Eine Welt von verwirrender Unwirklichkeit
Erotische Fesseln, einsame Ermittler und erneuerte Noir-Mythologie. Romane Léo Malets und der Strugatskis neu inszeniert, Ed Brubaker im Deluxe-Format
Von CHRISTOPH HAAS
Erotische Fesseln, einsame Ermittler und erneuerte Noir-Mythologie. Romane Léo Malets und der Strugatskis neu inszeniert, Ed Brubaker im Deluxe-Format
Von CHRISTOPH HAAS
In dem „Last Ronin“-Sequel „The Last Ronin: Re-Evolution“ schickt Kevin Eastman eine neue, frisch geklonte Turtles-Generation in die Schlacht, die ihren Platz in der Welt noch nicht so recht gefunden hat
Von HOLGER BACHMANN
Aktuelle Comics von Paco Roca, Birgit Weyhe, Roberto Grossi und Sarah Hübner im Spannungsfeld von Erinnern und Vergessen, Verleugnung und Bewusstwerdung vergangener Kämpfe und gegenwärtiger Krisen
Von MARIO ZEHE
Der Western ist ein Genre, das im Comic ein Revival erlebt. So war der Neo-Western „Wiedersehen mit Comanche“ auf der Comic-Jahresbestenliste 2025 platziert. Schon vor mehr als 60 Jahren hat bereits ein ganz anderer Comic die Genreregeln des Western durcheinander gewirbelt: die Parodie-Serie „Cocco Bill“
Von ANDREA HEINZE
Wie ist ein normales Leben möglich angesichts eines Nachbarn, mit dem man sich seit über 70 Jahren formell im Kriegszustand befindet? Keum Suk Gendry-Kim liefert mit „Mein Freund Kim Jong-un“ einen aufschlussreichen Querschnitt aus Politbiografie, Mentalitätsgeschichte und psychoanalytischer Sitzung
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER
Wenn eine alt gewordene Auftragskillerin an Alzheimer erkrankt, kann das blutige Folgen haben. Pierre Lemaitre und Dominique Monféry machen aus dieser Prämisse einen schnörkellosen Oneshot-Thriller
Von BERND WEIGAND
Thierry Smolderens und Jean-Philippe Bramantis Comicbiografie über „Little Nemo“-Schöpfer Winsor McCay ist gleichermaßen kompliziert und schlicht
Von EKKEHARD KNÖRER
Es geht ums Turnen, um Körperbilder und darum, dass man sich in seiner Pubertät noch mal ganz neu finden muss. Lias Sinram zeichnet in seinem autofiktionalen Comicdebüt „Leib“ eine berührende Coming-of-Age Geschichte
Von ANDREA HEINZE
Manfred Sommers Kriegsreporter Frank Cappa ist ein melancholischer Skeptiker, der Ideologien misstraut. Seine Abenteuer kommen ohne jede Frontromantik aus und sind nun in einer Gesamtausgabe erschienen
Von THOMAS WÖRTCHE
Auf den Seiten der neuen „Creepshow“-Anthologie wütet der subversive Geist der alten EC Comics
Von HOLGER BACHMANN
Wo ist der Wolpertinger? Pelli und Nimue jagen per Motorroller Schwert und mittelalterlichem Mythos hinterher. „Quest“ ist die originelle Neudeutung der Arthus-Sage – und ein schlichtweg zauberhafter Fantasy-Comic
Von CHRISTOPH HAAS
David Prudhomme hat wieder einen Comic über den Rimbetiko, den „griechischen Blues“, veröffentlicht – diesmal aus der Perspektive der Frauen
Von JONAS ENGELMANN
Konquistadoren, Piraten, muslimische Stämme, mächtige Schiffe, Schwertkunst und Intrigen – all das verschwimmt in „Alandal“, dem Spätwerk des philippinischen Comickünstlers Alex Niño, in einem schwer zu fassenden optischen Fiebertraum
