Im Haus, das Verrückte macht – „Asterix erobert Rom“

1976 kam der erfolgreichste aller Asterix-Zeichentrickfilme in die Kinos, weswegen nun eine erweiterte Neuausgabe des von Uderzo illustrierten und von Goscinny geschriebenen Albums zum Film erschienen ist.

Einmal mehr steht ein Klassiker-Jubiläum an. Vor genau 50 Jahren lief in den Kinos „Asterix erobert Rom“. Es war nicht der erste abendfüllende Zeichentrickfilm mit den beiden Galliern – zuvor erschienen „Asterix der Gallier“ und „Asterix und Kleopatra“-, aber der erste, der im hauseigenen Studio Idéfix Productions entstand und über den die beiden Schöpfer René Goscinny und Albert Uderzo somit erstmals die vollständige Kontrolle hatten.

Im Gegensatz zu den beiden ersten Filmen basiert die Story hier nicht auf einem zuvor erschienenen Comic-Album, sondern wurde von Goscinny eigens verfasst. Der Autor ließ sich hier von den zwölf Prüfungen des Herkules (im Film: Herakles, was griechisch und damit eigentlich falsch ist) inspirieren (im Original heißt der Film dann auch sachlicher und passender „Les 12 Travaux d’Astérix“ – „Die zwölf Arbeiten des Asterix“).

Nun also wieder die Jubiläumsausgabe zum Film (die gegenüber der 2016er-Edition um 16 Seiten erweitert wurde). Die besteht nicht aus Filmbildern, sondern ist garniert mit großformatigen Illustrationen, die Albert Uderzo extra angefertigt hat und die die wichtigsten Szenen des Films zeigen. Die Story ist bekannt: Cäsar kommt zu Ohren, dass die Gallier aufgrund ihrer Unbesiegbarkeit Götter sein könnten und gibt ihnen zwölf Prüfungen vor, die natürlich Asterix und Obelix angehen. Bestehen sie diese, gehört Rom ihnen, andernfalls müssen sie sich Cäsar unterwerfen.

Bekommen wir damit jetzt endlich auch die Comic-Adaption von Marcel Uderzo, Alberts jüngerem Bruder, zu Gesicht? Leider nein. Die ist wohl auf ewig im Giftschrank weggesperrt (und erschien nur ein einziges Mal auf Deutsch: als Fortsetzungsgeschichte 1979/1980 in Schwarz-Weiß im Magazin „Comixene“ Nr. 24 bis 29 unter dem Titel „12 Prüfungen für Asterix“). Das Zusatzmaterial in dieser Ausgabe, immerhin 16 Seiten, befasst sich ausschließlich mit der Produktion des Films.

Es geht um die Gründung des Studios Idéfix Productions, das außer diesem nur noch einen weiteren Film produzierte („Lucky Luke – Sein größter Trick“) und nach dem Tod Goscinnys wieder geschlossen wurde, ebenso um die Prüfungen und ihre Motive, die auch in anderen „Asterix“-Alben aufgegriffen werden. Ein Kapitel ist dem berühmten Passierschein A 38 gewidmet, der dem Band sogar als Gimmick beiliegt.

Zahlreiche Abbildungen – Plakate, Modelsheets und Ausschnitte aus dem Drehbuch, handschriftlichen Notizen Goscinnys – ergänzen die Texte. Wer den Film mag und die alte Ausgabe noch nicht besitzt, kann nun zwischen einer Softcover- und Hardcover-Edition wählen.

Dieser Text erschien zuerst auf: Comicleser.de

René Goscinny (Autor), Albert Uderzo (Zeichner): Asterix erobert Rom – Das Album zum Film. Jubiläumsausgabe • Aus dem Französischen von Klaus Jöken • Egmont, Berlin 2026 • 96 Seiten • 9,99 Euro (SC), 17,00 Euro (HC)

Bernd Weigand ist schon über vier Jahrzehnte in Sachen Comics unterwegs: lesen, sammeln, übersetzen. Schreibt auch seit 20 Jahren über Comics, seit 2010 auf comicleser.de.