Cancel Culture: Es wird schmerzhaft

Der koloniale Nachhall in "Tim & Struppi" - Cover von Anton Kannemeyers Satire-Comic "Papa in Afrika" (Avant-Verlag)

Ich bin ein Rassist. Nicht, dass ich einer sein will, nicht, dass ich rassistische „Ideen“ hege, nicht, dass ich nicht träumte von einer Welt, in der ein Kind aus einem alten Buch aufblickt und seine Eltern fragt: „Rassismus? Was war das eigentlich?“ Nein, ich bin Rassist, weil ich in einer Gesellschaft lebe, in der immer noch struktureller Rassismus parallel zur sozialen Ungerechtigkeit verläuft, und in der jemand mit heller Hautfarbe, ob er oder sie es will oder nicht, Privilegien erfährt oder wenigstens Gefährdungen und Benachteiligungen vermeiden kann. Und ich lebe in einer rassistischen Kultur, oder doch zumindest in einer, die offen oder verborgen Bruchstücke ihres rassistischen Erbes mit sich schleppt, manche gar in Form kultureller Heiligtümer.

In Denkmälern, Texten, Bildern, Filmen, Comics und TV-Serien stecken rassistische Klischees, werden immer noch rassistische Personen und Taten verherrlicht. Und dort gibt es auch, eines der größten Probleme, den „Rassismus in netter Form“. Damit kann man ins Herz einer europäischen Kulturbiografie stechen: Die Kinderbücher, die man einst so geliebt hat, Pippi Langstrumpf oder Jim Knopf; die Comics, die man verschlungen hat, Tarzan oder Akim, Flash Gordon oder Prinz Eisenherz; die Schlager, die man gedankenlos trällerte, von faulen, kindlichen Südamerikanern etwa, ja, das war mexikanisch; die fragwürdigen Kinderlieder (Dra Chanasan…); das Blackfacing im Karneval oder bei den Heiligen Drei Königen; Straßennamen, an die man sich gewöhnt hat, ohne über Namensgebung nachzudenken; Firmenschilder, vom „Mohrenbräu“ bis zum „Sarotti-Mohr“; alte Filme von Laurel & Hardy mit „lustigem“ Blackfacing; Sonntagsmatinee-Western und ihrem heroischen Vernichtungskampf gegen die üblen „Rothäute“; Worte und Begriffe, die auch in weniger verdächtigen Texten auftauchen und doch in ihrer Bedeutung kontaminiert sind; schließlich sogar der umgekehrte Vorgang einer weißen Inbesitznahme schwarzer Musik, schwarzer Helden, schwarzer Kunst und vielleicht sogar schwarzer Politik durch die rebellischen Kinder des weißen Mittelstandes. Widerspruchsfrei ist am Ende nicht einmal „weißer Antirassismus“ zu haben. All das steht in einer Geschichte, deren Bezeichnung „postkolonialistisch“ einem viel zu leicht von der Hand geht.

Nicht rassistisch zu sein in einer Gesellschaft, die immer noch rassistisch geprägt ist und in einer Kultur, die immer noch nicht mit ihrem rassistischen Erbe umzugehen gelernt hat, ist unmöglich. Möglich und verpflichtend aber ist eine Arbeit an der Überwindung des Rassismus. Diese Arbeit beginnt mit einem Bekenntnis zur Widersprüchlichkeit und zur Unabschließbarkeit: Das Kind, das seine Eltern fragt, was Rassismus eigentlich einmal war, ist im Moment noch reine Utopie. Stattdessen ist die Realität zu beobachten, dass Rassismus aus dem Stadium der sozialen Latenz wieder an die Oberfläche der politischen Rhetorik gelangt, vom rechten Rand ausstrahlend bis in die viel beschworene Mitte der Gesellschaft.