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER
Antonio Altarribas und Kekos „Ich, der Lügner“ ist eine zynisch anmutende Graphic Noir über die Abgründe des politischen Systems Spaniens
Von MARIO ZEHE
Der Zeichner Jens Harder entwirft in seiner neuen Graphic Novel „Gamma“ ein Zukunftsszenario, das bis in 100 Milliarden Jahre reicht
Von KARIN KRICHMAYR
Von Ernst Marischka zu Luchino Visconti: Der biografische Comic „Romy Schneider – Ich bin nicht mehr Sissi“ beleuchtet den Kampf der Schauspielerin um künstlerische Integrität
Von WOLFGANG NIERLIN
Die philippinische bildende Künstlerin Renren Galeno liefert in ihrem Comicdebüt „Sa Wala – Für nichts“ bissige Kapitalismuskritik im Tierhorror-Korsett
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER
Bekannt wurde Milo Manara mit seinem voyeuristischen Comic-Blick und stereotypen Frauenfiguren, die auf Knopfdruck das machen, was Männer oder männliche Zeichner wollen. In einem Frühwerk aus den 1970er-Jahren zeichnete Manara den alten chinesischen Mythos vom „Affenkönig“ neu und schuf dabei einen etwas anderen Superhelden
Von MAX BAUER
Sie war „Die Sünderin“, Schauspielerin, Schriftstellerin und eine der erfolgreichsten Chanson-Sängerinnen des Nachkriegsdeutschlands: Hildegard Knef. Im Dezember wäre sie 100 Jahre alt geworden. Moritz Stetter hat ihr Leben in einer Comicbiografie nachgezeichnet
Von ANDREA HEINZE
Roberto Grossi macht sich in „Die große Verdrängung“ ein Bild vom Klimawandel, Patrick Lacan und Marion Besancon lassen in „Grün“ die Natur zurückschlagen, und Veiko Tammjärv adaptiert das „Hotel Zum verunglückten Alpinisten“ für die rechte Gegenwart. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN
In Patrick Bonatos Graphic Novel „Toubab im Senegal“ reist ein Comiczeichner zum ersten Mal in den Senegal und hat allerlei diffuse Ängste im Gepäck
Von JONAS ENGELMANN
Die Welt von „Joe’s Bar“ ist eine Welt des Noir im Sinne Derek Raymonds. Sie steht mitten in New York City und ist doch die Welthauptstadt. Nun ist der Klassiker von José Muñoz und Carlos Sampayo als Gesamtausgabe erschienen
Von THOMAS WÖRTCHE
Amazing Amézianes Comicbiografie „Martin Scorsese“ folgt dem Regisseur durch die überraschend schwierigen Produktionsgeschichten seiner Filme
Von WOLFGANG NIERLIN
In ihrer Graphic Novel „Nach Mitternacht“ erzählt Gaëlle Genille eine Geistergeschichte, die mit den üblichen Modi der Angsterzeugung bricht
Von BERND WEIGAND
Der Österreicher Franz Suess gilt mit seinen Comics als feiner Beobachter unterschiedlicher Milieus. Es sind vor allem die Geschichten des Scheiterns, die Suess aufzeichnet. Für sein aktuelles Projekt „Jakob Neyder“ wurde er mit dem Preis der Bertold Leibinger Stiftung ausgezeichnet
Von ANDREA HEINZE
In „Schon gehört, was Ed Gein getan hat?“ dokumentieren Harold Schechter und Eric Powell nüchtern und analytisch die Taten des Plainfield Ghoul – und ihr kulturelles Echo, das noch immer nachhallt. Aktuell in der dritten Staffel der „Monster“-Serie auf Netflix, die heute startet
Von HOLGER BACHMANN
In den 70ern wurden die berühmte südkoreanische Schauspielerin Choi Eun-hee und der Filmregisseur Shin Sang-ok nach Nordkorea entführt. Als Gefangene des Regimes sollen sie aus der dortigen Filmindustrie wieder ein Erfolgsgeschäft machen, was sogar gelingen wird. „Der Diktator und der Plastikdrache“ erzählt keine Räuberpistole, sondern fast vergessene Filmgeschichte
Von BERND WEIGAND
Sean Murphy reanimiert den Zorro-Mythos als Nostalgietrip und ironische Modernisierung
Von HOLGER BACHMANN
Die Suche nach Identität in einer brennenden Welt – Nino Bullings Erzählung „Abfackeln“ wurde von der New York Times als eine der acht „Best Graphic Novels of 2024“ ausgezeichnet
Von JONAS ENGELMANN
Arne Bellstorf erzählt in „Baby’s in black“ von Astrid Kirchherrs frühen Jahren in Hamburg, als sie den Beatles ihr Markenzeichen verpasste. Reprodukt hat Bellstorfs 2010 erschienene Graphic Novel nun als Taschenbuch herausgebracht
Von SVEN JACHMANN
Die Zivilgesellschaft im Iran hat unter der autoritären Regierung kaum Möglichkeiten, sich zu entfalten. Comiczeichner Mana Neyestani aus seinem französischen Exil in „Papiervögel“ den lebensgefährlichen Alltag der Kolbar – der kurdischen Lastenträger im iranisch-irakischen Grenzgebiet – recherchiert
Von ANDREA HEINZE
Comicdebütant Wu Shih-hung hat die Autobiographie des taiwanischen Dichters Yang Mu als wunderschönen Comic adaptiert
Von HOLGER BACHMANN
Guillaume Singelins SF-Erzählung „Frontier“ ist ein präzise komponierter Weltenentwurf, der ungeschönt über das zukünftige Verhältnis von menschlicher Ausbeutung und Sehnsucht nachdenkt
Von BERND WEIGAND
Fast zehn Jahre hat Luka Lenzin in einer Hamburger Drogenberatungsstelle gearbeitet. Sein Comic „Nadel und Folie“ zeigt nicht nur im unaufgeregten Duktus den dortigen Alltag, sondern ist auch eine Kulturgeschichte des Drogenkonsums und eine Kritik an der aktuellen Drogenpolitik
Von JONAS ENGELMANN
Die Creepshow ruft grimmige EC-Zeiten in Erinnerung, Tom Gauld lacht mit der Wissenschaft, und Richard Corben ist beeindruckender denn je. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN
1979 wurde in Estland Arkadi und Boris Strugatzkis SF-Roman „Hotel Zum verunglückten Alpinisten“ verfilmt. Der estnische Zeichner Veiko Tammjärv hat nun eine fantastische Comicadaption veröffentlicht, die heute genauso subversiv gelesen werden kann wie der Film zu Sowjetzeiten
Von MAX BAUER
„Kartographie“ von Sike ist ein philosophischer Comic-Essay, der die Schnittmenge von Individuum und Stadtentwicklung am Beispiel von Buenos Aires untersucht
Von JONAS ENGELMANN
„The Moneyman“ ist eine solide Comicbiografie über Walt und Roy Disney mit kleinem Hang zum ausgeflippten Schnörkel
Von EKKEHARD KNÖRER
Die dreibändige Sachcomic-Reihe „Es war einmal Amerika“ ist ein eindrucksvoller Ritt durch den Kanon der US-amerikanischen Literaturgeschichte
Von HOLGER BACHMANN
Ernst Grube überlebte die Shoah. In den 1950ern wurde er wegen seiner KPD-Mitgliedschaft von dem NS-Richter Kurt Weber verurteilt. In „Zeit heilt keine Wunden“ zeigt Hannah Brinkmann den unterschiedlichen Umgang mit Tätern und Opfern des Nationalsozialismus in der BRD
Von JONAS ENGELMANN