Die Comic-Bestenliste – Drittes Quartal 2026
30 Kritiker:innen und ihre Comic-Favoriten der zurückliegenden Monate
30 Kritiker:innen und ihre Comic-Favoriten der zurückliegenden Monate
In ihrem neuen Comic „Gib nicht auf!“ zeigt Birgit Weyhe die Geschichte einer Überlebenden des Genozids an den Eziden im Irak 2014. Im Interview spricht sie über die Hintergründe des Projekts und ihre Methoden der Erinnerungsarbeit
Birgit Weyhes Graphic Novel „Schweigen“ gewinnt in der Kategorie Sachbuch
Ein Dossier mit Archivbeiträgen von Jonas Engelmann, Christoph Haas, Sven Jachmann, Karin Krichmayr, Georg Seeßlen und Mario Zehe zu Comics, die den Antisemitismus nach Auschwitz, die Vorgeschichte Israels, die Rolle der Shoah und die Lebensrealität in Israel untersuchen
Comics von Ayse Kling, Birgit Weyhe, Isabelle Maroger und Roberto Grossi haben es auf die Nominierungsliste geschafft
Der Dortmunder Comic-Preis geht 2027 an die südkoreanische Zeichnerin und Autorin Keum Suk Gendry-Kim. Die Jury würdigt ihre Graphic Novel „Gras“, die von den Erfahrungen koreanischer Überlebender sexualisierter Gewalt im Zweiten Weltkrieg erzählt
Im Kampf gegen den rechten Zeitgeist tauchen die heldenhaften Antihelden im Comic wieder auf: Andy Morgan, Max Friedman und Nestor Burma
Von JONAS ENGELMANN
Avant-Verlag, Jaja Verlag und Rotopol unter den Preisträgern
40 Jahre nach dem Tod des streitbaren Aktionskünstlers Joseph Beuys legt der Wiener Lenz Mosbacher eine außergewöhnliche Graphic Novel vor, in der Susan Sontag und Ulrike Meinhof mitmischen. Ein Gespräch über Beuys‘ Ambivalenz
Von KARIN KRICHMAYR
In ihrer tragikomischen Graphic Novel „Der Traum ist aus, Charly P.“ blickt Comiczeichnerin Lisa Neun zurück auf die BRD der 1980er und seziert den Machismo der Autonomenszene
Von JÜRGEN SCHICKINGER
Julia Zejn und Matthias Lehmann lassen einen Verstorbenen als App weiterleben, Ines Korth nutzt die Science Fiction zur kritischen Gegenwartsdiagnose, und ein Berliner Hochhaus wird bei Thomas Gronle zum Dämonentreffpunkt. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN
Lee Lais Debüt „Steinfrucht“ wurde als erster Comic überhaupt bei den National Book Awards für die Kategorie 5 Under 35 Honorees ausgewählt. In der feinfühligen Erzählung muss ein queeres Pärchen dem Druck der religiösen Familien standhalten
Von JONAS ENGELMANN
Der Wiener Franz Suess widmet sich in seinen Graphic Novels den Underdogs und Abgehängten der Großstadt. Kürzlich wurde er als bester deutschsprachiger Künstler mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet. Ein Gespräch über Ausdauer und Sehnsüchte – samt Buchtipps
Von KARIN KRICHMAYR
Der Science-Fiction-Comic „Eternauta“ schaute in den 50ern so visionär lesbar auf die Zeit der argentinischen Militärdiktatur, dass er zur Ikone für Widerstand und Trauer wurde. Nun erschien der Band in neuer Auflage
Von JONAS ENGELMANN
Josephine Mark hat mit „Red“ einen brillanten Funny-Krimi gezeichnet, von Moebius existieren tatsächlich noch unübersetzte Werke, und Amazing Ameziane verhebt sich an Steven Spielberg. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN
In „Der Mini-Musketier“ versetzt Joann Sfar seine geschrumpfte Hauptfigur in ein Miniatur-Frankreich, in dem das Matriarchat herrscht
Von JONAS ENGELMANN
Das Setting klingt verheißungsvoll: drei Freundinnen, ein Lottogewinn und die Hoffnung auf Freiheit. Doch die Berliner Comic-Künstlerin Lilli Loge macht daraus eine fein beobachtete Beziehungsstudie, die nicht nur ernüchternd endet, sondern auch noch voller Erotik steckt
Von ANDREA HEINZE
„Die hermetische Garage“: Posthum erscheint ein Band der Kultserie des französischen Comiczeichners Moebius alias Jean Giraud. In „Jäger und Gejagter“ kämpft die Hauptfigur unter falscher Identität gegen ihr eigenes Ich
Von JONAS ENGELMANN
30 Kritiker:innen und ihre Comic-Favoriten der zurückliegenden Monate
Ein Spanier, dessen Name nach einem Deutschen klingt. Und eine Comicfigur, die an den Fotografen Robert Capa erinnert: Manfred Sommers „Frank Cappa“
Von CHRISTOPH HAAS
Moebius hat die Grenzen der Science Fiction verschoben wie kaum ein anderer. Und nicht erst mit dem „Incal“. Seine Serie „Die hermetische Garage“ lässt dem psychedelischen Geist der 1970er Jahre freien Lauf. Eine Story aus diesem Zyklus kann man nun zum ersten Mal auf Deutsch lesen