Art Spiegelmans „Maus“ (© Rowohlt)

Von diesem rechten Rand freilich kommt mit dem „gewöhnlichen Rassismus“ auch noch jener, der an Barbarei alle übertrifft, der Antisemitismus, der uns seit Jahr und Tag fragen lässt, ob man noch Heidegger lesen, Richard Wagner hören, Ufa-Filme sehen kann, und wenn ja, mit welcher Haltung. Einer der beklemmendsten Augenblicke von Art Spiegelmans Graphic Novel „Maus“ ist jener, in dem der Sohn wutentbrannt seinen Vater verlässt, den KZ-Überlebenden, der sich gegenüber seinen schwarzen Mitbürgern in den USA als Rassist entpuppt. Nichts ist klar, nichts erledigt, gar nichts.

Zur Arbeit am Antirassismus gehört allerdings auch, in der Dialektik von sozialem und kulturellem Rassismus wachsam und realistisch zu bleiben. Denn das Wesen des Rassismus ist nicht allein Ideologie, Semantik und Kultur, sondern vor allem politische, soziale und nicht zuletzt eben auch gewalttätige Praxis. Genau darum geht es ja den Protesten gegen rassistisch grundierte Polizeigewalt. Sie ist die Spitze eines Eisberges von realer Unterdrückung, realer Ausbeutung, realer Demütigung. Es geht um den Zusammenhang von Worten und Bildern auf der einen, Verhältnissen und Taten auf der anderen Seite.

Wenn wir also die Archive und die Produktion von Kunst und Kultur kritisch durchforsten, ist es die soziale Wirklichkeit des Rassismus, die uns hier hingebracht hat. Zwar ist es klar, dass mit einer universitären Debatte über Texte und Bilder noch lange keine soziale Gerechtigkeit geschaffen wird, aber es ist auch klar, dass Rassismus nicht in einer Kultur überwunden werden kann, die ihrem rassistischen Erbe gegenüber gleichgültig bleibt.

Fünf Möglichkeiten des Umgangs mit Rassismus

Es gibt nun mehrere Strategien, damit umzugehen. Nicht alle sind gleichermaßen realistisch oder Erfolg versprechend:

1. Wir lassen alles, wie es ist, in der Hoffnung darauf, dass eine im Wesentlichen aufgeklärte, tolerante und sich selbst historisch-kritisch verstehende Gesellschaft schon damit umgehen kann. Die Denkmäler, Bilder und Textstellen fungieren dann als Erinnerungen daran, wie hart der Weg zur besseren Zukunft war und ist. Leider kann sich eine solche Lösung des bedingungslosen Liberalismus auf keine Gemeinschaft beziehen, die diese Kriterien erfüllen würde. Diese müsste erst geschaffen werden – und wird derzeit offenbar eher verhindert.

2. Da wir unser kulturelles Erbe nicht verfälschen wollen, als hätte es den Rassismus nie gegeben und als ließe sich historische Schuld durch die Säuberung der Dokumente verdrängen, versehen wir diese Dokumente mit Kommentaren und Hintergrundwissen. Mit Texten oder Filmen wird bereits so verfahren, freilich in einem denkwürdigen Sinn: „So hat man das damals gesagt oder abgebildet (wie etwa das rassistische Klischee der übergewichtigen schwarzen Hausdienerin in Tom-und-Jerry-Cartoons), so würden wir das heute nicht mehr machen.“ Ob die bloße Distanzierung genügt, um etwas vom Rassismus in einer Kultur zu verstehen?

Tom & Jerry (© Warner)

3. Wir nehmen eine selektive Bearbeitung vor. Öffentliche Ehrungen fragwürdiger Personen durch Denkmäler, Straßennamen oder Institutionen, wie gerade am Beispiel des Woodrow-Wilson-Centers in Washington, werden nicht mehr akzeptiert. Dem „normalen“ kulturellen Erbe ist man nicht mehr in der Öffentlichkeit ausgesetzt, man kann es in ohnehin kuratierten Institutionen wie Bibliotheken, Museen oder Kinosälen besichtigen. Extreme Achtsamkeit wird bei der neuen Gestaltung des öffentlichen Raums, nämlich bei Werbung und PR erwartet; ein Fall wie die jüngst missratene VW-Werbung etwa (das „Wegschnippen“ einer Person of Color durch eine weiße Hand…) zeigt, wie notwendig eine solche Achtsamkeit ist. Es ist der öffentliche Raum, als materieller wie als digitaler, in dem Rassismus auch in „historisierter“ oder „harmloser“ Form nicht geduldet werden darf.

