die neunte • Comic-Presseschau • 02.07.2019

 

Liebe Leser,

hier kommt wieder der (fast) tägliche Überblick von „die neunte“ mit aktuellen Links aus Presse, Funk und Web – heute vom 2. Juli 2019 mit gleich vier Schwerpunkten. Die nächste „reguläre“ Presseschau gibt es dann wieder morgen.


IM FOKUS: HEDWIG-DOHM-URKUNDE FÜR FRANZISKA BECKER

Am Samstag, dem 29.6.2019, wurde im Rahmen der jb-Medienpreis-Gala in Berlin der Karikaturistin und Comic-Zeichnerin Franziska Becker für ihr Lebenswerk die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes verliehen, mit der dieser seit 1991 Kolleginnen „für ihre herausragende journalistische (Lebens-)Leistung und ihr frauenpolitisches Engagement“ ehrt. Die Verleihung wird seit letzter Woche kritisch diskutiert. Auch Franziska Becker selbst kommt zu Wort …

25.06.2019 • DLF Kultur – Kompressor:
WARUM DER JOURNALISTINNENBUND FRANZISKA BECKER EHRT • 7 min • Moderatorin Shanli Anwar im Gespräch mit der Vorsitzenden des Journalistinnenbundes, Rebecca Beerheide • „(…) ’Wir sehen hier auch die Meinungsfreiheit, die wir auszeichnen wollen. Franziska Becker sagt von sich selber, sie sei einfach gemein, und das ist ihr Hauptarbeitsstil.‘ Auch Hedwig Dohm, auf die sich der Preis bezieht, sei ehemals heftig angefeindet worden. ‚Diese drei speziellen (Karikakturen), die jetzt in der Kritik stehen, hatten wir in der Form nicht im Blick‘, räumte Beerheide ein. ‚Wir verstehen absolut, dass sich einige jetzt beleidigt fühlen, kritisiert fühlen, und dass Teile des Feminismus sicherlich hier nicht mitgehen können.‘ Ihr Verein stehe aber für den offenen, feministischen Diskurs, auch in dieser Frage (…)“ • https://t1p.de/aigf (Audio-Versionen online bis 19.01.2038)

26.06.2019 • dpa-Beitrag, u. a. welt.de:
KONTROVERSE UM LEBENSWERK-EHRUNG FÜR „EMMA“-CARTOONISTIN • 500 Wörter • „(…) Zur Begründung hieß es, die Karikaturistin sei eine der profiliertesten journalistisch-feministisch engagierten und erfolgreichen Persönlichkeiten, die seit Jahrzehnten spitzfedrig und scharfzüngig das Mit-, Für- und Gegeneinander von Frauen und Männern genüsslich in Szene zu setzen wisse. Twitter-Nutzer bemängelten unter anderem, Cartoons der Zeichnerin seien islamfeindlich und rassistisch. Der Journalistinnenbund sagte dazu auf Twitter, man nehme die Kritik ernst und diskutiere ‚derzeit intensiv, aber erst mal intern‘. Die Vorsitzende des Verbandes, Rebecca Beerheide, bekräftige hingegen: ‚Von dem Jury-Votum weichen wir nicht ab’ (…)“ • https://t1p.de/ggh5

26.06.2019 • Tagesspiegel Online:
DEBATTE UM BEKANNTE „EMMA“-KARIKATURISTIN • 350 Wörter • von Nantke Garrelts • „(…) Franziska Becker stand bereits seit dem 4. Juni als Preisträgerin der Hedwig-Dohm-Urkunde fest. Mit der Auszeichnung ehrt der Journalistinnenbund Beckers Lebenswerk. ‚Die Karikaturistin ist eine der profiliertesten, journalistisch-feministisch engagierten und erfolgreichen Persönlichkeiten, die seit Jahrzehnten spitzfedrig und scharfzüngig das Mit-, Für- und Gegeneinander von Frauen und Männern genüsslich in Szene zu setzen weiß‘, heißt es in einer Mitteilung auf der Webseite des Journalistinnenbunds. Becker äußerte sich am Mittwoch zu den Vorwürfen und bezeichnete sie als ‚absurd’ (…)“ • https://t1p.de/xc94

