„Ich weiß“ – Fünf Geschichten

Der Berliner Avant Verlag hat bereits einige Werke von Birgit Weyhe publiziert, darunter auch „Madgermanes“, das sich mit den Biografien einiger Mosambikaner befasst, die in der DDR lebten. Nun erscheint ihr Werk „Ich weiß“ in einer Neuauflage. Zuvor wurde das Buch 2008 im Mami Verlag veröffentlicht.

„Ich weiß“ besteht aus fünf Geschichten, mit denen Weyhe eigene Erinnerungen an ihre Zeit in Afrika verarbeitet. Sie wechselt dabei zwischen dem Phantastischem und dem Erlebten hin und her, wobei sie es schafft, aus den Gegensätzen ein homogenes Ganzes zu erschaffen. Das zieht auch daraus einen Vorteil, dass Weyhe Stil sehr ungewöhnlich ist. Er wirkt grob, in vielerlei Hinsicht kindlich, aber er kann auch sehr detailliert – und er besitzt einigen Charme.

Die Zeichnungen mögen auf den ersten Blick so wirken, als wären sie schnell gemacht, als würde nicht viel Mühe darin stecken, aber diese unbedarfte Naivität sich entfalten zu lassen, ist die eigentliche Kunst. Etwas leicht und unscheinbar wirken zu lassen, obwohl es das nicht ist, unterscheidet den Künstler vom Möchtegern.

Sehr schön ist dabei auch, wie es Weyhe gelingt, diese kindliche Naivität zu erschaffen, sie aber zugleich auch angelehnt an afrikanische Kunst darzustellen. Heraus kommt ein eindringliches Amalgam, das seinesgleichen sucht.

Wer Weyhes spätere Arbeiten kennt, der kann hier noch einmal an den Anfang zurückkehren. Zu den Wurzeln, so wie es auch Weyhe in ihren Geschichten macht.

Birgit Weyhe: Ich weiß. Avant-Verlag, Berlin 2017. 240 Seiten. € 22,00