwinger tatsächlich stirbt (wobei Wolvilein jetzt anderseits auch wieder nicht der erste Comicheld wäre, der wieder aufersteht). Inhaltlich ist das verhältnismäßig schlicht und straight gehalten: Der Mann mit den messerscharfen Zusatzfingernägeln verliert seine Selbstheilungskräfte, was ihn natürlich zum idealen Ziel für allerlei Gesocks macht, doch als der haarige Muskelprotz erfährt, dass seine Feinde ihn lebend brauchen, gibt es kein Halt mehr: James Howlett a.k.a. Logan a.k.a. Wolverine beschließt so abzutreten, wie er gelebt hat: Kämpfend!

Das „Der Tod von Wolverine“ etwas an Millars Klassiker „Wolverine: Old Man Logan“ erinnert kommt nicht von ungefähr, denn hüben wie drüben schwang Steve McNiven den Pinsel und sorgte für beeindruckende Bilder, die zwischen Realismus und comichafter Überdrehtheit schwanken, wobei letzterer Faktor sicherlich auch ein bisschen Geschmackssache ist, denn McNivens Figuren sind teilweise schon ziemlich aufgepumpt, vor allem Bösewicht Nuke wirkt wie ein Berg auf zwei Beinen. Auf jeden Fall ein deutlicher Gegensatz zu Andrea Sorrentinos eher dezenten Darstellung der Figuren in der jüngst gestarteten neuen „Old Man Logan“-Serie. Dafür gelingen McNiven immer wieder sagenhafte stimmungsvolle Einzelmomente, gleich das ganzseitige Anfangsbild, indem ein blutverschmierter Logan in zerrissener Kleidung auf seiner Veranda sitzt und mit leerem Blick in die Ferne starrt, möchte man am liebsten sofort als Poster an der Wand hängen haben.

Die große Überraschung folgt am Schluss „Der Tod von Wolverine“ endet nach einem Action-Marathon nämlich verblüffend leise, würdevoll, ein Ende, dass einen tatsächlich etwas wehmütig macht und einen auch bangen lässt, dass die Macher es tatsächlich ernst meinen könnten…

Jedenfalls: Ein schneller, actionreicher, brutaler Abschied, ganz im Geiste der Figur – vor allem für Fans absolute Pflichtlektüre!

Eine Leseprobe findet sich hier.

Charles Soule, Steve McNiven: Der Tod von Wolverine. Panini, Stuttgart 2017. 132 Seiten, € 12,99