26.06.2019 • taz.die tageszeitung:
PREIS, VERDÄCHTIG? • 650 Wörter • von Anne Fromm • „(…) Mehrere Feministinnen empörten sich über die Auszeichnung für Becker, ihre Zeichnungen seien rassistisch und islamophob. Sie beziehen sich vor allem auf Beckers Kopftuch-Cartoons. Darin zu sehen sind unter anderem eine Kopftuchtragende Bankangestellte, die Kundinnen nur noch bedient, wenn deren Ehemann, Bruder oder Vater schriftlich zugestimmt hat. Ein anderes Bild zeigt eine Polizistin in Kopftuch und Uniform, die einem Dieb die Hand abhackt. Wer so zeichne, so lautet die Kritik bei Twitter, leiste antimuslimischen Ressentiments Vorschub (…)“ • https://t1p.de/xlxs

26.06.2019 • taz.die tageszeitung:
KOMMENTAR VON HILAL SEZGIN • 300 Wörter • von Anne Fromm „(…) Es wäre absurd, leugnen zu wollen, dass Beckers Karikaturen Feministinnen so manches erleichternde Auflachen beschert hätten. Genauso falsch aber wäre es umgekehrt, zu verharmlosen, wie stark nicht nur die ‚Emma‘, sondern eben auch Becker an der Konstruktion, Verbreitung und Verhärtung eines Klischees mitgearbeitet haben, bei dem so viele ‚linke‘ Feministinnen mit ultrarechten Durchschnittssexisten übereinstimmen: dem Klischee von der scheinbar zwangsläufig unterdrückten, verblödeten, jeder Individualität beraubten kopftuchtragenden Frau (…)“ • https://t1p.de/wtwd

Die taz-Beiträge vom 26.06.2019 waren auch drei Tage später Thema auf der Leserbriefseite …

29.06.2019 • taz.die tageszeitung:
MEINUNGSSTARK • ins. 450 Wörter • u. a. mit einem Leserbrief von Kathrin Keller: „(…) Wenn ich heute in der taz lese, dass Franziska Becker einen Preis ’nicht‘ erhalten soll, weil ihre Cartoons aus ebendieser Zeit islamfeindlich seien, dreht sich mir der Magen um. Was soll das? Ich habe noch nicht verstanden, warum der Islam die einzige Religion ist, die man nicht kritisieren darf (…)“ • https://t1p.de/z66b

27.06.2019 • Humanistischer Pressedienst:
SHITSTORM WEGEN ISLAMKRITISCHER KARIKATUREN • 600 Wörter • von Daniela Wakonigg • „(…) Diese [im Online-Artikel zuvor verlinkte] Zeichnungen sind es, die nach Bekanntgabe der diesjährigen Preisträgerin des Journalistinnenbundes bei Twitter zu einem Shitstorm gegen Becker führten. Auslöser war ein Tweet der türkischstämmigen Autorin und Journalistin Sibel Schick vom 24. Juni: ‚Journalistinnenbund zeichet die Arbeit der Emma-Karikaturistin Franziska Becker aus. Sie ist hauptsächlich mit ihren islamfeindlich-rassistischen Comics bekannt.‘ Obwohl bereits Schicks Aussage, dass Becker hauptsächlich für ihre Comics zum Thema Islam bekannt sei, nachprüfbar falsch ist, erhielt Schicks Tweet Zuspruch von mehreren hochrangigen Medienschaffenden (…)“ • https://t1p.de/il6e

28.06.2019 • Süddeutsche Zeitung:
BUSFAHRERIN IM NIQAB • 750 Wörter • von Susan Vahabzadeh • „(…) Die Karikatur mit der Polizistin wurde in den vergangenen Tagen als islamophob diskutiert; die mit dem verschleierten Hausmann natürlich nicht. Für Franziska Becker passen Gleichberechtigung und Verschleierung nicht zusammen. Es ist ein alter, wunderbarer feministischer Grundsatz, als sexistisch zu betrachten, was man nicht umdrehen kann, ohne in lautes Gelächter auszubrechen. Die Schleier von Frauen im Islam haben keine vollständige Entsprechung in der Kleiderordnung für Männer, und Verstöße gegen die Kleiderordnung für Männer – ja, die gibt es! – werden nicht genauso geahndet. In diesem Sinne entspricht es einer feministischen Logik, Verschleierung sexistisch zu finden (und das ist noch lange nicht dasselbe, wie ihr Verbot zu fordern) (…)“ • https://t1p.de/9ujf

