DIE SCHLÜMPFE UND DAS VERLORENE DORF 1: Der verbotene Wald

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Bevor am 7. April Peyos blaue Kultwichte auch wieder über die deutschen Kinoleinwände schlumpfen, gewährt das Splitter-Sublabel Toonfish mit dem offiziellem Comic zum Kinofilm „Die Schlümpfe und das verlorene Dorf“ einen Einblick in das bislang unentdeckte Dorf der Schlumpf-Damen. Die Tatsache, dass die ursprünglich von Oberfiesling Gargamel geschaffene Schlumpfine bislang die einzige Dame ihrer Spezies war, dient seit Generationen als Projektionsfläche für furchtbare Altherrenwitze und unterirdische Zoten. Gut, dass es nun also ein ganzes Dorf voller frecher Schlumpfinnen geben soll. Nur sind die deutlich lauter, frecher und moderner inszenierten US-Kino-Inkarnationen des beglischen Exportschlagers nicht immer im Sinne langjähriger Fans der deutlich gediegeneren und charmanteren Comic-Originale.

schlmpdrf1mini„Die Schlümpfe und das verlorene Dorf“ schlägt eine elegante Brücke, mit der Mamas und Papas nun ihren reizüberfluteten, Pokemon-verstrahlten Nachwuchs wenn gewünscht auf den klassischen Pfad künstlerischer Familenunterhaltungs-Tugenden zurückführen können. Denn obwohl die fünf Kurzgeschichten des Hardcover-Albums auch neue Charaktere aus dem kommendem Kinofilm beinhalten, obwohl sie farbenfroher, ein wenig greller und moderner koloriert sind, sind es auch ganz klassische Schlumpf-Comics im allerbesten Sinne. Penibel genau werden Peyos ikonische Figuren hier rekonstruiert, wird seine grafische Handschrift nachempfunden. Aber nicht nur optisch, sondern vor allem auch was Stimmung und Erzähltempo der drolligen Episoden angeht fühlen sich Schlumpfdorf-Veteranen gleich wie zuhause.

So sind „Die Schlümpfe und das verlorene Dorf“ also keineswegs behelfsmäßig zusammengezimmerter Re-Lizenzabfall, sondern vielmehr der begrüßenswerte und geglückte Versuch, der Hollywood-Adaption frech wieder ihre Hysterie und ihren Plastik-Pathos zu entziehen, um eigentlich pfiffige, neue Ideen zurück in die ursprüngliche Schlumpf-Mythologie zu transportieren. Wer seine Kids über diesen Umweg übrigens vom Charme der Comic-Schlümpfe überzeugen kann, für den hält Toonfish auch eine extrem liebevoll aufbereitete Kompaktausgabe bereit, mit der die kleinen Comic-Archäologen ihre Forschungen dann gleich intensivieren können.

Peyo, Alain Jost, Luc Parthoens, Alain Maury, Jeroen de Coninck, Miguel Díaz & Laurent Cagniat: Die Schlümpfe und das verlorene Dorf – Der verbotene Wald. Toonfish, Bielefeld 2017. 48 Seiten. 12,95 Euro. Auch als eComic erhältlich.

 

Schlümpfe-Zeichner Miguel Diaz Vizoso wird übrigens vom 23. bis 26. März auf der Leipziger Buchmesse 2017 anzutreffen sein:

Donnerstag, 23. März 2017:
10-12 Uhr
14-16 Uhr

Freitag, 24. März 2017:
12-14 Uhr
16-18 Uhr

Samstag, 25. März 2017:
11-13 Uhr
14-16 Uhr

Sonntag, 26. März 2017:
10-12 Uhr

 

Filmtrailer: