Graphic Novel

Entführt, um Godzilla zu übertrumpfen – „Der Diktator und der Plastikdrache“

In den 70ern wurden die berühmte südkoreanische Schauspielerin Choi Eun-hee und der Filmregisseur Shin Sang-ok nach Nordkorea entführt. Als Gefangene des Regimes sollen sie aus der dortigen Filmindustrie wieder ein Erfolgsgeschäft machen, was sogar gelingen wird. „Der Diktator und der Plastikdrache“ erzählt keine Räuberpistole, sondern fast vergessene Filmgeschichte
Von BERND WEIGAND



Queeres Medium – „Abfackeln“

Die Suche nach Identität in einer brennenden Welt – Nino Bullings Erzählung „Abfackeln“ wurde von der New York Times als eine der acht „Best Graphic Novels of 2024“ ausgezeichnet
Von JONAS ENGELMANN


Kunst als Dolmetscherin – „Baby’s in black“

Arne Bellstorf erzählt in „Baby’s in black“ von Astrid Kirchherrs frühen Jahren in Hamburg, als sie den Beatles ihr Markenzeichen verpasste. Reprodukt hat Bellstorfs 2010 erschienene Graphic Novel nun als Taschenbuch herausgebracht
Von SVEN JACHMANN


Vergessen im Grenzgebiet – „Papiervögel“

Die Zivilgesellschaft im Iran hat unter der autoritären Regierung kaum Möglichkeiten, sich zu entfalten. Comiczeichner Mana Neyestani aus seinem französischen Exil in „Papiervögel“ den lebensgefährlichen Alltag der Kolbar – der kurdischen Lastenträger im iranisch-irakischen Grenzgebiet – recherchiert
Von ANDREA HEINZE


„Erinnerung ist zu einem Akt des Widerstands geworden“

In Birgit Weyhes „Schweigen“ geht es um deutsche Staatsbürgerinnen, die in der argentinischen Militärdiktatur verschleppt wurden und vom Auswärtigen Amt keine Unterstützung bekamen. Im Interview spricht die Hamburger Comiczeichnerin über die Hintergründe ihres neuen Sachcomics


Hauptsache Arbeit – „Frontier“

Guillaume Singelins SF-Erzählung „Frontier“ ist ein präzise komponierter Weltenentwurf, der ungeschönt über das zukünftige Verhältnis von menschlicher Ausbeutung und Sehnsucht nachdenkt
Von BERND WEIGAND


Eine andere Wirklichkeit – „Nadel und Folie“

Fast zehn Jahre hat Luka Lenzin in einer Hamburger Drogenberatungsstelle gearbeitet. Sein Comic „Nadel und Folie“ zeigt nicht nur im unaufgeregten Duktus den dortigen Alltag, sondern ist auch eine Kulturgeschichte des Drogenkonsums und eine Kritik an der aktuellen Drogenpolitik
Von JONAS ENGELMANN


Kinderfresser, Kernkraftnerds und Körperwelten

Die Creepshow ruft grimmige EC-Zeiten in Erinnerung, Tom Gauld lacht mit der Wissenschaft, und Richard Corben ist beeindruckender denn je. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN




Zwei deutsche Leben – „Zeit heilt keine Wunden“

Ernst Grube überlebte die Shoah. In den 1950ern wurde er wegen seiner KPD-Mitgliedschaft von dem NS-Richter Kurt Weber verurteilt. In „Zeit heilt keine Wunden“ zeigt Hannah Brinkmann den unterschiedlichen Umgang mit Tätern und Opfern des Nationalsozialismus in der BRD
Von JONAS ENGELMANN


Vor die Wand gelaufen – „Das Rennen des Jahrhunderts“

1904 fanden die Olympischen Spiele im US-amerikanischen St. Louis statt. Besonders der Marathonlauf erwies sich als organisatorische Katastrophe unter widrigsten Bedingungen. José Luis Munuera und Kid Toussiant blicken in „Das Rennen des Jahrhunderts“ nicht ohne Humor auf das lebensgefährliche Fiasko zurück
Von BERND WEIGAND


Die Wirklichkeit bewahren

Wim Wenders wird 80: Der französische Comiczeichner Stéphane Lemardelé schaut in „Das Storyboard von Wim Wenders“ dem Filmemacher nicht nur auf dem Set über die Schulter
Von WOLFGANG NIERLIN