29.06.2019 • Der Spiegel 27/2019:
„HEFTIG, ABER WITZIG“ • 1000 Wörter • Christine Zinner im Gespräch mit Franziska Becker • „(…) Man soll auch schlucken. Ich bin keine Entertainerin, keine harmlose Witzeerzählerin. Ich bin Karikaturistin. Die ‚Emma‘ hat mich immer ermutigt, streng zu sein und scharf und meine liebe Seite zu unterdrücken. Das hat mir gutgetan. Was meine Islamismus-Karikaturen verbindet: Ich spotte nicht über unterdrückte, geprügelte Kopftuchträgerinnen, wie mir manche Kritikerinnen nun vorwerfen. Ich zeige Frauen, die freiwillig und sehr bewusst und aus ideologischen Gründen das Kopftuch tragen. Sie sind keine Opfer, sie sind Täterinnen (…)“ • https://t1p.de/p8mq (kostenpflichtig)

29.06.2019 • Spiegel Online:
DISKRIMINIERUNG GESCHIEHT OFT UNABSICHTLICH • 700 Wörter • Gastbeitrag von Sibel Schick • „(…) Diese Karikaturen von Becker zeigen keine Länder mit einem islamischen Regierungssystem, sondern ein islamisiertes Deutschland. Sie zeichnet Kopftuch tragende Polizistinnen, die Hände abhacken, Kindergärtnerinnen, die Kinder zu Terrorist*innen erziehen, Bankangestellte, die keine Frauen ohne Erlaubnis eines Mannes bedienen. Sie kommen in Deutschland offenbar mit der Scharia im Gepäck an, oder eröffnen die Tagesschau mit „Allahu Akbar“. Becker bedient sich oft der islamfeindlichen Verschwörung einer Machtübernahme in Deutschland, mit der die AfD und Pegida arbeiten. Eine Differenzierung zwischen Islamistinnen und Musliminnen sieht man nicht (…)“ • https://t1p.de/nllb


IM FOKUS: COMIC-BESTENLISTE 2/2019

Letzte Woche wurde die zweite Comic-Bestenliste für das Jahr 2019 veröffentlicht. An der Spitze platzierte sich „Lucky Luke sattelt um“ (Egmont) von Mawil …

26.06.2019 • rbbKultur – Online:
COMIC BESTENLISTE: Best of – 2. Quartal 2019 • 950 Wörter • „Das sind sie – die zehn besten Comics des Quartals. 30 Menschen, die ein Herz für und Ahnung von Comics haben, stellen die Neuerscheinungen vor, denen sie viele Leser*innen wünschen (…)“ • https://t1p.de/nltk

26.06.2019 • rbbKultur – Das Radio:
COMIC BESTENLISTE 2019 – 2. AUSGABE • 5 min • Andrea Heinze über die Bestenliste und speziell den auf Platz 8 platzierten Band „Insekten“ (Luftschacht) von Regina Hofer & Leopold Maurer: „(…) Die Zeichnungen sind sehr abstrakt. Bei dem Massaker von Babi Jar ziehen wuchtige Ornamente über das Bild und erst bei genauerem Hinsehen merkt man, dass da Körper in einer Grube liegen. Es werden aber auch ganz andere Bilder gezeigt, Alltagsszenen, die Leopold Maurer als Junge beobachtet hat, wie der Großvater an seiner Schraubzwinge steht und grantelt, weil früher alles besser gewesen sei, menschlicher. Da hätten die Menschen noch mehr miteinander gesprochen. Und diese Aussagen und Zeichnungen stehen unverblümt nebeneinander und entwickeln genau dadurch eine ungeheure Wucht (…)“ • https://t1p.de/kxes

26.06.2019 • Comic.de:
COMIC-BESTENLISTE – ZWEITES QUARTAL 2019 • 2050 Wörter • Redaktion: Martin Jurgeit • „(…) 30 Kritikerinnen und Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in Presse, Rundfunk und Internet regelmäßig Comics, Mangas und Graphic Novels besprechen, stellen alle drei Monate eine gemeinsame Bestenliste zusammen. Die Comic-Bestenliste – präsentiert von buchreport, Comic.de, rbbKultur Radio und Tagesspiegel – orientiert sich in ihrem Erstellungsverfahren an der renommierten ‚SWR Bestenliste‘ für Literatur (…)“ • https://t1p.de/mzq1

