BLUME EINER NEUEN WELT – Leben und Sterben in der Neuen Welt

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blumen-cvrDer spanische Zeichner Alfonso Font ist nicht so bekannt, wie er es angesichts seines Talents sein sollte. Eine beeindruckende Bandbreite seines Könnens zeigt das Album „Düstere Geschichten“, mit „Blume einer neuen Welt“ (Erko Verlag) liegt nun aber eine weitere Geschichte vor, die von Fonts Zeichenkunst getragen wird. Denn über weite Strecken sind die Dialoge nicht von Belang, werden nur gebrochen dargeboten oder gleich in der Sprache der Indios.

Es ist das Jahr 1541, als die Spanierin Isabel de Maluenda von ihrem Mann in die Neue Welt gebracht wird, aber von Indios überfallen wird. Sie wird gefangengenommen und soll die neue Frau des Häuptlings werden, damit will sich Isabel aber nicht abfinden – und flieht. Doch in der Neuen Welt findet sie einfach nicht ihr Glück.

Es ist eine einfach gestrickte Geschichte, die Sanchez Abuli erzählt. Tatsächlich ist sie es auch nicht, die den Leser zu packen versteht. Es sind die Zeichnungen, die mit Detailfreude, aber auch schönem Farbspiel aufwarten und eine Zeit und ein Land auferstehen lassen, das längst vergangen ist.

Abuli führt die Geschichte zum Anfang zurück, er formt einen perfekten Kreis, symbolisiert durch den Weg, den eine Seerose auf dem Fluss zurücklegt. Font findet bei „Blume einer neuen Welt“ die richtigen Bilder, die eine Wehmut ausstrahlen, aber von der Schönheit der gezeigten Natur konterkariert wird. Das Ende ist tragisch, aber auf eine gewisse Weise auch sehr schön.

Ein Wort noch zur Inhaltsangabe auf dem Rücken des Albums: Diese deckt die gesamte Geschichte inklusive dem Ende ab. Man sollte den Text also besser nicht lesen.

Sanchez Abuli, Alfonso Font: Blume einer neuen Welt. Erko Verlag, Wuppertal 2017. 48 Seiten, € 14,95