Ausstellung „Comics – Deutschlands ungeliebtes Medium“ im Dortmunder schauraum: comic + cartoon (20.11.2026–04.04.2027)

Aus der Veranstaltungsankündigung:

Comics – Deutschlands ungeliebtes Medium

Von Weimar bis zur Wiedervereinigung

Emmerich Huber
Erich Ohser
Helmut Nickel
KASCH
Rolf Kauka
Dieter Kalenbach
Gerhard Seyfried
Ralf Konig
Peter Puck

Deutschland ist eine Kulturnation, Land der Dichter und Denker. Nur beim Comic hat Deutschland versagt. Nach einer glorreichen Tradition von Bildergeschichten im 19. Jahrhundert (Wilhelm Busch u.a.) verlor Deutschland den Anschluss. Die USA hatten Mickey Mouse und Superman. Belgien und Frankreich folgten mit Tim und Struppi, Lucky Luke und Asterix. In Italien startete bereits 1932 eine eigenständige italienische Disney-Produktion … und Deutschland? Welche berühmten Comic-Figuren hat die Welt Deutschland zu verdanken? Während anderswo – sogar in Japan, Argentinien oder den Philippinen – der Comic als Erzählmedium für Erwachsene erblühte, verharrte Deutschland im infantilen Narrativ von Schundliteratur für Kinder.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den 1930er-Jahren bis in die 1980er, von der Weimarer Republik bis zur Wiedervereinigung und geht der Frage nach, warum der Comic in Deutschland einen so schlechten Stand hatte: als Schmutz diffamiert, künstlerisch dann tatsächlich häufig minderwertig und im Spannungsfeld von Anti-Amerikanismus und NS-Vergangenheit. Die Nazis verbrannten deutsche Literatur, die Wirtschaftswunder-Eltern im Westen und DDR-Kader im Osten nötigten den Nachwuchs, seine Comics ins Feuer zu werfen. Erst während der 1980er-Jahre sollte diese dunkle comic-feindliche Epoche ihr Ende finden und deutsche Kreative schlossen auf internationales Niveau auf.

Comics – Deutschlands ungeliebtes Medium
20.11.2026 – 04.04.2027
schauraum: comic + cartoon
Max-von-der-Grün-Platz 7
44137 Dortmund

Der Eintritt in den schauraum: comic + cartoon ist frei.