26.06.2019 • Der Tagesspiegel:
DIE BESTEN COMICS DES SOMMERS • 450 Wörter • von Martin Jurgeit • „Vorbild ist die traditionsreiche SWR-Bestenliste für Literatur. Alle drei Monate teilen seit vergangenem Winter 30 Comic-Kritikerinnen und -Kritiker aus Presse, Rundfunk und Internet mit, welche auf Deutsch vorliegenden Veröffentlichungen ihnen am besten gefallen haben. Das aktuelle Ergebnis präsentiert der Tagesspiegel an dieser Stelle in Kooperation mit dem Buchreport, Comic.de und rbbKultur (…)“ • https://t1p.de/p04z

27.06.2019 • buchreport.express 26/2019:
GENRE UND WEIBLICHER BLICK • 350 Wörter • „Zumindest die deutschsprachige Comic-Kritik scheint vom Sattelwechsel des Lucky Luke runter vom Schimmel Jolly Jumper und rauf auf den Drahtesel angetan zu sein. Denn der Hommage-Band ‚Lucky Luke sattelt um‘ des Berliner Zeichners Mawil steht im 2. Quartal unumstritten auf dem 1. Platz der Comic-Bestenliste (…) Die aktuelle Empfehlungsliste umfasst ein breites Spektrum: Es sind dort alle Gattungen vom Comic-Album über Graphic Novel und Manga bis zum Superhelden-Comic vertreten. Die Hälfte der Titel stammt von deutschsprachigen Künstlern, wobei auch die Schweiz (‚Salzhunger‘) und Österreich (‚Insekten‘) je eine Graphic Novel in der Bestenliste platziert haben (…)“ • https://t1p.de/vbzb


IM FOKUS: COMIC CONS IN KÖLN & STUTTGART

Am Wochenende fanden – teilweise überlappend – in Stuttgart und Köln Comic Cons statt. Während die CCXP Cologne, die schon ab Donnerstag die Tore öffnete, zum ersten Mal stattfand, kann die Stuttgarter Comic Con Germany bereits als etabliert gelten …

Comic Con Experience Cologne:

27.06.2019 • Kölner Stadt-Anzeiger:
EINE KOMPLETT ANDERE KULTUR • 950 Wörter • „(…) Klaus Schikowski dagegen wird die Kölner Comic Con am Donnerstag besuchen. Mit kritischem Blick. Der Programmleiter für Comics und Graphic Novels beim Carlsen Verlag (…) freut sich zwar über die Aufmerksamkeit, die dem Medium hier entgegengebracht wird, wünscht sich aber, dass diese für alle Spielarten des Comics gelte. Also auch für die franko-belgische oder die japanische Tradition. Als er vor ein paar Jahren die Comic-Con in San Diego besuchte, musste er feststellen, ‚dass die amerikanische Comic-Kultur eine komplett andere ist‘. ‚Außerdem sind auf einer Comic Con Comics eben nur ein Teil des Ganzen, hier stehen Serien und Filme im Vordergrund. Für uns sind Comic-Festivals wie in Erlangen und München deshalb wichtiger’ (…)“ • https://t1p.de/lb81

27.06.2019 • DLF – Corso:
FAN-TREFFEN UND MARKETING-EVENT • 5 min • Moderatorin Sigrid Fischer im Gespräch mit Popkultur-Journalist Kai Löffler • „(…) ’Es ist eine komische Mischung aus Promotion und Fan-Veranstaltung. Man hat also diesen riesigen Kinosaal und diese Panels, wo dann beispielsweise das ‚Fast & Furious‘-Spin-off beworben wird mit Jason Statham und Idris Elba, die dann Fragen beantworten. Und ein paar Meter weiter sitzen dann Comic-Legenden wie David Lloyd. Also Kreativität und Marketing kommen da auf eine ganz ungewöhnliche Art zusammen‘, sagte der Journalist Kai Löffler im Deutschlandfunk (…)“ • https://t1p.de/e44x (Audio-Versionen online bis 19.01.2038)

27.06.2019 • WDR Fernsehen – Lokalzeit aus Köln & Bonn:
COMIC CON EXPERIENCE: DAS COMIC-EVENT • 5 min • Von Till Quitmann • „Gestern ist die Comic Con Experience Cologne gestartet, die größte Erlebnis-Messe ihrer Art. Das heißt Kinostars, Premieren, Helden und Comic-Zeichner – alles ist am Start. 260.0000 Besucher waren in 2018 in Sao Paulo bei der Comic-Con International – 70.000 werden bis Sonntag bei der Premiere in Köln erwartet. Für die Kölner Künstlerin Heike Haupt ist die Messe ein Gewinn für die Stadt. Kommen ja auch genug verrückte Leute …“ • https://t1p.de/ua7s (online bis 04.07.2019)

28.06.2019 • Kölnische Rundschau:
WO LORD VOLDEMORT AUF DARTH VADER TRIFFT • 800 Wörter • von Simon Westphal • „(…) Das eigentliche Herzstück der Messe ist wenig spektakulär. Auf der Artists Valley präsentieren 100 Künstler ihre Comic-Kunst. Alles analog, so wie früher. Comics in ihrer reinsten Form also. ‚Das ist schließlich der Ursprung von allem, was hier zu sehen ist‘, meint auch CCXP-Direktor Alexander Wolff. Als richtiger ‚Geek‘ bezeichnet sich Wolff nicht. Seitdem er die Leitung des Projekts im vergangenen Jahr übernommen hat, ist die Faszination dennoch extrem gestiegen. So ist beim Schlendern über die Messe nicht nur bei Wolff Gänsehaut angesagt (…)“ • https://t1p.de/mpny

01.07.2019 • GamesWirtschaft.de:
CCXP COLOGNE 2019: BESUCHERZAHLEN DEUTLICH HINTER ERWARTUNGEN • 400 Wörter • „(…) Kurzfristig wurden sogar Eintrittskarten an Studenten verschenkt – es hat nicht viel genutzt: Das Kölner Popkultur-Festival Comic Con Experience (kurz: CCXP Cologne) hat bei seiner Premiere knapp 40.000 Besucher und Cosplayer an vier Messetagen angelockt, wie die KoelnMesse mitteilt. Ursprünglich wurde mit über 70.000 Teilnehmern gerechnet – dies war auch die Zahl, mit der um Aussteller geworben wurde. Gerade am Donnerstag und Freitag wirkten die Hallen und Flure geradezu ausgestorben (…)“ • https://t1p.de/bmtk

Die im Beitrag auf GamesWirtschaft.de angegebene offizielle Besucherzahl kommentiert dort der Leser Rolf Heger folgendermaßen: „Selbst die angegeben 40.000 Besucher sind blatant gelogen. Über alle Tage waren nicht mehr als 5000 Besucher vor Ort – wenn überhaupt. Eine Blamage für die Kölnmesse! Kein vernünftiger Aussteller wird sich 4 Tage auf so einen Flop in 2020 einlassen (…)“.

Das hier scheint übrigens – angesichts des zahlreichen Aufgreifens in den Zeitungen – das bemerkenswerteste Ereignis auf der CCXP gewesen zu sein …

27.06.2019 • dpa-Meldung, u. a. Flensburger Tageblatt & noz.de:
EIN SELFIE AUF DER TOILETTE? • 150 Wörter • „(…) Der dänische Schauspieler Nikolaj Coster-Waldau (48, ‚Game of Thrones‘) ist auf der Kölner Comicmesse ‚CCXP‘ von einem Fan auf eher ungewöhnliche Art angesprochen worden. ‚Ich kam aus der Toilettenkabine und wurde nach einem Selfie gefragt‘, sagte der Serien-Star laut ‚Bild‘ (Montag). Er sei entspannt geblieben, fürs Foto dann aber doch lieber vor die Tür gegangen (…)“ • https://t1p.de/4o55

Comic Con Germany Stuttgart:

28.06.2019 • DLF – Corso:
EIN PREIS FÜR DIVERSITÄT – Neuer Independent-Comic Award „Ginco“ • 7 min • Moderatorin Sigrid Fischer im Gespräch mit Eve Jay und Lara Keilbart, Mitorganisatorinnen des neuen Preises • „(…) Der Award dient der Anerkennung und Auszeichnung von Comicschaffenden, die über Self-Publishing, in Kleinverlagen und auf Plattformen für ‚Creator-Owned‘ Content und auf ähnlichen Wegen ihre Werke veröffentlichen. Damit soll der Fokus auf die marginalisierten Gruppen gerichtet werden. Hautfarbe oder Geschlecht zum Beispiel seien Benachteiligungsmerkmale, etwa weil Weiße eben Comics von Weißen bevorzugten, sagte Lara Keilbart im Dlf (…)“ • https://t1p.de/4pgs (Audio-Versionen online bis 19.01.2038)

