die neunte • Der (fast) tägliche Überblick

 

Liebe Leser,

hier kommt wieder der (fast) tägliche Überblick von „die neunte“ mit aktuellen Links aus Presse, Funk und Web – heute vom 9. April 2018.

Den etwa einmal die Woche erscheinenden regulären „die neunte“-Newsletter gibt es weiterhin als „Best of“-Version – ergänzt um die wöchentlichen Ranglisten, Veranstaltungstipps und vieles mehr. Zu finden ist er unter: http://www.die-neunte.com/
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TV • RADIO

06.04.2018 • DLF Kultur – Zeitfragen:
ERICH OHSERS WORTLOSE ALLTAGSABENTEUER AUS DEN 30ER-JAHREN • Feature von Renate Maurer • „(…) In dieser hoffnungslosen Zeit erreicht ihn im Herbst 1934 der rettende Anruf von Kurt Kusenberg, Redakteur beim Ullstein Verlag. Er sucht für die ‚Berliner Illustrirte‘ eine ’stehende Figur‘, nach dem Vorbild der Comicserien in amerikanischen Zeitungen. 35 Zeichner und Malern hatten ihm bereits ihre Vorschläge vorgelegt, keiner war überzeugend. Unter Ohsers Entwürfen ist einer mit einem ‚kugelrunden Vater und seinem struwwelpetrigen Sohn‘. Ein Treffer! Es gibt nur ein Problem: der Zeichner hat Publikationsverbot (…)“ • https://bit.ly/2GHEUk9 (online bis 13.10.2018)
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PRESSESCHAU

07.04.2018 • Frankfurter Allgemeine Zeitung:
LEBENDIGE LINIEN – Zum Tod des japanischen Trickfilmers Isao Takahata • von Andreas Platthaus • „(…) Isao Takahata belebte nicht nur Linien, sondern das ganze Kino. Sein Film ‚Die letzten Glühwürmchen‘ gehörte zu jenem Trio von japanischen Trickfilmen, die 1988 das ganze Genre umkrempelten. Neben Takahatas grausam realistischem, aber humanistischem Porträt des Japans der Kriegszeit waren das eine dystopische Vision des Japans der Zukunft, ‚Akira‘ von Katsuhiro Otomo, und ein träumerisches Porträt des Japans der Gegenwart, ‚Mein Nachbar Totoro‘ von Hayao Miyazaki. Letzterer Film wurde von Takahata produziert, denn gemeinsam mit seinem jüngeren Freund Miyazaki hatte der damals Fünfzigjährige 1985 das Trickfilmstudio Ghibli gegründet (…)“ • https://bit.ly/2qcTol0

07.04.2018 • Frankfurter Rundschau:
DER POETISCHE REALIST DES ANIME • von Daniel Kothenschulte • „Die Phantasie – auch im Zeichentrickfilm gibt es sie selten ohne eine gute Portion von Realismus. Isao Takahata stand für die Erde unter den Himmeln, die sich sein Partner beim Studio Ghibli, Hayao Miyazaki, eroberte. Der sechs Jahre ältere Takahata hatte 1945 als Neunjähriger einen schweren Bombenangriff auf Okayama überlebt, eine Erfahrung, die er 1988 in seinem bedeutendsten Anime verarbeitete: Der Kriegsfilm ‚Die letzten Glühwürmchen‘ erzählt vom Überlebenskampf zweier kleiner Kinder im ausgebombten Kobe. Es ist vermutlich der traurigste Animationsfilm der Geschichte und einer der bewegendsten Filme gegen den Krieg überhaupt (…)“ • https://bit.ly/2IBE88N

07.04.2018 • Die Welt – Die literarische Welt:
OHNE WORTE • Philipp Haibach über „Die Stadt“ (Walde+Graf) von Frans Masereel: „(…) Frans Masereels Buch ‚Die Stadt‘ von 1925 erscheint neu. Man liest darin wie in einem Roman. Ganz ohne Worte fügen sich diese Holzschnitte zu einem großen Ganzen. Sie erzählen von dem Moloch – nennen wir ihn Paris, Berlin oder London –, von der Hektik auf den Straßen, von Maßlosigkeit, sexuellem Laster, Gier und der sozial-ökonomischen Spaltung der Gesellschaft. Jedes einzelne Blatt dieser Folge steht dabei aber auch für sich selbst, kann als ein genial durchkomponierter Leitartikel gelesen werden (…)“ • https://bit.ly/2Jv0IkX

07.04.2018 • Die Welt – Die literarische Welt:
JUDGE A BOOK BY ITS COVER – IKON • Matthias Heine über „Ikon“ (avant) von Simon Schwartz: „(…) Die Raffinesse von Simon Schwartz, einem der besten Comiczeichner Deutschlands, besteht darin, zwar immer dem unverwechselbaren Schwartz-Stil treu zu bleiben, sich aber dennoch den Bildwelten, in denen seine Geschichten spielen, stilistisch anzuverwandeln (…) Bei ‚Ikon‘, der Geschichte eines Ikonenmalers und seines Bessenseins von der 1918 ermordeten Zarentochter Anastasia, sieht das Cover aus wie eine zerschnittene Ikone, durch die ein Wahnsinniger lugt (…)“ • https://bit.ly/2IDwrii (kostenpflichtig)

08.04.2018 • Welt am Sonntag:
DIE EWIGEN BUDDYS • Martin Scholz im Gespräch mit „Spirou“-Zeichner Yoann • „(…) Nicht nur, dass das Marsupilami lange fehlte, es gab auch mal eine fast siebenjährige Unterbrechung, in der gar keine regulären Alben mehr erschienen. So haben wir eine Generation an jungen Lesern verloren (…) Ich kann ja nicht klagen, unsere bisherigen Alben haben gut funktioniert. Nur sind etwa 70 Prozent unserer Leser Erwachsene, nur 30 Prozent sind Jüngere. Er wäre schön, wenn es umgekehrt wäre (…)“ • https://bit.ly/2qbSVR2 (kostenpflichtig)

08.04.2018 • Der Tagesspiegel:
WIR SIND HELDEN • von Lars von Törne • „(…) Superman feiert seinen 80. Geburtstag und Fans in aller Welt tragen sein ‚S‘ auf der Brust. Warum ihnen die Comicfigur so viel bedeutet (…) Erfunden haben das Logo zwei Jugendfreunde, Jerry Siegel und Joe Shuster. ‚Ich hatte ein Wappensiegel im Kopf, als ich es zeichnete‘, erzählte Shuster einmal. Der Kanadier war als Kind mit seinen Eltern nach Cleveland gezogen, wo er sich mir Siegel anfreundete (…) Das ‚S‘ stehe für Siegel und Shuster, sagten sie mal scherzhaft (…)“ • https://epaper.tagesspiegel.de/ (kostenpflichtig), gratis im Netz steht eine umfangreiche Fotogalerie mit „S“-Logo-Trägern, darunter auch Prominenten wie etwa Hella von Sinnen – zu finden unter: https://bit.ly/2FwmztU

