Graphic Novel

Schädellehre – „Der Totenkopf aus Schweden“

Philosophiegeschichte mit viel Humor: In ihrem neuen Comic „Der Totenkopf aus Schweden“ setzt Comiczeichnerin Daria Schmitt den noch lebenden Schädel von René Descartes mit den in der Pariser Galerie für Paläontologie ausgestellten Wirbeltier-Exponaten an einen runden Tisch und lässt sie über den Unsinn seiner Tiermaschinen-Theorie streiten
Von BERND WEIGAND


Trumps USA, SF-Epen und Serienmörder-Soziogramme

Alison Bechdel zeigt, wie sich als queerer Mensch ein Leben in rechten Zeiten anfühlt, Philippe Cazas „Die Welt von Arkadi“ erscheint erstmals komplett, und gleich zwei Serienkiller-Comics verraten viel über das Jahrzehnt, in dem sie spielen. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN


The Memory Remains – „Strange Natives“

Die Comickünstler Jerico Marte und Paolo Herras zeigen in „Strange Natives“ den visuellen Stream of consciousness einer alten philippinischen Frau, in dem sich die Zerrissenheit ihres ganzen Landes ausdrückt
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER


Zwischen Slapstick und Tex Avery – „Red“

Josephine Mark hat sich vorgenommen, zehn Comics in unterschiedlichen Genres zu zeichnen. Nach einer Westernparodie, einem Road-Trip und einem Kindercomic legt die mehrfach ausgezeichnete Comic-Künstlerin jetzt einen Krimi vor: In „Red“ geht es um einen lang zurückliegenden Mord, auf dessen Fährte ein dreibeiniger Hund gerät
Von ANDREA HEINZE






Die Gegenwart der Vergangenheit – „Baumschatten“

Ein Baum soll auf einem Berliner Schulhof gefällt werden, und schon gibt es Aktivisten, die sich für diesen Baum interessieren. Um diesen Grundkonflikt hat Joris Bas Backer den Comic „Baumschatten“ gezeichnet, der deutlich macht, wie komplex politisches Engagement sein kann
Von ANDREA HEINZE




Das Fleisch und das Kino – „Krimi“

In „Krimi“ nähern sich die französischen Comic-Künstler Alex W. Inker und Thibault Vermot Fritz Langs berühmtem Spätwerk der Weimarer Republik „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ mit dokumentarischem Spürsinn und erzählerischen Freiheiten
Von WOLFGANG NIERLIN



Filmgeschichte(n), SF-Klassik und NY-Noir

Alex W. Inker und Thibault Vermot erinnern an Fritz Langs Serienkiller-Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, Cazas SF-Kurzgeschichten für „Pilote“ sind wieder erhältlich, und die Comic-Adaption von Paul Austers „New-York-Trilogie“ ist endlich abgeschlossen. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN







Guy Delisle: „Die KI kann keine guten Witze machen“

Der Frankokanadier Guy Delisle ist bekannt für seine abenteuerlichen Reiseberichte. In seinem aktuellen Buch „Für den Bruchteil einer Sekunde“ hat er dem exzentrischen Fotopionier Eadweard Muybridge ein Denkmal gesetzt. Karin Krichmayr hat mit ihm ein Interview auf der Buchmesse in Wien geführt




Geteiltes Leid – „Mein Freund Kim Jong-un“

Wie ist ein normales Leben möglich angesichts eines Nachbarn, mit dem man sich seit über 70 Jahren formell im Kriegszustand befindet? Keum Suk Gendry-Kim liefert mit „Mein Freund Kim Jong-un“ einen aufschlussreichen Querschnitt aus Politbiografie, Mentalitätsgeschichte und psychoanalytischer Sitzung
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER


Körperertüchtigung – „Leib“

Es geht ums Turnen, um Körperbilder und darum, dass man sich in seiner Pubertät noch mal ganz neu finden muss. Lias Sinram zeichnet in seinem autofiktionalen Comicdebüt „Leib“ eine berührende Coming-of-Age Geschichte
Von ANDREA HEINZE



Koloniales Joch – „Alandal“

Konquistadoren, Piraten, muslimische Stämme, mächtige Schiffe, Schwertkunst und Intrigen – all das verschwimmt in „Alandal“, dem Spätwerk des philippinischen Comickünstlers Alex Niño, in einem schwer zu fassenden optischen Fiebertraum
Von ANDREAS GRABENSCHWEIGER




Flucht vor dem Image – „Romy Schneider“

Von Ernst Marischka zu Luchino Visconti: Der biografische Comic „Romy Schneider – Ich bin nicht mehr Sissi“ beleuchtet den Kampf der Schauspielerin um künstlerische Integrität
Von WOLFGANG NIERLIN



Klimawandel, Apokalypsen und die Banalität des Bösen

Roberto Grossi macht sich in „Die große Verdrängung“ ein Bild vom Klimawandel, Patrick Lacan und Marion Besancon lassen in „Grün“ die Natur zurückschlagen, und Veiko Tammjärv adaptiert das „Hotel Zum verunglückten Alpinisten“ für die rechte Gegenwart. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN



Der Nabel der Welt – „Joe’s Bar“

Die Welt von „Joe’s Bar“ ist eine Welt des Noir im Sinne Derek Raymonds. Sie steht mitten in New York City und ist doch die Welthauptstadt. Nun ist der Klassiker von José Muñoz und Carlos Sampayo als Gesamtausgabe erschienen
Von THOMAS WÖRTCHE






Kein Miteinander – „Jakob Neyder“

Der Österreicher Franz Suess gilt mit seinen Comics als feiner Beobachter unterschiedlicher Milieus. Es sind vor allem die Geschichten des Scheiterns, die Suess aufzeichnet. Für sein aktuelles Projekt „Jakob Neyder“ wurde er mit dem Preis der Bertold Leibinger Stiftung ausgezeichnet
Von ANDREA HEINZE


Comicbibliothek wider den Antisemitismus

Ein Dossier mit Archivbeiträgen von Jonas Engelmann, Christoph Haas, Sven Jachmann, Karin Krichmayr, Georg Seeßlen und Mario Zehe zu Comics, die den Antisemitismus nach Auschwitz, die Vorgeschichte Israels, die Rolle der Shoah und die Lebensrealität in Israel untersuchen


Serienkiller Superstar

In „Schon gehört, was Ed Gein getan hat?“ dokumentieren Harold Schechter und Eric Powell nüchtern und analytisch die Taten des Plainfield Ghoul – und ihr kulturelles Echo, das noch immer nachhallt. Aktuell in der dritten Staffel der „Monster“-Serie auf Netflix, die heute startet
Von HOLGER BACHMANN