28.06.2019 • Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten:
BESUCH VON MACGYVER UND DEM HULK • 450 Wörter • von Frank Rothfuss • „(…) Auch der Hulk ist bereits da. Lou Ferrigno spielte bis 1982 den grünen Kraftprotz in 82 Fernsehfilmen. Damals, in grauer Vorzeit, als Superhelden nur pickligen Jünglingen vorbehalten waren. Heute sind die Superhelden den Comicseiten entsprungen und auf den Leinwänden allgegenwärtig. Deshalb beschäftigt man sich auf der Comic Con nicht nur mit Bildergeschichten, sondern mit dem weiten Feld der Popkultur. Comicverlage präsentieren sich mit Heften und Zeichnern, einen Fantastischen Markt gibt es mit Schmiede und ‚Schneiderey‘, aus Lego werden Szenen aus ‚Star Wars‘ und ‚Fluch der Karibik‘ gebaut (…)“ • https://t1p.de/6lz6

01.07.2019 • Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten:
DER KARNEVAL DER COMICKULTUR • 450 Wörter • von Tilman Baur • „(…) Ein Streifzug durch die Messehalle zeigt, dass der Fantasie der Besucher keine Grenzen gesetzt sind. Unterwegs sind Charaktere, die auch ein breiteres Publikum kennen dürfte, wie Spiderman, Aquaman oder die böse Königin aus Schneewittchen. Als besonders beliebt erweisen sich Rollen aus Videospielen. Die Stuttgarterin Alexandra Löffler zum Beispiel hat sich in Captain Amari verwandelt, eine Figur aus dem Spiel Overwatch (…)“ • https://t1p.de/zr5m

01.07.2019 • Reutlinger Nachrichten u. a. Partnerblätter aus dem Südwest-Presse-Verbund:
HIER SCHLÄGT DAS HERZ DER POPKULTUR • 450 Wörter • von Tilman Baur • „(…) 35.000 Besucher bei der vierten ‚Comic Con‘, die mit Prominenz aus Hollywood und vielen Cosplayern lockt (…) Als ‚Herz der Popkultur‘ hat sich die Messe nun schon zum vierten Mal in Stuttgart präsentiert. Neben TV-Stars wie MacGyver-Darsteller Richard Dean Anderson sowie Hulk-Mime und Bodybuilder Lou Ferrigno stellten aufstrebende und etablierte Comiczeichner ihr Talent zur Schau (…)“ • https://t1p.de/frrh

01.07.2019 • Radio SWR2 – Journal am Mittag:
MEHR AUFMERKSAMKEIT FÜR QUEERE THEMEN: Der GINCO-Award bei der Stuttgarter Comic Con • 4 min • von Silke Arning • „Eine Gruppe von Comicschaffenden hat bei der Comic Con in Stuttgart einen neuen Preis ausgeschrieben: den GINCO-Award, German Inclusive/Independent Comic, der mehr Aufmerksamkeit für Themen wie Ausgrenzung, Diskriminierung, queere Lebensmodelle und Rassismus schaffen will. Im Rahmen der Stuttgarter ComicCon wurde er an diesem Wochenende erstmals vergeben (…)“ • https://t1p.de/e7k8 (online bis 30.06.2020)

01.07.2019 • Comic.de:
ERSTMALS GINCO-AWARDS VERGEBEN • 500 Wörter • „Auf der Comic Con Germany wurden am vergangenen Wochenende erstmals die GINCO-Awards vergeben, ein neuer Comicpreis, der von einem non-profit-Zusammenschluss unterschiedlicher Akteure der Comic-Szene ins Leben gerufen wurde. Die Gewinner*innen der Hauptkategorien inkl. Begründungen der Jury (…)“ • https://t1p.de/frrh


IM FOKUS: MORDILLO GESTORBEN

Am 29.06.2019 ist der argentinische Cartoonist Guillermo Mordillo auf Mallorca gestorben. Wir dokumentieren an dieser Stelle erste Nachrufe …