Von MAX BAUER
Lias Sinram im Interview über sein Comicdebüt „Leib“, Körperbilder und die Rolle des Turnens im Nationalsozialismus
Die Kulturgeschichte des Kochens, die Entdeckung der Dinosaurier oder die Erforschung der Tiefsee – diese familientauglichen Sachcomics machen Wissenschaft anschaulich
Von KARIN KRICHMAYR
Aktuelle Comics von Paco Roca, Birgit Weyhe, Roberto Grossi und Sarah Hübner im Spannungsfeld von Erinnern und Vergessen, Verleugnung und Bewusstwerdung vergangener Kämpfe und gegenwärtiger Krisen
Von MARIO ZEHE
Der Western ist ein Genre, das im Comic ein Revival erlebt. So war der Neo-Western „Wiedersehen mit Comanche“ auf der Comic-Jahresbestenliste 2025 platziert. Schon vor mehr als 60 Jahren hat bereits ein ganz anderer Comic die Genreregeln des Western durcheinander gewirbelt: die Parodie-Serie „Cocco Bill“
Von ANDREA HEINZE
30 Kritiker:innen und ihre Comic-Favoriten in 2025
Wie ist ein normales Leben möglich angesichts eines Nachbarn, mit dem man sich seit über 70 Jahren formell im Kriegszustand befindet? Keum Suk Gendry-Kim liefert mit „Mein Freund Kim Jong-un“ einen aufschlussreichen Querschnitt aus Politbiografie, Mentalitätsgeschichte und psychoanalytischer Sitzung
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER
30 Kritiker:innen und ihre Comic-Favoriten der zurückliegenden Monate
Es geht ums Turnen, um Körperbilder und darum, dass man sich in seiner Pubertät noch mal ganz neu finden muss. Lias Sinram zeichnet in seinem autofiktionalen Comicdebüt „Leib“ eine berührende Coming-of-Age Geschichte
Von ANDREA HEINZE
Manfred Sommers Kriegsreporter Frank Cappa ist ein melancholischer Skeptiker, der Ideologien misstraut. Seine Abenteuer kommen ohne jede Frontromantik aus und sind nun in einer Gesamtausgabe erschienen
Von THOMAS WÖRTCHE
Antonio Altarribas und Kekos „Ich, der Lügner“ ist eine zynisch anmutende Graphic Noir über die Abgründe des politischen Systems Spaniens
Von MARIO ZEHE
Eine neue Episode des „Optisch definiert“-Podcast mit Ingo Römling und Caroline Ring: Diesmal ist Comiczeichnerin Tine Steen („Die kochenden Affen“) zu Gast
Roberto Grossi macht sich in „Die große Verdrängung“ ein Bild vom Klimawandel, Patrick Lacan und Marion Besancon lassen in „Grün“ die Natur zurückschlagen, und Veiko Tammjärv adaptiert das „Hotel Zum verunglückten Alpinisten“ für die rechte Gegenwart. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN
Die Welt von „Joe’s Bar“ ist eine Welt des Noir im Sinne Derek Raymonds. Sie steht mitten in New York City und ist doch die Welthauptstadt. Nun ist der Klassiker von José Muñoz und Carlos Sampayo als Gesamtausgabe erschienen
Von THOMAS WÖRTCHE
Der Österreicher Franz Suess gilt mit seinen Comics als feiner Beobachter unterschiedlicher Milieus. Es sind vor allem die Geschichten des Scheiterns, die Suess aufzeichnet. Für sein aktuelles Projekt „Jakob Neyder“ wurde er mit dem Preis der Bertold Leibinger Stiftung ausgezeichnet
Von ANDREA HEINZE
Roberto Grossi spricht über seine Graphic Novel „Die große Verdrängung“, den Entstehungsprozess und seine Gedanken zum Klimawandel
In Birgit Weyhes „Schweigen“ geht es um deutsche Staatsbürgerinnen, die in der argentinischen Militärdiktatur verschleppt wurden und vom Auswärtigen Amt keine Unterstützung bekamen. Im Interview spricht die Hamburger Comiczeichnerin über die Hintergründe ihres neuen Sachcomics
„Kartographie“ von Sike ist ein philosophischer Comic-Essay, der die Schnittmenge von Individuum und Stadtentwicklung am Beispiel von Buenos Aires untersucht
Von JONAS ENGELMANN
Ernst Grube überlebte die Shoah. In den 1950ern wurde er wegen seiner KPD-Mitgliedschaft von dem NS-Richter Kurt Weber verurteilt. In „Zeit heilt keine Wunden“ zeigt Hannah Brinkmann den unterschiedlichen Umgang mit Tätern und Opfern des Nationalsozialismus in der BRD
Von JONAS ENGELMANN
Die Geschichte von Jens Cornils‘ Comicdebüt „Zeter und Mordio“ basiert auf einem historischen antisemitischen Kriminalfall von 1687, den Glückel von Hameln in ihren Memoiren schildert. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde mussten das Verbrechen hinnehmen, um niemanden gegen sich aufzubringen
Von JONAS ENGELMANN