Rodolphe (1948–2026)

Der französische Szenarist Rodolphe, der zusammen mit dem brailianischen Comicstar Leo zahlreiche Mystery-SF-Werke veröffentlichte, ist im Alter von 78 Jahren verstorben.

Am 22. September 2026 ist der französische Comicszenarist Rodolphe gestorben. Berühmt wurde er vornehmlich durch seine Phantastik-, Abenteuer- und Krimi-Storys für den Albensektor. Rodolphes Bibliographie umfasst Hunderte Titel, er zählte fraglos zu den produktivsten Autoren seiner Zunft. Doch der Comic war nicht sein alleiniges Interessengebiet. Als Literaturwissenschaftler, später Lehrer und Buchhändler besaß er eine große Affinität zur Literatur, veröffentlichte Romane, Kinderbücher, Lyrik, überdies eine Biographie über Robert Louis Stevenson. Die europäischen Comic-Szene bereicherte er nicht nur durch seinen ungemeinen Ausstoß an Büchern, sondern auch als Kritiker und Ausstellungskurator. Rodolphe wurde mit zahlreichen Comicpreisen ausgezeichnet.

Nach seinem Debüt im Jahr 1975 (der achtseitigen Story „Le Conservateur“, gezeichnet von Jean-Claude Floc’h, erschienen in der ersten Ausgabe des „Imagine“-SF-Magazins) arbeitete er für die legendären Zeitschriften „Pilote“, „À Suivre“ und „Métal Hurlant“ u. a. mit Annie Goetzinger, Jacques Ferrandez und Michel Rouge zusammen. Blickt man auf seine schwindelerregende Publikationsliste, war für Phantastik-und Krimi-Interessierte spätestens in den 80ern an ihm kein Vorbeikommen: „Die außergewöhnlichen Erlebnise von Anne und Charles“ (Carlsen), „Der Vicomte“ (Alpha), „Die Grausamen“ (Alpha), „Cliff Burton“ (Carlsen), „Der Dachs“ (Alpha), „Die Pforten des Himmels“ (Feest), „Tai-Dor“ (Carlsen, Ehapa, später Finix) und zahlreiche Kurzgeschichten im „Schwermetall“-Magazin sind nur ein paar frühe Beispiele für Rodolphes auch hierzulande bis heute ungebrochene Präsenz im Genre-Comic.

In Deutschland wurde, neben der Dickens-Adaption „Scrooge“, zuletzt im Splitter Verlag das Gros seiner SF-Werke veröffentlicht: die Trilogien „TER“, „TERRA“ (beide gezeichnet von Christophe Dubois) und „Utopie“ (mit Griffo), die One-Shots „Sprague“ (mit Olivier Roman) und „Der Mann, der die Welt erfand“ (mit Bertrand Marchal) und natürlich Rodolphes vergangene und aktuelle künstlerische Kollaborationen mit den brasilianischen Comicstar Leo: „Scotland“, „Namibia“, „Kenya“, „Amazonia“, „Centaurus“, „Europa“ und „Morgen“.