4. Die Präsenz einer Gegen-Geschichte ist sehr wichtig. Kritik an den Dokumenten der Geschichte des Rassismus ist die eine Seite, die andere Seite ist die Dokumentation aus der Perspektive der Opfer. Der öffentliche Raum muss nicht nur von der bewusstlosen Darstellung der rassistischen Geschichte und der Klischees von heute befreit werden (durch Entfernung, Distanzierung oder Aufklärung), sondern auch zum Ort für Trauer, Erinnerung und Kritik. Das eine wie das andere wird die „Empfindlichkeit“ der Rassisten provozieren.

5. All das wird nicht ausreichen. Es braucht eine fundamentale Erneuerung, ein rewriting der Kulturgeschichte der postkolonialen Gesellschaften und Nationen. Den Nachfahren der rassistischen Politik und den Immer-noch-Rassisten ist es zuzumuten, dass die Nachfahren der Opfer bestimmend an diesem rewriting beteiligt sind, das in der Tat nicht bloß in Text- und Bildwelten eingreift, sondern auch in die kulturellen Biografien, ja in das, was man „kulturelle Identität“ nennt.

Gleichgültig, auf welche Strategie man sich einigt – von der ersten, der Laissez-faire-solution abgesehen: Sie sind alle mit Schmerzen, mit Widersprüchen, mit Entfremdungen verbunden. Und Patentrezepte gibt es schon gar nicht. Nehmen wir ein wahrhaft vergiftetes Werk wie David Wark Griffiths „Birth of a Nation“. Ohne diesen Stummfilm von 1915 ist die Geschichte des Mediums kaum zu verstehen, aber mit ihm kommt der Keim eines Rassismus, der zwar in einem analytischen Seminar bestens zu entzaubern ist, beim „naiven“ Betrachten (und auch das gehört zur Magie des Mediums) untrennbar mit Sentiment und Pathos verbunden ist. Die Geburt einer Nation ist rassistisch, und schmal ist auch hier der Grat zwischen Kritik und Mythos.

Bild aus „The Birth of a Nation“ (1915)

Man will sich das kulturelle Erbe nicht nehmen lassen

Um wie viel drastischer stellt sich das Problem bei einer weniger offensichtlichen Feier des rassistischen Erbes wie in dem Film „Vom Winde verweht“ dar? Sklavenarbeit wird geschönt, die schwarzen Haussklaven werden als loyale Diener dargestellt, die sich voll und ganz mit ihren Herren und mit dem System ihrer Herrschaft identifizieren, die „befreiten Schwarzen“ werden als Horden dummer Gewalttäter dargestellt, usw. Es ist ein durch und durch rassistisches Werk, das einen weißen Blick auf die Sklavenökonomie und ihre Brutalität generiert, nicht nur in dem, was ausgeblendet wird, sondern auch in der Verzerrung der Perspektiven. Eine schwarze Gegen-Geschichte wäre dringend erforderlich, aber gibt es dafür eine Basis in der politischen Ökonomie des Filmemachens? Als HBO ankündigte, den Film vorerst vom Markt zu nehmen, um ihn später in einer kommentierten Fassung anzubieten, schnellten die Verkaufszahlen der entsprechenden DVD dramatisch in die Höhe. Man will sich das „authentische“ kulturelle Erbe nicht nehmen lassen. Eine Mehrheit der manischen DVD-Besteller würde den Verdacht, rassistisch zu sein, sicherlich weit von sich weisen.

Nicht minder empört würden sich wohl hierzulande jene zeigen, die sich gegen eine „Zensur“ von Texten oder Bilderbüchern wenden. Sie argumentieren oft im Namen einer Autonomie des Kunstwerkes, gewiss, aber auch im Namen einer kulturellen Biografie. Teile einer Kindheit müssen gebrochen werden, wenn Pippis Taka-Tuka-Land oder Micky Maus‘ kannibalischer „Besuch aus Afrika“ als Rassismen enttarnt werden. So auch die Erinnerung an unangemessene Synonyme für Schokoküsse oder die Unmöglichkeit, laut den Namen des Mannes auszusprechen, der in Huckleberry Finn zusammen mit dem weißen Jungen auf dem Weg in die Freiheit war.