01.07.2019 • Der Standard, Wien:
GUILLERMO MORDILLO 1932–2019 • 150 Wörter • von red • „Der argentinische Maler Guillermo Mordillo ist am Samstag auf seinem Wohnsitz in Mallorca gestorben. Das berichtet die spanische Zeitung El Pais. Mordillo wurde am 4. August 1932 als Sohn spanischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. In den ersten Jahren als Künstler schlug er sich unter anderem als Zeichner für Glückwunschkarten durch. Nach Stationen unter anderem in Lima, New York und Paris gelang ihm Ende der 1960er-Jahre der Durchbruch: mit der Veröffentlichung seiner Cartoons in Paris Match und dann auch im Stern sowie anderen renommierten Magazinen (…)“ • https://t1p.de/nftc (kostenpflichtig, Genios)

01.07.2019 • sueddeutsche.de:
CARTOON-LEGENDE MORDILLO IST TOT • 600 Wörter • „(…) 1955 wurde er Art Director bei einer internationalen Werbeagentur in Lima. Seine glubschäugigen, knollennasigen Männlein und Weiblein, die später zu seinem Markenzeichen werden sollten, tauchten erstmal auf Grußkarten auf, die er in dieser Zeit zu zeichnen begann (…) 1963 zog er schließlich (…) nach Paris, wo er die nächsten 17 Jahre leben und arbeiten sollte. Während er dort bei einem Verlag arbeitete, entwickelte er die Idee, seine Zeichnungen in Zeitungscartoons zu verarbeiten (…)“ • https://t1p.de/2d44

01.07.2019 • AFP-Beitrag, Tagesspiegel Online:
CARTOON-PIONIER MORDILLO MIT 86 JAHREN GESTORBEN • 600 Wörter • überarbeitetes Porträt von Ralf Isermann von 2012 • „(…) Jetzt ist Mordillo im Alter von 86 Jahren auf Mallorca gestorben, wie die spanische Zeitung ‚El Pais‘ berichtet. Guillermo Mordillo, so sein vollständiger Name, kam am 4. August 1932 in Buenos Aires zur Welt. Mit 16 Jahren machte er ein Zeichner-Diplom, mit 18 Jahren begann er als Zeichner in Trickfilmstudios. Die frühen Jahre seines zeichnerischen Schaffens verbrachte er in Peru und den USA, wo er an der Verfilmung der Popeye-Comics mitarbeitete. Der Mordillo, den heute so viele kennen und lieben, wurde er nach seinem Umzug nach Europa (…)“ • https://t1p.de/cn4j

01.07.2019 • DLF – Corso:
TIERE UND MENSCHEN MIT KNOLLENNASE • 5 min • Moderator Ulrich Biermann im Gespräch mit der Kuratorin Linda Schmitz von der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen • „(…) Nach dem Sinn des Lebens würde bei den Figuren gefragt, die allein im Weltall schweben. Daneben gibt es Paardarstellungen und Witze zu Männern und Frauen. ‚Fast jeder hat die Möglichkeit, sich mit seinem Werk zu identifizieren‘, so die Kuratorin. Mordillo beherrsche die Kunst der Vereinfachung. ‚Jede Linie ist ganz pointiert gesetzt, da ist kein Strich zuviel‘, betonte Linda Schmitz (…)“ • https://t1p.de/572i (Audio-Versionen online bis 19.01.2038)

01.07.2019 • DLF Kultur – Kompressor:
„SEIN HUMOR FUNKTIONIERTE UNIVERSELL“ • 5 min • Moderator Timo Grampes im Gespräch mit dem Lappan-Verleger Dieter Schwalm • „(…) ’Humoristen sind ja oft Zyniker. Das ist er nicht gewesen – er ist ein Menschenfreund gewesen‘, sagt Schwalm, der den Verlag 1983 mitgegründet hat und Mordillo seit den 70er-Jahren kennt. Mordillo sei so erfolgreich gewesen, weil er sich auf seine Bildsprache habe verlassen können. Sein bevorzugtes Thema – Mann-Frau, dargestellt mit viel Humor – habe international funktioniert (…)“ • https://t1p.de/kzky (Audio-Versionen online bis 19.01.2038)