09.04.2018 • Braunschweiger Zeitung – Helmstedter Nachrichten:
DONALD DUCK STEHT PATE FÜR EINEN KONGRESS • von Erik Beyen • „(…) In einer seiner Schriften hat Carl Barks tatsächlich diesen Satz verloren: ‚Einen Stollen mit viel Butter schickt uns Karl aus Königslutter.‘ Dass die Domstadt nicht gerade der erwähnten Leckerei wegen bekannt ist, war dabei wohl egal, denn: ‚Es reimt sich‘, erklärte Brigitte Garhöfer, Organisatorin des Kongresses, trocken. Gut, dass am Sonntag eine Domführung auf dem Programm der versammelten Kongressgemeinde stand. Das Programm war gespickt mit wissenschaftlichen, philosophischen und technischen Exkursen in das Paralleluniversum ‚Entenhausen‘ mit kleinen Brückenschlägen in unsere reale Welt, die sich irgendwie mit der Fiktion zu vermischen schien (…)“ • https://bit.ly/2Hl5joS (kostenpflichtig, Anmerkung der Redaktion: Das Königslutter-Zitat geht natürlich auf Erika Fuchs und nicht Carls Barks zurück und auch später schleichen sich noch Fehler ein, insbesondere wurde auf dem Kongress gerade KEIN zusätzlicher Unterstützerverein gegründet)
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NETZSCHAU

06.04.2018 • Comicleser:
LUCKY LUKE, Band 96 • Holger Bachmann über den bei Egmont erschienenen Band von Achdé: „(…) Wie schon in den Bänden 89 (‚Lucky Kid‘), 91 (‚Ein starker Wurf‘) und 94 (‚Martha Pfahl‘) erzählt Achdé in kurzen, einseitigen Cartoon-Stories kleine Abenteuer, Kuriositäten und Vignetten aus dem Leben von Lucky Kid (…) Achdés Stil steht dabei wie immer in wunderbarer Tradition von Morris, dessen Werk in diesen Händen eine ebenso würdige Fortführung erfährt, wie das mittlerweile auch bei den neuen Abenteuern von Asterix gelingt. Fein (…)“ • https://bit.ly/2qhLpnE

06.04.2018 • Literra:
INJUSTICE: GROUND ZERO – Band 2 • Florian Hilleberg über den bei Panini erschienenen Band von Brian Buccellato & Christopher Sebela: „(…) Wie schon in den Bänden 89 (‚Lucky Kid‘), 91 (‚Ein starker Wurf‘) und 94 (‚Martha Pfahl‘) erzählt Achdé in kurzen, einseitigen Cartoon-Stories kleine Abenteuer, Kuriositäten und Vignetten aus dem Leben von Lucky Kid (…) Achdés Stil steht dabei wie immer in wunderbarer Tradition von Morris, dessen Werk in diesen Händen eine ebenso würdige Fortführung erfährt, wie das mittlerweile auch bei den neuen Abenteuern von Asterix gelingt. Fein (…)“ • https://bit.ly/2GKAYz5

08.04.2018 • Comickunst:
MÜHSAM • Peter Hetzler über „Mühsam, Anarchist in Anführungszeichen“ (Edition Moderne) von Jan Bachmann: „(…) Für mein Gefühl trifft Bachmann Charakter, Situation und Atmosphäre sehr genau. Fans von Erich Mühsam werden ihre Freude daran haben. Wer Mühsam nicht kennt, kann das Album auch als Comic über ein typisches Bohemeleben lesen. Und bekommt dadurch vielleicht Lust, sich näher mit diesem Menschen zu beschäftigen, der – mit Oskar Maria Graf, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann und anderen Künstlern der damaligen Zeit befreundet – einer der interessantesten Literaten und Anarchisten der 1920er und -30er Jahre Deutschlands war (…)“ • https://bit.ly/2IEiwZq

09.04.2018 • faz.net – Comic-Blog:
GLÜCK BRAUCHT MAN FÜR DIESES GLÜCK • Andreas Platthaus über „The Year of the Pioneer“ (Hardcomics) von Andreea Chirica: „(…) Bei der Leipziger Buchmesse war kein einziger rumänischer Comiczeichner vertreten, und gerade weil dort Comics (und Manga) eine so große Rolle spielen wie sonst auf keiner anderen Buchmesse der Welt, fiel dieses Defizit deutlich auf. Als Publikationsform in prekären Gesellschaften sind gerade Comics gut geeignet, weil sie mit vergleichsweise geringen Mitteln hergestellt werden können und zugleich große Anschaulichkeit bieten, durch die subjektive Ästhetik der Zeichnungen aber niemals einen Wirklichkeitsanspruch wie Fotografien erheben. Deshalb ist Kritik in Comics leichter zu üben. ‚The Year of the Pioneer‘ ist ein wunderbares Beispiel dafür, denn die Geschichte vermittelt in kaum einer Stunde Lesezeit immens viele Detailinformationen über ein Land in einer spezifischen historischen, heiklen Situation (…)“ • https://bit.ly/2Exa3Vn