Ich (der Rassist, der keiner sein will) spreche als Erbe einer Kultur, in der Rassismus eben nicht nur in seiner brutalen, mörderischen und sadistischen Weise präsent war, sondern auch in einer subtileren, emotionalen und „familiären“ Art. Wie lange mussten schwarze Kids darauf warten, bis auch sie einen Superhelden bekamen, und wie bedeutsam war der People-of-Color-Freund der weißen Helden für die postkoloniale Gesellschaft! Auch weiße Mädchen bekamen schwarze Puppen, aber immer erst als zweite oder dritte. Es ist nicht leicht, den strukturellen Rassismus der Popkultur als Erbschaft des Kolonialismus zu verstehen. Noch schwieriger ist es, ihn zu transformieren, sodass er ins postkoloniale Weltbild der Wir-sind-doch-nicht-rassistisch-Gesellschaften passt.

„Micky und Goofy in Afrika“ (1954) (© Ehapa)

Von „30 Rock“ bis „Family Guy“

Im Zentrum einer Kultur, die den Rassismus in sich selbst und in der Welt überwinden will, steht neben dem rewriting der Kulturgeschichte und der Bearbeitung ihrer Dokumente das Problem der Restitution von Kunstwerken: Wie umgehen mit jener Beute des Kolonialismus, die zu einem Teil der eigenen Kulturgeschichte wurde? Das „Völkerkunde“-Museum als Traumort gehört ebenso dazu wie der Einfluss afrikanischer Plastik auf das Werk moderner westlicher Künstler. Gibt es für die einst geraubte Kunst überhaupt ein Zurück? Oder einen öffentlichen Raum, in dem sie wirklich für alle zugänglich wären? Ist auch hier zum Beispiel ein Mitausstellen der Umstände ihres Raubes notwendig, und, wiederum, die Präsenz einer Gegenerzählung?

Das Afrikanische, das Asiatische, das Lateinamerikanische – sie sind über die Diebstähle und Ausbeutungen des Kolonialismus und über die Marktstrategien der Popkultur Teil unserer eigenen Kultur geworden, die ihrerseits oszilliert zwischen einer weißen und einer „gesamten“ Kultur. Aus der Beute wurde in Teilen eine Aneignung (wie die Aneignung der schwarzen Musik durch das weiße Business), und aus der Aneignung ein internes Amalgam. Wie kraus waren doch die Begründungen der Oi!-Skins und des Nazirock dafür, dass „ihre“ Musik ihre Wurzeln im schwarzen Amerika oder in der Karibik hatte!

In der Musik, in der bildenden Kunst, in der Architektur. Wie soll ein weißes Bürgerkind, sagen wir, mit dem Afrikanischen in seiner Kulturbiografie verfahren? Muss das Afrikanische in mir (und es ist eine ganze Menge) also akzeptiert oder kritisch isoliert werden? Es ist die Umkehrung des Problems, von dem Whoopi Goldberg spricht, wenn sie sagt, dass sie die Bezeichnung „Afroamerikanerin“ für sich ablehne. Sie sei vielmehr einfach Amerikanerin, denn ihre Vorfahren und sie selbst hätten das Land ebenso mit aufgebaut wie alle anderen. Wann haben wir das Recht, wann das Glück, „wir“ sagen zu dürfen?

Wo Widersprüche herrschen, hilft, gelegentlich, Humor. Aber kaum etwas ist so kontaminiert im Diskurs des Rassismus wie das Lachen. Das effizienteste und sadistischste Mittel, zu verhindern, dass wir miteinander lachen (unter anderem über die Schrecken der Vergangenheit, schwierig genug, das), ist es, übereinander zu lachen. Das historische Blackfacing in den USA diente diesem weißen Lachen über die Schwarzen, das alles zugleich ausdrückte und verdrängte, das Empfinden der Überlegenheit, die Angst vor dem kommenden Aufstand und den klammheimlichen Neid. Was wäre Antisemitismus ohne „Judenwitze“ – sogar der kultivierte Post-Antisemit pflegt eine Vorliebe für diesen „typisch jüdischen Humor“, nicht wahr? Und der neofaschistische Terror bereitet seine Untaten nur zu gern mit „Satire“ vor.