01.07.2019 • Spiegel Online:
SCHWARZE GEDANKEN, KNALLBUNT • von Timur Vermes • 750 Wörter • „(…) Vor 35, vor 40 Jahren war er einfach überall, wie Coca-Cola und Starbucks. Mit Mordillo verbinde ich Dutzende immer gleiche Situationen: Ich bin zwischen 15 und 18, ich bin irgendwo eingeladen und schlurfe durch die Innenstadt auf der ratlosen Suche nach einem Mitbringsel. Und in meiner Erinnerung ist alles, absolut alles in den Regalen von Mordillo. Jedenfalls alles, was kein Schlumpf ist. Trotzdem war Mordillos Cartoonweltreich keines der inhaltlichen und geschmacklichen Terrorregime vom Schlage einer Diddlmaus (…)“ • https://t1p.de/jkj7

02.07.2019 • Die Welt:
DER MENSCH ALS KNOLLE • von Matthias Heine • 650 Wörter • „(…) Denn rund waren ja nicht nur die typischen Knollennasen, die jedem sofort einfallen, wenn er sich der Gestaltungsmerkmale Mordillos zu erinnern versucht, sondern auch die Körper seiner Figuren zeichnete er ganz rund, egal ob es sich um Menschen, Kühe oder Gitarren handelte – immer sahen sie aus wie Fußbälle mit Beinen. Oder wie Kartoffeln. In Deutschland ist Mordillo immer besonders beliebt gewesen. Unübersichtlich ist die Zahl der Karikaturenbände, die hierzulande zuerst im Insel-Verlag, dann bei Heyne und zuletzt bei Lappan erschienen (…)“ • https://t1p.de/i4bx

02.07.2019 • taz.die tageszeitung:
GEWIMMEL AUF DEM FUSSBALLFELD • von Ralph Trommer • 400 Wörter • „(…) Der argentinische Zeichner war einer der erfolgreichsten Karikaturisten seiner Zeit. Den Höhepunkt seiner Popularität erlebte er in den 70er und 80er Jahren in Europa, als seine Cartoons mit weißen Knollennasenfiguren in jeder erdenklichen Form vermarktet wurden: als Buch, Trickfilm, Postkarte, Poster, Spiel oder Plüschfigur eroberten sie die Kinderzimmer – dabei gefielen sie auch Erwachsenen, denn oft machte sich Mordillo über herkömmliche Geschlechterverhältnisse oder das absurde Gebaren in diversen Sportarten lustig (…)“ • https://t1p.de/i0qo

02.07.2019 • taz.die tageszeitung – die wahrheit:
KNUFFIGE KNUBBLIGKEIT • 350 Wörter • „(…) Es war ein Bild, das so schnell niemand vergessen wird, der es mit eigenen Augen gesehen hat: In vielen Ländern der Erde hatten sich am Montag die Knollen dieser Welt spontan von dem sie umgebenen Erdreich befreit, waren ans Tageslicht gestiegen und zogen nun in schier endlosen Trauerzügen durch die Städte, von Buenos Aires bis Paris, von New York bis Madrid, um einen Mann zu würdigen, der ihnen für alle Ewigkeit ein Denkmal gesetzt hatte: Der Vater der Knollennasen, der argentinische Zeichner Mordillo war am Samstag im Alter von 86 Jahren gestorben (…)“ • https://t1p.de/fo1f

02.07.2019 • taz.die tageszeitung – die wahrheit:
WENN DIE NASEN TRAUER TRAGEN • Cartoon • „Eine Hommage an Mordillo. Zum Tod des argentinischen Zeichners und Vaters aller Knollennasen bekränzt ©Tom den Meister der Knuffigkeit“ • https://t1p.de/r9ih

02.07.2019 • Süddeutsche Zeitung:
SEIN NAME WAR NASE • von Martin Zips • 1050 Wörter • „(…) Doch auch woanders wird Mordillo und seine Kunst geliebt. Der französische Pantomime Marcel Marceau lobt die ‚Zärtlichkeit‘ in seinen Bildern, die dem Menschen Hoffnung gebe ‚angesichts des unausweichlichen Schicksals, das über unseren Köpfen hängt‘. Die britische Schauspielerin Jane Birkin beobachtet bei Mordillos Figuren eine ‚kindliche Überzeugung‘ unbedingt fliegen zu wollen – bevor sie schließlich abstürzen. Und der brasilianische Fußballspieler Pelé empfindet beim Betrachten von Mordillos – sich in riesigen Labyrinthen, auf hohen Bergen oder gewaltigen Kugeln verirrt habenden – Wesen ‚eine ähnliche Freude wie beim Toreschießen’ (…)“ • https://t1p.de/lcui