Mörderjagd – „Zeter und Mordio“

Die Geschichte von Jens Cornils‘ Comicdebüt „Zeter und Mordio“ basiert auf einem historischen antisemitischen Kriminalfall von 1687, den Glückel von Hameln in ihren Memoiren schildert. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde mussten das Verbrechen hinnehmen, um niemanden gegen sich aufzubringen
Von JONAS ENGELMANN


Panorama der ägyptischen Gesellschaft – „Shubeik Lubeik“

Im arabischen Märchen beginnt der Spruch des Dschinns aus der Wunderlampe mit „Dein Wunsch ist mir Befehl“ – oder auch „Shubeik Lubeik“. Die ägyptische Comic-Künstlerin Deena Mohamed hat aus der tradierten Wunschkonstellation eine großartige Gesellschaftssatire gezeichnet
Von ANDREA HEINZE


Blutige Seefahrt – „El Gaucho“

Nur zwei Mal, in „Ein Indianischer Sommer“ und „El Gaucho“, haben die beiden berühmten italienischen Comickünstler Hugo Pratt und Milo Manara zusammengearbeitet. Nun ist „El Gaucho“ im Rahmen der Manara-Alben-Werkausgabe im Splitter Verlag erschienen
Von BERND WEIGAND




Channa Marons Unabhängigkeitserklärung

Channa Maron war Israels „Königin der Bühne“. 1933 floh sie mit ihrer Familie und lebte in Palästina. 1970 wurde sie Opfer eines palästinensischen Terroranschlags in München. Dennoch setzte sie ihre Schauspielkarriere fort und engagierte sich für den Friedensprozess. Barabar Yelin und David Polonsky haben in „Vor allem eins: Dir selbst sei treu“ ihre wichtigsten Lebensstationen festgehalten
Von JONAS ENGELMANN


Kriegsbilder – „Vom Winde verweht“

Der französische Comiczeichner Pierre Alary hat „Vom Winde verweht“ als zweibändige Graphic Novel adaptiert – mit bemerkenswertem Ergebnis, das ohne den Rassismus der Vorlage(n) auskommt
Von KLAUS N. FRICK




Kunstfreiheit, Gruppenexperimente und Weltraumkolonien

Luz lässt uns als Otto Muellers Gemälde „Zwei weibliche Halbakte“ auf die Nazis blicken, James Tynion IV setzt seine preisgekrönte Invasionsstory „Das Haus am See“ fort, Guillaume Singelin hat mit „Frontier“ den vielleicht besten SF-Comic des Jahres vorgelegt. Eindrucksvolle, liebenswerte, diskutable Phantastik-Comics der letzten Monate
Von SVEN JACHMANN




Opfer des Franquismus – „Der Abgrund des Vergessens“

Wie kann man mit den Opfern einer Diktatur, die in Massengräbern verscharrt wurden, angemessen umgehen? Und was bedeutet es für die Hinterbliebenen, wenn sie keinen Ort zum Trauern haben? Das haben Paco Roca und Rodrigo Terrasa in „Der Abgrund des Vergessens“ recherchiert
Von ANDREA HEINZE





Gebrochene Familienstücke – „Monica“

Zurück ins Amerika der Hippies, Kerzen und Drogen. In Daniel Clowes’ Graphic Novel „Monica“ rekonstruiert die Titelfigur ihre Biographie und die der abwesenden Mutter. Zugleich steckt sehr viel US-amerikanische Gegenwart in der Erzählung
Von JONAS ENGELMANN








Kunstverfolgung im Nationalsozialismus – „Zwei weibliche Halbakte“

Der französische Comickünstler Luz ist in seiner Heimat ein Star. Aktuell ist seine Graphic Novel „Zwei weibliche Halbakte“ erschienen, in der er die Geschichte des gleichnamigen Bildes von Otto Mueller erzählt – und damit auch die Geschichte der Kunstverfolgung unter den Nationalsozialisten
Von ANDREA HEINZE


Der COMICtalk #44: „Herr der Fliegen“

Eine neue Ausgabe des COMICtalk – Hella von Sinnen und Tillmann Courth haben diesmal als Gast Comiczeichner Jörg Hartmann („Liberty“) eingeladen. Im zweiten Teil diskutiert das Trio über Aimée de Jonghs Comicadaption von William Goldings Literaturklassiker „Herr der Fliegen“


„Starker Kampfgeist ohne Selbstvertrauen“

Die Schweizer Comiczeichnerin Wanda Dufner hat eine Teenagerschwangerschaft erlebt und erzählt davon sehr gallig in ihrer Graphic Novel „Bauchlandung“. Im Interview spricht sie über die Hintergründe ihres Comic-Debüts