„Family Guy“ (© FOX)

Quälende Komik

Wo lacht man über Rassismus, und wo lacht man rassistisch? Die Satireserie „30 Rock“ war sicherlich nie rassistisch, trotzdem tat Tina Fey, Hauptdarstellerin und Showrunner, recht daran, die Ausstrahlung von Folgen zu verhindern, in denen es um Blackfacing ging: Der kulturelle Code dieser Inszenierung ist an sich schon kontaminiert, unabhängig vom Inhalt der jeweiligen Szenen. In der amerikanischen Anwaltserie „The Good Wife“ kommt es zu Auseinandersetzungen einerseits über die Identität des Unternehmens (man hat das Image einer „schwarzen Kanzlei“, deswegen müssen die weißen Mitarbeiter gelegentlich in den Hintergrund treten) und andererseits über die reale Gleichheit (verdienen People of Color wirklich weniger als Weiße?) und mediale Restriktionen. „Sagen Sie doch einfach N…, wer hindert Sie“, versucht ein schwarzer Rechtsanwalt seinen weißen Kontrahenten in einer Talkshow aus der Reserve zu locken, nachdem der sich über Restriktionen beklagt hat.

Die Komik solcher Szenen ist, wie man so sagt, quälend. Und das gilt wohl auch für entsprechende Szenen in „Family Guy“, wo der typische Vorstadtbürger Peter Griffin mit seinem schwarzen Freund und Nachbarn immer wieder in Konflikte gerät, weil der eine denkt, der andere denkt, man denke, dass der andere denkt, irgendetwas sei rassistisch gemeint. Den Meta-Humor über Rassismus gibt es auch hierzulande, zum Beispiel in einer Folge der Heimatkrimiserie „Mord mit Aussicht“, wo ein schwarzer Kriminalpolizist sich seufzend gegenüber der Protagonistin über die Empfindlichkeit seiner Chefin in Sachen rassistischer Kommentare äußert (ein „schwarzer Mann“, aha, die eine meint die Kleidung, die andere argwöhnt die Hautfarbe).

Diese mehr oder weniger komischen Szenen gewöhnen uns an einen Alltag, in dem wir lernen müssen, mit der Allgegenwärtigkeit des Rassismus, hier als Realität und da als Projektion, umzugehen. Eine einfache Lösung gibt es nicht in den drei großen Problemfeldern des kulturellen Post-Rassismus – der kritischen Revision des rassistischen Erbes, des Umgangs mit der kolonialen und postkolonialen kulturellen Beute und mit dem Humor als Ventil für die verschiedensten Formen der Spannungen.

Es gibt jedoch eine sehr einfache, sehr strikte Grenze zum realen, expliziten und ideologischen Rassismus. Alles diesseits dieser Grenze zu ordnen und aufzuarbeiten, ist kompliziert. Der Rassismus, der keiner mehr sein will, hat noch viel zu tun.

Dieser Text erschien zuerst am 30.06.2020 auf: zeit.de

Georg Seeßlen, geboren 1948, Publizist. Texte über Film, Kultur und Politik für Die Zeit, Der Freitag, Der Spiegel, taz, konkret, Jungle World, epd Film u.v.a. Zahlreiche Bücher zum Film und zur populären Kultur, u. a.: Martin Scorsese; Quentin Tarantino gegen die Nazis. Alles über INGLOURIOUS BASTERDS; Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität (zusammen mit Markus Metz); Tintin, und wie er die Welt sah. Fast alles über Tim, Struppi, Mühlenhof & den Rest des Universums; Sex-Fantasien in der Hightech-Welt (3 Bände), Das zweite Leben des ›Dritten Reichs‹. (Post)nazismus und populäre Kultur (3 Bände), Liebe und Sex im 21. Jahrhundert. Streifzüge durch die populäre Kultur. Ende August erscheint von ihm „Coronakontrolle. Nach der Krise, vor der Katastrophe“ bei Bahoe Books.