09.04.2018 • Sumikai:
DIE MEISTGEDRUCKTEN MANGA ERSTAUFLAGEN VON KONDANSHA, SHUEISHA UND SHOGAKUKAN (2017 bis 2018) • von Ryuzaki • „(…) Das Ranking von Kodansha wird in diesem Jahr von ‚Attack on Titan‘ angeführt. Die Erstauflage wurde in diesem Zeitraum 1.870.000 mal gedruckt und baut somit einen gewaltigen Vorsprung auf (…) Wenig überraschend dürfte es sein, dass bei Shueisha die Spitze von ‚One Piece‘ besetzt wird. Mit ganzen 3,3 Millionen Kopien wurde Band 88 der Serie öfter als das Doppelte von ‚Hunter X Hunter‘ Band 35 gedruckt, bei dem es sich um 1,5 Millionen Bücher handelt. ‚Tokyo Ghoul:re‘ Band 15 wiederum folgt mit 820.000 Erstauflagen auf dem dritten Platz (…)“ • https://bit.ly/2H7R6xV

09.04.2018 • Splashcomics:
RUDOLPH DIRKS – Zwei Lausbuben und die Erfindung des modernen Comics • Bernd Hinrichs über den im Ch. A. Bachmann Verlag erschienenen Katalog der Museumsinsel Lütteheid & Benedikt Brebeck (Hg.): „(…) Es spricht definitiv für den Band, dass viele Zeitungscomicseiten ganzseitig in dem Katalog wiedergegeben wurden. So kann sich der Betrachter selber ein Bild von den künstlerischen Fähigkeiten der Kreativen machen. Die qualitativ hochwertige Wiedergabe verführt den Betrachter dazu, in die jeweilige Comicepisode einzusteigen. Überhaupt ist die Bildauswahl so gestaltet, dass der Katalog zum Durchblättern anreizt. Dies liegt vornehmlich an der erwähnten Druckqualität und auch daran, dass neben den Comics auch immer wieder Fotos, aktuelle und historische, in den gesellschaftlichen Hintergrund einführen (…)“ • https://bit.ly/2Hoc1KM

09.04.2018 • die zukunft:
FÜRCHTET DIE PRINZESSIN! • Christian Endres über „The Walking Dead“ 29 (Cross Cult) von Robert Kirkman & Charlie Adlard • „(…) Auf dem Cover des 29. Comic-Bandes von ‚The Walking Dead‘ gibt sich Princess die Ehre: Lila gefärbte Mähne, pinkfarbene Kunstfelljacke, Schutzbrille, Maschinengewehr, Speer – und eine ganz schön verquasselte und schrille, aber auch echt krasse Lady! Doch ihr Debüt in der Welt nach der Untoten-Apokalypse ist nur einer der Gründe, wieso die neueste auf Deutsch erhältliche Erzähleinheit der erfolgreichen Zombie-Seifenoper von Autor Robert Kirkman und Zeichner Charlie Adlard bei Cross Cult alte und neue Leser begeistert (…)“ • https://bit.ly/2GMUcUX
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COMIC-TIPP DES TAGES

AM RANDE DER GESELLSCHAFT • von Hauck & Bauer • https://bit.ly/2HlT4sf
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CARTOON-TIPP DES TAGES

WIE WILL MAN DA NOCH DISKUTIEREN? • von Haiko Sakurai • https://bit.ly/2GMH5CS